Schweinfurt

"Die Schöne und das Biest": Anmut und tänzerische Power

Begeisterungsstürme: Das Rumänische Staatsballett präsentierte "Die Schöne und das Biest" im Theater der Stadt Schweinfurt.
Begeisterten Applaus gab es für das Rumänische Staatsballett mit "Die Schöne und das Biest".  Foto: Corina Radu

Schon an seinem 18. Geburtstag droht dem edlen Prinzen Ungemach: Er hat das Geschenk einer Fee zurückgewiesen, aus Zorn darüber verwandelt sie den Königssohn in ein abscheuliches Biest. Ihr Fluch kann nur aufgehoben werden, wenn das hässliche Wesen ein schönes Mädchen findet, das ihn vorurteilslos liebt. Doch die goldene Sanduhr läuft: Wenn das letzte Sandkorn im Stundenglas fällt, muss das Biest diese Schöne gefunden haben. Sonst droht ihm der Tod. Das Abenteuer beginnt.

Zauberhaft erzählt

Wer kann solch spannende Märchen wie hier "Die Schöne und das Biest" so zauberhaft erzählen wie das Rumänische Staatsballett "Fantasio" aus Konstanza am Schwarzen Meer? Vor einem Jahr hatte dies die Compagnie mit dem Märchenballett "Die Schneekönigin" schon einmal so eindrucksvoll bewiesen. Auch diesmal standen am glücklichen Schluss der zweimal ausverkauften Vorstellung Riesenapplaus, Begeisterungsrufe, Bravos für die hochkarätigen Solisten Irina Mihaiu als Belle, die Schöne, Adrian Mihaiu als Prinz und Bogdan Birsanescu als das Biest. Bravorufe auch für  Keito Shimomura als Belles Bruder Grujon, der mit jugendlicher Power und seinen Energie geladenen Sprüngen hellauf begeisterte.

Musik von Peter Tschaikowsky

Wieder zeigt Choreograf  Horatiu Chereches in der tänzerischen und pantomimischen Umsetzung des Märchens sein hohes Können:  Er hat zum Ablauf der Handlung mit sicherem Gespür passende Kompositionen von Peter Tschaikowsky ausgesucht. Animiert von der Schönheit dieser Musik entwirft Chereches 14 zauberhafte Bilder (Bühne und Kostüme Natalia Kornilova), in denen seine exzellente Compagnie das Märchen zum Leben erweckt.

Beim Geburtstag im Schloss stellt sich das große Corps de ballet bei einer Polonaise in prächtigen Kostümen und mit höfischen Schrittfolgen vor. Klassisches Ballett in seiner schönsten Form. Solche beeindruckenden Ensemble-Szenen, Disziplin jeder Compagnie, wiederholen sich im geheimnisvollen Palast des Biests, auf dem Marktplatz oder im Finale, in dem Belle und der nun zurück verwandelte Prinz Hochzeit feiern. "Fantasio" verwandelt das Fest in einen wogenden Goldrausch.

Leckerbissen für die Freunde des klassischen Balletts sind natürlich die Pas de deux’ – und sie werden nicht enttäuscht. Adrian und Irina Mihaiu als Prinz und Belle verraten schon im ersten Tanz ihre gegenseitige Zuneigung: Die Primaballerina wird bei ihren Posen, Balancen und Pirouetten auf Spitze vom Partner gehalten, geführt und gehoben, beide lassen sich in einen Fluss der Harmonie der zärtlichen Tschaikowsky-Klängen fallen.

Grazie und Kraft 

Grazie und Kraft, ein sich Trennen und sich Finden, stehen im Mittelpunkt des großen Pas de deux zwischen Belle und dem Biest in dessen Palast. Bogdan Birsanescu beeindruckt neben seinem tänzerischen Können besonders durch seine darstellerische Kraft: Immer wieder überkommt ihn tiefe Traurigkeit über sein hässliches Aussehen.

Noch unbedingt erwähnenswert bleibt das übrige Solistenensemble: Mizuki Kubota als Rose, Ryan Brown (Belles Vater), Stewart Douglas (Belles Bruder), Cäcilia Ursul (Fee) sowie Mayura Takase und Iguacel Sanchez Casadella als  Belles hochnäsige Schwestern. Fazit: Alle 35 Mitwirkenden sorgten für ein prächtig gelungenes Märchenballett, das Jung aber auch Alt in seinen Bann zog. Schon der Philosoph Friedrich Nietzsche erkannte: "In keinem Lebensalter möchten wir ohne Märchen leben".

Übrigens: Die Freunde des klassischen Balletts können sich den Termin 20. bis 23. Februar 2020 vormerken: Dann läuft in fünf Vorstellungen "Schwanensee" mit der Originalmusik von Peter Tschaikowsky, präsentiert vom Ballett und dem großen Orchester der Ukrainischen Staatsoper Kiew.

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