GRAFENRHEINFELD

Die „Wolke“ zog nach Südwest

Die „Wolke“ zog nach Südwest       -  (ue) Im Katastrophenfilm „Die Wolke“ nach dem Roman von Gudrun Pausewang verläuft die Evakuierung von Schweinfurt, nach einem Super-GAU im nahen Atomkraftwerk, höchst dramatisch und chaotisch: Menschen werden in Panik totgefahren, kämpfen um einen Platz im rettenden Zug. Geht es nach den Behörden, sollen reale Notfallmaßnahmen geordneter ablaufen. Nach Informationen der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“ ist  von der Strahlenschutzkommission des Bundes-Umweltministeriums eine Ausdehnung der Evakierungszonen um den Meiler Grafenrheinfeld, von zehn auf zwanzig Kilometer, angedacht. Entschieden werde auf der Bundesinnenministerkonferenz Anfang Dezember in Osnabrück (wir berichteten). Auch aus diesem Anlass versammelten sich, auf Einladung des Schweinfurter Aktionsbündnisses gegen Atomkraft und des „Bund Naturschutz“, rund  60 Menschen am Main bei Grafenrheinfeld, um „5 vor 12“ etwa 500 Gasballons mit Infokarten steigen zu lassen: zeitgleich mit Aktionen an sechs weiteren AKW und einem Forschungsreaktor in Berlin. Der Flug soll die Ausbreitung  radioaktiver Stoffe in der Atmosphäre simulieren, mit entsprechender Reichweite des „Fallouts“ bei einem schweren Störfall. Bereits vor zwei Jahren fand, anlässlich „25 Jahre Tschernobyl“ und Fukushima, ein ähnlicher Test statt. Babs Günther vom Aktionsbündnis zitierte einen offenen Brief an die Innenministerkonferenz: Zweieinhalb Jahre nach Fukushima seien für den deutschen Katatrophenschutz noch „keinerlei ernsthafte und seriöse Konsequenzen“ getroffen worden. „Auch zwanzig Kilometer Radius wären  reine Makulatur“, sagte Günther. Laut Brief müssten in 170 Kilometer Umkreis nachweisbar Menschen evakuiert und Strahlenopfer behandelt werden können – oder die AKW sofort abgeschaltet werden. Schwebheims Bürgermeister Hans Fischer kritisierte, dass nicht einmal in aktuellen Auffanggemeinden, wie Hammelburg oder Kitzingen, Notfall-Pläne bekannt seien. Die gestarteten Ballons zogen mit etwa 30 km/h nach Südwest, erste Funde wurden nach zwei Stunden 60 Kilometer entfernt im Hafenlohrtal, später aus Karlstadt gemeldet.
(ue) Im Katastrophenfilm „Die Wolke“ nach dem Roman von Gudrun Pausewang verläuft die Evakuierung von Schweinfurt, nach einem Super-GAU im nahen Atomkraftwerk, höchst dramatisch und chaotisch: Menschen werden in Panik totgefahren, kämpfen um einen Platz im rettenden Zug. Geht es nach den Behörden, sollen reale Notfallmaßnahmen geordneter ablaufen. Nach Informationen der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“ ist von der Strahlenschutzkommission des Bundes-Umweltministeriums eine Ausdehnung der Evakierungszonen um den Meiler Grafenrheinfeld, von zehn auf zwanzig Kilometer, angedacht. Entschieden werde auf der Bundesinnenministerkonferenz Anfang Dezember in Osnabrück (wir berichteten). Auch aus diesem Anlass versammelten sich, auf Einladung des Schweinfurter Aktionsbündnisses gegen Atomkraft und des „Bund Naturschutz“, rund 60 Menschen am Main bei Grafenrheinfeld, um „5 vor 12“ etwa 500 Gasballons mit Infokarten steigen zu lassen: zeitgleich mit Aktionen an sechs weiteren AKW und einem Forschungsreaktor in Berlin. Der Flug soll die Ausbreitung radioaktiver Stoffe in der Atmosphäre simulieren, mit entsprechender Reichweite des „Fallouts“ bei einem schweren Störfall. Bereits vor zwei Jahren fand, anlässlich „25 Jahre Tschernobyl“ und Fukushima, ein ähnlicher Test statt. Babs Günther vom Aktionsbündnis zitierte einen offenen Brief an die Innenministerkonferenz: Zweieinhalb Jahre nach Fukushima seien für den deutschen Katatrophenschutz noch „keinerlei ernsthafte und seriöse Konsequenzen“ getroffen worden. „Auch zwanzig Kilometer Radius wären reine Makulatur“, sagte Günther. Laut Brief müssten in 170 Kilometer Umkreis nachweisbar Menschen evakuiert und Strahlenopfer behandelt werden können – oder die AKW sofort abgeschaltet werden. Schwebheims Bürgermeister Hans Fischer kritisierte, dass nicht einmal in aktuellen Auffanggemeinden, wie Hammelburg oder Kitzingen, Notfall-Pläne bekannt seien. Die gestarteten Ballons zogen mit etwa 30 km/h nach Südwest, erste Funde wurden nach zwei Stunden 60 Kilometer entfernt im Hafenlohrtal, später aus Karlstadt gemeldet. Foto: Eichler
Im Katastrophenfilm „Die Wolke“ nach dem Roman von Gudrun Pausewang verläuft die Evakuierung von Schweinfurt, nach einem Super-GAU im nahen Atomkraftwerk, höchst dramatisch und chaotisch: Menschen werden in Panik totgefahren, kämpfen um einen Platz im rettenden Zug. Geht es nach den Behörden, sollen reale Notfallmaßnahmen geordneter ablaufen. Nach Informationen der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“ ist von der Strahlenschutzkommission des Bundes-Umweltministeriums eine Ausdehnung der Evakierungszonen um den Meiler Grafenrheinfeld, von zehn auf zwanzig Kilometer, angedacht. Entschieden werde auf der Bundesinnenministerkonferenz Anfang Dezember in Osnabrück (wir berichteten). Auch aus diesem Anlass versammelten sich, auf Einladung des Schweinfurter Aktionsbündnisses gegen Atomkraft und des „Bund Naturschutz“, rund 60 Menschen am Main bei Grafenrheinfeld, um „5 vor 12“ etwa 500 Gasballons mit Infokarten steigen zu lassen: zeitgleich mit Aktionen an sechs weiteren AKW und einem Forschungsreaktor in Berlin. Der Flug soll die Ausbreitung radioaktiver Stoffe in der Atmosphäre simulieren, mit entsprechender Reichweite des „Fallouts“ bei einem schweren Störfall. Bereits vor zwei Jahren fand, anlässlich „25 Jahre Tschernobyl“ und Fukushima, ein ähnlicher Test statt. Babs Günther vom Aktionsbündnis zitierte einen offenen Brief an die Innenministerkonferenz: Zweieinhalb Jahre nach Fukushima seien für den deutschen Katatrophenschutz noch „keinerlei ernsthafte und seriöse Konsequenzen“ getroffen worden. „Auch zwanzig Kilometer Radius wären reine Makulatur“, sagte Günther. Laut Brief müssten in 170 Kilometer Umkreis nachweisbar Menschen evakuiert und Strahlenopfer behandelt werden können – oder die AKW sofort abgeschaltet werden. Schwebheims Bürgermeister Hans Fischer kritisierte, dass nicht einmal in aktuellen Auffanggemeinden, wie Hammelburg oder Kitzingen, Notfall-Pläne bekannt seien. Die gestarteten Ballons zogen mit etwa 30 km/h nach Südwest, erste Funde wurden nach zwei Stunden 60 Kilometer entfernt im Hafenlohrtal, später aus Karlstadt gemeldet.

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