Schweinfurt

Ein Blechschaden, der richtig Spaß macht

Bob Ross und seine Brassband Blechschaden gastieren am Faschingssamstag auf der Maininsel. Lokale Blechbläser könnten Teil des Konzerts werden. Wie das geht?
Er macht Musik, schreibt Bücher, sprüht nur so vor Geschichten und eigentlich hat er immer gute Laune. Bob Ross ist der Blechschaden-Boss.
Er macht Musik, schreibt Bücher, sprüht nur so vor Geschichten und eigentlich hat er immer gute Laune. Bob Ross ist der Blechschaden-Boss. Foto: Helmut Glauch

Nein, ein schlechter Autofahrer sei er nicht, verkündet Bob Ross lächelnd. Auch an den eigenen Fahrkünsten liegt es also nicht, dass sein Ensemble, mit dem er nun schon seit 35 Jahren erfolgreich unterwegs ist, ausgerechnet "Blechschaden" heißt.  Der Name, der fiel einem Kollegen eher zufällig ein und hat wohl viel mehr mit dem unbändigen Spaß zu tun, den die "Elf Blechbläser plus Trainer" überall verbreiten, wo sie eine Bühne betreten.   

Humor als Würze der Musik

Bob Ross ist dieser "Trainer" und seine Mannschaft, dass sind allesamt Blechbläser allererster Güte, die auch in ihrem Hauptjob als Bläserabteilung der Münchner Philharmoniker schadensfrei  und ohne Kratzer durch die schwersten Stücke kommen. Ross, geboren im schottischen Kirkcaldy, ist seit 43 Jahren Hornist in Orchestern, die letzten 40 Jahre davon bei den Münchner Philharmonikern. Warum ausgerechnet Hornist? "Das Instrument habe ich wegen meines Asthmas gewählt", sagt der stets gut aufgelegte Schotte, der einst am Royal College of Music in Glasgow studierte und später ein Stipendium an der Musikhochschule in Köln innehatte, bei seinem Redaktionsbesuch. Im April wird er 65, bei den Philharmonikern hat er kürzlich die Rente eingereicht, doch musikalisch hochwertige Blechschäden werden weiter mit Leidenschaft und Humor angerichtet. 

Zum Beispiel am Faschingssamstag, 2. März, ab 20 Uhr im Konferenzzentrum auf der Schweinfurter Maininsel. Schuberts Unvollendete als Salsa, Beethoven als Tango, Wagners Ring in vier Minuten, Bachs Toccata in der sparsamen schottischen Fassung ohne Orgel – wer ein Blechschaden-Konzert besucht weiß was ihm blüht. "Mit Humor geht alles", so Bob Ross, der in seinen mehr als vier Jahrzehnten  als Münchner Philharmoniker auch gelernt hat, dass die Leute nicht nur still dasitzen, sondern auch Spaß  haben, ja sogar tanzen wollen.  Auch zu letzterem werden die Schweinfurter Gelegenheit haben, spätestens bei Zugaben wie "YMCA" oder "Smoke on the Water", die als Brass-Version noch einmal eine ganz neue Qualität bekommen.    

Zwei Halbzeiten plus Verlängerung

Gute Musiker, gute Stücke verschiedenster Stilrichtungen, hervorragende Arrangements und alles mit Spielwitz und launigen Dialogen serviert. So in etwa lässt sich in Kurzform zusammenfassen, was Bob Ross und seine Blechschaden-Mannschaft für die Dauer eines Fußballspiels samt Verlängerung zu bieten haben. Dazu kommt ein "Schweinfurt-Special". Bob Ross lädt Ensembles oder eine Kapelle ein, live beim Konzert mitzumischen. "Wer mitmachen will als Vorgruppe oder als Verstärkung beim Finale, einfach melden unter blechschaden@t-online.de" ermuntert Bob Ross lokale Blechbläser dazu sich dafür zu bewerben. "Es wird eine Party und niemand soll sich hinterher beschweren er habe nicht gewusst, dass wir hier spielen", erklärt der Mann mit der geringen Körpergröße (1,58 Meter) und dem Riesen-Musikerherz.     

Video

Nach Franken und Bayern kommt Bob Ross, der im ganzen Land große Hallen füllt, recht gerne. "In Franken gibt es eine ähnlich starke Blechbläsertradition, wie in meiner schottischen Heimat".  In Schottland, jetzt kehren wir doch noch einmal zu den Anfängen zurück, hat das auch alles angefangen mit dem "Blechschaden".  Für knapp drei Pfund habe er vor 35 Jahren dort einem ehemaligen Studienkollegen Noten abgekauft. Noten mit wunderbaren Arrangements von Stücken, die schottische Bergarbeiter in ihren Brassbands spielen. Die Bläser der Philharmoniker spielten die Melodien auf einer Weihnachtsparty und alle – Zuhörer und Musiker – waren begeistert. Seither gibt es diesen harmonischen Blechschaden mit seinem Markenzeichen Bob Ross am Dirigentenpult, der nicht nur mit Witz den Taktstock schwingt, sondern auch die Schreibfeder, wie er als Buchautor schon mehrfach bewiesen hat.    

Bob Ross und Blechschaden treten am Samstag, 2. März im Konferenzzentrum auf der Maininsel auf. Karten gibt es bei den üblichen Vorverkaufsstellen. 

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Helmut Glauch
  • Blechbläser
  • Bob Ross
  • Hornistinnen und Hornisten
  • Ludwig van Beethoven
  • Münchner Philharmoniker
  • Schottland
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!