Schweinfurt

Die Wiederauferstehung der Ghostbusters

Bei der Comic Con in Stuttgart scharten sich die Fans um das vom Schweinfurter Stop-Motion-Filmer Jürgen Kaiser gebaute Modell des Ghostbusters-Feuerwehrhauses für seinen neuen Fan-Film. Foto: Jürgen Kaiser

JK Produktion Stop Motion Studio – das ist der offizielle Titel der Filmproduktion des Schweinfurters Jürgen Kaiser, der sich in Filmkreisen einen Namen gemacht hat. An  seinem neuen Projekt, einem "Ghostbusters"-Fan-Film (wir berichteten), arbeitet Kaiser seit zwei Jahren und kommt Stück für Stück vorwärts. Im Herbst stellte er das fertige Modell des legendären Feuerwehrhauses vor, nun gibt es weitere Kulissen wie einen Raum mit den Schränken der Ghostbusters und natürlich der Stange, an der sie bei Einsätzen vom ersten Stock ins Erdgeschoss rutschen.

Nach dem Erfolg seines Star-Trek-Fanfilms „Star Trek Enterprise II: Der Anfang vom Ende“ in Stop-Motion-Technik, der im Sommer 2016 im Weltbio-Kino in Schweinfurt Premiere hatte, arbeitet Kaiser jetzt an seinem „Ghostbusters“-Projekt. Das liegt zum einen daran, dass die amerikanischen Filmstudios die Produktion von Fan-Filmen mit harten Auflagen erschwert haben und deswegen ein weiterer Star-Trek-Film nicht realisiert werden konnte. Zum anderen aber sind die Ghostbusters für Kaiser "ein Klassiker aus meiner Kindheit".

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1984 kam der erste Teil des Kultfilms mit Dan Aykroyd und Bill Murray in die Kinos, seine Strahlkraft hat er unter Filmfreunden nicht verloren. Die genaue Handlung seines neuen Films, der in zwei bis drei Jahren fertig sein soll, verrät Kaiser nicht. In den geplanten 20 bis 30 Minuten geht aber die alte Garde um Spengler, Stantz und Venkman wieder auf Geisterjagd, inklusive kleinem Seitenhieb auf die neue Riege, die 2016 in die Kinos kam. 

Weitere Kulissen für seinen Ghostbusters-Fan-Film hat der Schweinfurter Jürgen Kaiser fertiggestellt. Foto: Jürgen Kaiser

Wer Kaisers bisherige Filme gesehen hat, schätzt die Detailtreue des Messefacharbeiters bei ZF. Das sieht man den Kulissen an, das spiegelt sich im 14-seitigen Drehbuch wider. Und sorgte für Faszination bei der Comic Con in Stuttgart im Herbst vergangenen Jahres. Kaiser durfte dort das trotz Maßstab 1:18 über einen Meter hohe Modell des dreistöckigen Feuerwehrhauses vorstellen. Kaisers Version der Feuerwache und auch die neuen Kulissen sind unglaublich: aus Holz, Papier und Pappmasché, innen mit den typischen gekachelten Säulen und außen New Yorker Backstein-Optik. Es gibt Flipperautomat, Marshmallows mit dem Marshmallow-Mann auf der Packung, Twinkies, Billardtisch mit Kugeln. Er wolle "die Kontinuität wahren", so Kaiser. Bei entsprechenden Blickwinkeln fällt es schwer, das Ghostbusters-Modellauto nur als Modell des ECTO-1 in der Garage wahrzunehmen. Kaisers Action-Figuren sind 30 Zentimeter hoch und noch realistischer. Sehenswert auch die Computer-Animationen, wie das grüne, unförmige Monster Slime, der berühmte Marshmallow-Mann oder die städtische Umgebung, in der die Modelle eingebettet werden.

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Stop-Motion-Technik ist die wahrscheinlich aufwändigste Art, einen Film zu produzieren. Es werden bis zu 30 aneinandergereihte Einzelbilder fotografiert – für eine Sekunde Film. Millimeter für Millimeter verschiebt Kaiser seine „Schauspieler“, um eine Bewegung entstehen zu lassen. Bei Dialogen werden die Münder durch Computer-Bearbeitung bewegt. Eine Sekunde Film wird mit einer Stunde Drehzeit veranschlagt.

Mit Stop-Motion-Filmen begann Jürgen Kaiser 2005. Drei Jahre später kam der erste Star-Trek-Fan-Film "Der Zeitspiegel" heraus. Seinen bisher größten Erfolg feierte er 2016 mit dem zweiten Star-Trek-Enterprise Fan-Film "Der Anfang vom Ende". Der gewann beimCamgoo Award, war bei Tele 5 im Fernsehen zu sehen und hat 843 420 Aufrufe sowie 4555 Gefällt-mir-Klicks auf der Internet-Film-Plattform Youtube. Die 713 Kommentare zu dem Film sind zum größten Teil euphorisch.

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