Waigolshausen

Die Öko-Modellregion hat Zukunft

Seit Mai 2015 ist die Allianz Oberes Werntal mit ihren zehn Mitgliedsgemeinden eine von mittlerweile 27 staatlich anerkannten Öko-Modellregionen in Bayern. Einen Überblick zur bisherigen Arbeit gab Projektmanagerin Anna-Katharina Paar in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Anlass war die anstehende Entscheidung zur Fortführung der Öko-Modellregion. Dafür sprach sich der Rat bei zwei Gegenstimmen aus. Der Beschluss schließt die Bereitschaft ein, im Falle einer sinkenden Förderung die Mehrkosten anteilig mitzutragen.

Bis Ende Oktober 2020 wird das Projektmanagement der Öko-Modellregion noch mit 75 Prozent vom Amt für Ländliche Entwicklung gefördert. Bei der dann anstehenden Verlängerung des Projektes um weitere drei Jahre steht eine schrittweise Kürzung der Förderung auf zuletzt 20 Prozent im Raum. Laut Bürgermeister Peter Pfister seien sich die Allianz-Bürgermeister in der Fortführung des Projektes einig, versuchen aber noch mit einem Vorstoß beim Ministerium eine Beibehaltung des bisherigen Fördersatzes zu erreichen.

Kernziel der Ökomodellregionen sei es, die regionalen Wertschöpfungsketten für Bio-Produkte auszubauen und damit den ländlichen Raum und die regionalen Kreisläufe zu stärken. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Vernetzung der Akteure – Landwirte und Erzeuger, verarbeitende Betriebe und Verbraucher sowie der Austausch untereinander. Insbesondere darin als auch in den zusammengetragenen Informationen liege der Mehrwert für die beteiligten Gemeinden, sagte Projektmanagerin Paar.

Mit 20,7 Prozent hat der Öko-Landbau im Oberen Werntal einen im bayern- und deutschlandweiten Vergleich ungewöhnlich hohen Flächenanteil beim Ackerbau. Die Zahl der Öko-Betrieb stieg seit 2016 um 18 auf aktuell 60. Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den Allianz-Gemeinden um 34 zurück, ein anhaltendes Höfesterben, das deutschlandweit festzustellen ist.

Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit verwies Paar auf über 90 Presseveröffentlichungen, Newsletter und die Homepage. 78 Veranstaltungen mit verschiedensten Partnern gab es bisher, darunter 25 Betriebsführungen. Als Beispiele nannte sie Biomärkte, Wertschätzungskurse zum heimischen Streuobstbestand oder auch Umsteller-Tage mit Informationen zu Öko-Anbau, Vermarktungsmöglichkeiten und Ansprechpartner.

Aktuelle Themenschwerpunkte legte 2018 ein Strategieseminar fest: Aufbau von Wertschöpfungsketten im Öko-Ackerbau und bei der tierischen Erzeugung, Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung für Ökolandbau, Bio-Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung etwa für Kindergärten und Wertschätzung von heimischen Streuobst mit dem Ziel einer verstärkten Verwertung von regionalem Obst.

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