Gerolzhofen

Eck kritisiert Knoblach: "Klamauk anstelle ernsthafter Arbeit"

Innenstaatssekretär Gerhard Eck kritisiert den grünen Abgeordneten Paul Knoblach wegen dessen Öffentlichkeitsarbeit: Verdächtigungen und "platte Lügen" statt seriöser Arbeit.
Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck hat in einem offenen Brief den grünen Landtagsabgeordneten Paul Knoblach wegen dessen Öffentlichkeitsarbeit scharf angegriffen.  Foto: Silvia Gralla

"Zu meinem großen Bedauern stelle ich immer wieder fest, dass Sie im Rahmen Ihrer Öffentlichkeitsarbeit, vor allem in den sogenannten sozialen Medien, gegen alle Prinzipien eines geordneten Umgangs miteinander verstoßen." In einem offenen Brief fordert der CSU-Landtagsabgeordneter Gerhard Eck mit deutlichen Worten seinen Landtagskollegen von Bündnis 90/Die Grünen, Paul Knoblach, auf, die politische Auseinandersetzung in Sachfragen künftig seriöser zu führen. Eck hat seinen Brief den Medien zur Verfügung gestellt.

"Sie scheuen sich nicht vor der Verbreitung von Halbwahrheiten, Verdächtigungen und Unterstellungen bis an die Grenze der Beleidigung und der platten Lüge gegen Behörden, Institutionen, Ämter, Firmen und Personen und natürlich gegen mich persönlich", schreibt Eck an Knoblach. "Damit befeuern Sie ganz persönlich die unsägliche Verrohung der Umgangsformen und der Sprache, die allenthalben am Umgangston in den sozialen Netzwerken kritisiert werden." 

So könne und dürfe die gesellschaftlich notwendige Diskussion von Sachthemen in einer Demokratie aber nicht geführt werden. "Ich nehme es nicht länger stillschweigend hin, dass Sie den Umgangston aggressiv verschärfen, um aufzufallen, und nur noch Populismus betreiben, um Ihrer Wählerschaft zu gefallen."

Knoblach habe in jüngster Zeit behauptet, so Eck, dass der Freistaat Bayern nicht genug getan habe zum Erhalt des Schlosses Mainberg. "Das habe ich Ihnen widerlegt." Dann habe sich Knoblach mit unrealistischen Forderungen zum Ankerzentrum in Geldersheim geäußert. "Auch hier musste ich Sie mit Fakten korrigieren." Knoblach habe zum Nationalpark Steigerwald geschwiegen, um sich dann als „Retter der Steigerwald-Buchen“ aufzuspielen und damit bewiesen, dass ihm nichts zu schade sei, um seinem Klientel zu gefallen. "In die gleiche Rubrik fallen Ihre Aussagen über die Jagd im Sommer dieses Jahres."

Gerhard Eck schreibt weiter: "Das Spiel, das Sie aktuell im Zusammenhang mit der Steigerwaldbahn treiben, übersteigt endgültig das Maß dessen, was ich bereit bin, noch länger hinzunehmen. Zusätzlich zu allen Unterstellungen der Vergangenheit behaupten Sie aktuell in einem Video, dass ich zum Rückbau der Gleise der Steigerwaldbahn in Kitzingen aufgefordert hätte, was natürlich jeder Grundlage entbehrt." Die Stadt Kitzingen selbst habe größtes Interesse am Abbau der Gleise, um endlich mit dem Bau städtischer Verkehrsprojekte im Bereich der ehemaligen Trasse beginnen zu können.

"Ihr nicht akzeptables Verhalten färbt ab und macht Schule unter Ihren grünen Parteifreunden. Diese behaupten öffentlich, sicherlich mit Ihrem Wissen oder in Ihrem Auftrag, dass die Untere Naturschutzbehörde vor dem Gleisrückbau in Kitzingen nicht eingebunden worden wäre. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass die Untere Naturschutzbehörde bei Aufnahme der Arbeiten anwesend war und das gewählte, schonende Verfahren zum Gleisrückbau für gut geheißen hat."

Unter dem Beifall Knoblachs habe der grüne Parteifreund Thomas Vizl öffentlich in einer Kreistagssitzung erklärt, dass es beim Verkauf der Trasse durch die Deutsche Bahn zu Unregelmäßigkeiten gekommen wäre, weil der Verkauf der Trasse nicht an den Höchstbietenden erfolgt sei. Damit würden Vizl und Knoblach der Bahn einen Verstoß gegen die Vergaberichtlinien unterstellen und einen offensichtlichen Betrug. "Wie weit wollen Sie und Ihre Freunde denn noch gehen? Bis an die Grenze der Strafbarkeit?", fragt Eck.

Als Abgeordneter einer demokratisch legitimierten Partei im Bayerischen Landtag sollte man sich seiner Verantwortung bewusst werden, die demokratisch notwendige Auseinandersetzung in Sachfragen seriös zu führen, macht Eck klar. "Wer Klamauk anstelle ernsthafter Arbeit treibt, fördert die Politikverdrossenheit." Er jedenfalls werde künftig nicht mehr schweigend zusehen, schreibt Eck. Er werde jeder von Knoblach und seinen "grünen Freunden" verbreiteten Desinformation in Zukunft mit einer öffentlichen Gegendarstellung begegnen.

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