SCHWEINFURT

Die Schweinfurter Kinder besser unterstützen

Schüler im Unterricht
Viel mehr tun beim Thema Bildung: Die SPD fordert deutlich mehr Engagement von der Stadtverwaltung, der im bayerischen Vergleich sehr schlechten Übertrittquote von Grundschülern ins Gymnasium entgegenzuwirken. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Ob man nach der vierten Klasse in ein Gymnasium oder eine Realschule geht, hängt in Bayern davon ab, wo man wohnt. Mit 38,5 Prozent Übertrittsempfehlungen ist die Stadt Schweinfurt Schlusslicht in Bayern, gefolgt von Weiden in der Oberpfalz (40,3 Prozent) auf dem vorletzten und dem Kreis Bad Kissingen (40,7 Prozent) auf dem drittletzten Platz. Aus Sicht der SPD-Stadtratsfraktion ein katastrophaler Wert.

„Grundsätzlich ist die bayerische Staatsregierung für die Bildungspolitik zuständig. Das ist hinreichend bekannt“, schreibt SPD-Stadtrat Peter Hofmann in seinem Antrag zu den Haushaltsberatungen. Doch es „entbindet nicht die Stadt Schweinfurt der Verantwortung, sich dieser für die Zukunft unserer Stadt negativen Entwicklung entgegenzustellen“. Hofmanns Forderung: Einstellung pädagogischer Hilfskräfte an Schweinfurter Grundschulen, insgesamt 6,5 Stellen. Kosten: 250 000 Euro pro Jahr.

Für Grundschulen mit einem gebundenen Ganztagsangebot (Friedrich-Rückert-Grundschule, Albert-Schweitzer-Grundschule, Körner-Grundschule, Gartenstadt-Grundschule und Kerschensteiner Grundschule) beantragt die SPD je eine Vollzeitstelle für eine pädagogische Hilfskraft, für Grundschulen ohne gebundenes Ganztagsangebot eine halbe Stelle. Das gilt für die Auen-Grundschule, die Schiller-Grundschule und die Dr.-Pfeiffer-Grundschule.

Im Juni vor zwei Jahren habe die SPD im Stadtrat erfolgreich die damals ungesicherte Fortführung der Stelle einer pädagogischen Hilfskraft in der Friedrich-Rückert-Schule beantragt. Als die CSU-Staatsregierung die Stelle einer so genannten Drittkraft einführte, die eine andere Ausrichtung hauptsächlich auf Sprachförderung hat, verabschiedete sich die Stadt „auf stillem Weg von der Aufgabe“, so Hofmann.

Die Lehrer bei erzieherischen Aufgaben unterstützen

Pädagogische Hilfskräfte seien dazu da, gemeinsam mit den Lehrkräften erzieherische Aufgaben zu übernehmen und jenen Kindern, deren Eltern dazu nicht in der Lage oder ausnahmsweise nicht willens sind, eine Arbeits- und Lernstruktur zu geben, so Peter Hofmann.

Gerade bei Familien mit sprachlichen Defiziten oder sozial benachteiligten Familien träten Probleme auf. Neben den sprachlichen Problemen vieler Schüler gehe es um die Bewältigung des schulischen Alltags, auch um einfache Dinge wie Ordnung und Bereitstellen der Schulsachen, Hausaufgaben oder fehlende Motivation. Die pädagogische Hilfskraft unterstütze die Lehrer bei der Umsetzung von Ordnungsregeln und der täglichen Übungsarbeit in enger Absprache. Es habe sich an vielen Schulen gezeigt, dass „eine solche personelle Investition zu deutlich sichtbaren Erfolgen im Bereich Leistung, personelle Entwicklung und Sozialverhalten führt“, betont Hofmann.

Chancengleichheit herstellen

Natürlich müsse nicht jedes Kind aufs Gymnasium, so Hofmann. Es gehe aber darum, Chancengleichheit für alle Schulkinder der Stadt herzustellen. Aus seiner Sicht „geht es hier um die Zukunft unserer Stadt und der Kinder unserer Stadt. Investition in den Bildungsbereich ist Investition für eine bessere Sozialstruktur. Diese Investition ist auch rein wirtschaftlich betrachtet eine richtige, denn hier geht es auch um die Frage, ob die Stadt künftig mehr Einkommensteuerzahler hat und weniger Sozialleistungsbezieher oder nicht.“

Unterstützung bekommt Hofmann vom Arbeitskreis Schule und Bildung der SPD Schweinfurt, der ebenfalls Handlungsbedarf sieht. Nach Überzeugung des AK-Vorsitzenden Jürgen Eusemann habe „jedes Kind das Recht, unabhängig von seiner Herkunft, in seinen Fähigkeiten optimal gefördert zu werden. Da die Schweinfurter Schüler mit Sicherheit nicht dümmer sind als anderswo in Bayern, sieht die SPD deshalb in ihrer gezielten Förderung den entscheidenden Ansatz zur Steigerung der Bildungsgerechtigkeit in Schweinfurt“.

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