GEROLZHOFEN

Die unendlichen Weiten einer utopischen Zukunft

Nicht im Spitalgarten in Gerolzhofen, sondern im romantischen Hof des Winzerhofes Maria und Winfried Ernst in Rügshofen fand die 14. Lesenacht von Geo-net statt. Das Thema war „Unendliche Weiten”. Main-Post-Redakteur Josef Schäfer (links vorne) las wie gewohnt aus dem Buch „Rasender Reporter” von Egon Erwin Kisch vor.
Nicht im Spitalgarten in Gerolzhofen, sondern im romantischen Hof des Winzerhofes Maria und Winfried Ernst in Rügshofen fand die 14. Lesenacht von Geo-net statt. Das Thema war „Unendliche Weiten”. Main-Post-Redakteur Josef Schäfer (links vorne) las wie gewohnt aus dem Buch „Rasender Reporter” von Egon Erwin Kisch vor. Foto: Karin Sauer

Jeder hatte sie bestimmt schon einmal in seinem Leben: die Sehnsucht nach der unendlichen Weite. Die der Wüste, des Meeres, des Himmels oder des Universums. Unendliche Weite, das bedeutet Freiheit und sich eins zu sein mit sich selbst. „Unendliche Weiten“ war das diesjährige Motto der Geo-net Lesenacht.

Da es eine Veranstaltung im Spitalgarten unmöglich machte, wie gewohnt die Lesungen im Spitalhof durchzuführen, musste man in die „unendliche Weite“ nach Rügshofen ausweichen, so Stadträtin Birgid Röder, die die Gäste im Winzerhof von Maria und Winfried Ernst begrüßte.

Irmgard Fröhling, seit Anfang an bei den Lesungen dabei, begann mit dem preisgekrönten Roman von Saint-Exupéry „Wind, Sand und Sterne“. Es beinhaltet seine Erlebnisse als Pilot und Journalist auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Er erzählt in einem Kapitel wie er einmal in der Wüste notlanden musste und unter dem Sternenhimmel eine tiefe Verbundenheit mit der Erde fühlte.

Die Literaturliebhaberin begeisterte noch mit Ausschnitten aus dem nie unmodern werden Buch „Der kleine Prinz“, ein Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit. Und wenn Irmgard Fröhling liest, dann darf eine Rezitation eines Gedichtes nicht fehlen, in diesem Fall „Die Sternenseherin“ von Matthias Claudius

Mit Kisch auf dem Meeresboden

Setzt sich Main-Post-Redakteur Josef Schäfer in den Vorlesesessel, weiß ein jeder, was jetzt kommt: eine Geschichte seines – „von früher Jugend an“ – Lieblingsschriftstellers Egon Erwin Kisch. „Ein Spaziergang auf dem Meeresboden“ , eine Geschichte aus dem Buch „Der Rasende Reporter“. Es sind die Erlebnisse eines Menschen, der eingezwängt in einem altmodischen Taucheranzug, am Meeresgrund eine Muschel aufheben will und feststellt, es nicht geht. Ein Erlebnis, das es nur auf dem Meeresgrund gibt. Wie immer bei Kisch konnte sich das Publikum das Lachen nicht verkneifen.

Von der offenen Behindertenarbeit der Diakonie in Schweinfurt las Sabrina Thauren aus dem Buch „Volle Lotte“ von Alexandra Lüthen. Es ist eine Geschichte, geschrieben in einfacher Sprache, von der Zuneigung zweier Jugendlichen. Ihr Partner Philipp Hass konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht auftreten.

Landtagsabgeordnete Kerstin Celina aus Kürnach wählte in diesem Jahr Auszüge aus der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Ende. Das Werk gehört mittlerweile zu den Klassikern der Kinder- und Jugendliteratur.

Rassismus und Armut überwinden

„Star Trek“, einen Roman von Gene Roddenberry, hatte Birgid Röder ausgewählt. Das Buch beschreibt eine utopische Zukunft, in der die Menschheit enorme soziale und technische Fortschritte erreicht hat. Sie hat die meisten heutigen Probleme wie soziale Ungleichheit, Rassismus, Intoleranz, Armut und Krieg überwunden. Sie ist zu einer globalen Einheit zusammengewachsen.

In ihrem zweiten Vortrag beschäftigte sich Birgid Röder mit Sven Heinzigs „Gedankenkosmus“ - Die unendlichen Weiten eines Grüblers. Es ist die Welt eines Denkers, der schon in der Jugend versuchte, das Dahinter zu entdecken.

Die unendlichen Weiten Afrikas, kennengelernt auf eine Reise durch Botswana und Namibia, animierten Reginhard von Hirschhausen, aus dem Buch I „Mma Ramotswe und das verhängnisvolle Bett“ von Alexander McCall Smith vorzulesen. Mma Ramotswe ist eine Frau, die Unmengen von Rotbuschtee trinkt und dabei die heikelsten Fälle, wie die des Unglücksbettes in einer Klinik, oder ist ihr Mann ein Ehebrecher, löst.

Eigene Grenzen überschreiten

„Der große Trip – tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst“ gelesen von Heidi Kiesel ist ein Muss für Liebhaber großer und strapaziöser Wanderwege. Cheryl Strayed beschreibt ihre Geschichte, als sie sich mit 26 Jahren und einem Loch im Herzen entschloss, den Pacific Crest Trail zu erwandern. Ihre Kräfte brachten sie dabei oftmals an ihre Grenzen und darüber hinaus.

Die Kapelle „Isabellas“ aus Volkach untermalte die Veranstaltungen – passend zum Thema des Abends – mit Melodien wie „Far away“, „Fly me to he moon“ oder „Über den Wolken“.

Bedauerlich war nur, dass so wenig Gerolzhöfer den Weg in die „unendliche Weite“ nach Rügshofen zu dieser kulturell interessanten Veranstaltung fanden.

Sabrina Thauren (rechts) las eine Geschichte in einfacher Sprach „Volle Lotte”. Leider konnte ihr Lesepartner Philipp Hass aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Vicky West (links) stellt ihn anhand eines Fotos aber trotzdem dem Publikum vor.
Sabrina Thauren (rechts) las eine Geschichte in einfacher Sprach „Volle Lotte”. Leider konnte ihr Lesepartner Philipp Hass aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Vicky West (links) stellt ihn anhand eines Fotos aber trotzdem dem Publikum vor. Foto: Karin Sauer

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