SCHNACKENWERTH

Die fast missratene 1000-Jahr-Feier

Laientheater wiederbelebt: Zur 1000-Jahrfeier Schnackenwerts wurde das Jubiläum Thema auf der Bühne. Foto: Guido Chuleck

Die Grenzbegehung um Schnackenwerth mit den Siebenern und der Waldkörperschaft, das Frühjahrs-Grillen der Eigenheimer mit einem Zweirad-Gottesdienst und natürlich das Hauptfest zu Pfingsten – der kleine Ort Schnackenwerth lässt es zu seinem 1000. Geburtstag ordentlich krachen.

Das ganze Jahr über finden sich im Terminkalender immer wieder spezielle Veranstaltungen, und am Samstag war es ein Freilufttheater am Dorfplatz, mit 350 Zuschauern restlos ausverkauft.

Der Titel lautete sinnigerweise „Die 1000-Jahr-Feier“, ein Lustspiel von Beate Irmisch in drei Akten. Vor elf Jahren hat die Theatergruppe Schnackenwerth letztmals überhaupt gespielt, und so war es im Grunde genommen eine „kleine Premiere“. In dem Lustspiel waren sich Einheimische und „Neigschmeckte“, sprich die Eingesessenen aus Alt-Schnackenwerth und die Zugezogenen im Neubaugebiet Obere Point überhaupt nicht grün. Dass sich das Festkomitee, bestehend aus Einheimischen und Neubürgern, in keiner Weise einigen konnte und sich seit Wochen in den Haaren lag, war die Ausgangslage für das Lustspiel.

So war zum Beispiel der Friseur und Theaterregisseur Heinz Lockenpracht (schreiend gut in Kostüm und Spiel: Harald Kraus) nicht einverstanden, dass „sein“ Theaterstück nur ein Einakter werden sollte. Und Wachtmeister Hugo Gänseklein (Dominik Hauck) wollte partout nicht die „verschrumpelte“ Eugenie Schlotterbeck (Monika Müller) auf der Theaterbühne anschmachten – und die nicht angeschmachtet werden.

Kurz und gut, es herrschte Streit auf sämtlichen Ebenen. Da hatten der für beide Ortsteile zuständige Pfarrer Gottlieb Wendehals (Konrad Bonengel) und der Bürgermeister Hannes Klug (Sebastian Hauck) alle Hände voll zu tun, um irgendwie ein anständiges und konfliktfreies Fest auf die Beine zu stellen. Der Bürgermeister hatte die zündende Idee: Er lud eine Moderatorin des Bayerischen Rundfunks ein, die das Fest moderieren sollte. Und da sich keiner die Blöße geben wollte, als Streithansel von der Moderatorin bezeichnen zu werden, wurde es doch noch ein recht harmonisches Fest.

Schade eigentlich, dass es bei dieser einen Vorstellung geblieben ist. Denn normalerweise ist Laientheater immer irgendwie tatsächlich laienhaft. Mal kommt ein Schauspieler mit einer genialen Rolle hölzern daher, mal wirkt das Geschehen auf der Bühne eher wie ein rumpeliges Bauerntheater. Alles das traf auf die Theatergruppe Schnackenwerth überhaupt nicht zu. Natürlich waren alle Laien, und natürlich gab es auch mal zwischendurch ungewollt etwas Leerlauf. Die Schauspieler aber zeigten durch die Bank eine so gute spielerische Qualität, dass es jammerschade wäre, wenn es bei dieser einen Theateraufführung bleiben würde.

Der nächste Punkt in der 1000-Jahr-Feier ist im September der fränkische Abend mit Mundart, Liedern und Volksmusik in der Scheune von Hermann Pfister.

Im November feiert die Gemeinde ihr Kirchweihvergnügen im Sportheim des SV, bevor im Dezember mit einem Adventskonzert in der Kirche mit der Blaskapelle Schnackenwerth das festliche Jahr ausklingt.

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