SCHWEINFURT

Digitalisierung und ihre Folgen für Arbeitsplätze

Ausstellung "Die Roboter kommen!"
Die Digitalisierung und ihre Auswirkung auf die Arbeitsplätze des produzierenden Gewerbes soll Thema einer Sondersitzung des Stadtrates sein. Unser Bild zeigt einen Industrieroboter im Museum für Kommunikation in Berlin. Er gehört zu der Ausstellung „Die Roboter kommen! Mensch – Maschine – Kommunikation“. Foto: Rainer Jensen/dpa

Die Schweinfurter Linken und Liberalen haben bisher wenig Gemeinsamkeiten. Jetzt aber fordern der Stadtratsfraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, Frank Firsching, und Georg Wiederer (FDP) in einem gemeinsamen Antrag eine Sondersitzung des Stadtrats mit einem einzigen Thema: die Industrie in Schweinfurt.

Firsching/Wiederer haben dieser Sondersitzung auch gleich einen Namen gegeben: „Entwicklung einer aktiven Industriepolitik für die Stadt Schweinfurt“. Die geforderte Zusammenkunft des Vollplenums solle „Startschuss für eine aktive Industriepolitik der Stadt Schweinfurt“ sein, schreiben sie, ein deutlicher Wink an die Rathausspitze. Zudem helfe die Debatte, der Bedeutung eines Antrags von SPD-Stadtrat Norbert Lenhard „in angemessener Weise gerecht zu werden“. Lenhard, der auch Gesamtbetriebsratsvorsitzender von FAG/Schaeffler ist, hatte das Engagement der Stadt in dieser Richtung schon mehrfach kritisiert und ein „Fremdeln“ bezeichnet.

Firsching und Wiederer nennen die Industrie in ihrem Antrag „die große Säule der wirtschaftlichen Stärke unserer Stadt“. Etwa 25 000 Arbeitsplätze seien ihr direkt, viele weitere indirekt zuzuordnen. Damit hänge das wirtschaftliche Wohl von Stadt und Umland von der Entwicklung der Industrie in doppelter Hinsicht maßgeblich ab. Einerseits garantierten gut bezahlte Arbeitsplätze den Menschen eine sichere Lebensgrundlage, andererseits ermöglichten die Erträge aus der Gewerbesteuer der Stadt die nötigen Investitionen in die Zukunft.

Deshalb müsse sich die Stadt intensiv mit dem Thema Industriepolitik auseinandersetzen, auch vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung. Die Stadträte verweisen auf eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom Januar 2017 zur wichtigen Frage, inwieweit Tätigkeiten, die bisher von Menschen ausgeführt werden, durch Computer oder computergesteuerte Maschinen übernommen werden können (Substituierbarkeits-Potenzial). Die Studie zeige, dass Fertigungs- und fertigungstechnische Berufe das höchste Substituierbarkeits-Potenzial in sich tragen, während das Potenzial bei sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen nur gering ausfällt.

Bei den Kreisen und kreisfreien Städten variiert der Anteil der Beschäftigungsverhältnisse, die ein hohes Substituierbarkeitspotential aufweisen, zwischen sieben Prozent in München und gut 30 Prozent in Schweinfurt.

Die Nachricht, dass schon heute ein Drittel der Beschäftigungsverhältnisse in Schweinfurt durch die Digitalisierung wegfallen könnte, „sollte ernst genommen werden“, schreiben Firsching/Wiederer. Auch wenn dieses Szenario möglicherweise erst übermorgen eintritt, „sind wir uns sicher, dass wir uns stärker als bisher mit diesen Entwicklungen beschäftigen müssen“.

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