Oberlauringen

"Ein Brautpaar muss nebeneinander laufen können"

Auch im Sommer ein prächtiger Anblick: die Linde am Kirchplatz von Mailes. Foto: Roland Frühwacht

Die Linde an der Kirche in Mailes ist ein ortsbildprägender Baum. Deshalb war es der Wunsch des Dorferneuerungsarbeitskreises, im Ort einen Bodenstrahler für eine Ausleuchtung des Baumes bei Dunkelheit zu installieren. Dazu und noch zu weiteren Punkten der Pläne über den Kirchenumgriff lagen in der Sitzung der Teilnehmergemeinschaft des Pilotprojekts "Dorferneuerung am Haßbergtrauf" die Stellungnahmen der Behörden vor.

Wegen der Schädigung der Baumwurzeln sowie nachtaktiver Insekten lehnt sowohl die Untere Naturschutzbehörde als auch das Amt für Gartenkultur am Landratsamt Schweinfurt den Einbau eines Bodenstrahlers ab. Die Teilnehmergemeinschaft möchte dies jedoch weiterhin vorsehen. Sie sieht die Möglichkeit, diese Ausleuchtung des Baumes nur zu besonderen Anlässen einzuschalten.

Wurzelbereich der Linde wird geschont

Um den Wurzelbereich der Linde zu schonen, soll der Kirchenvorplatz nicht quadratisch mit dreimal drei Metern angelegt werden. Die Teilnehmergemeinschaft zeigte sich mit der Abmessung von dreimal acht Metern einverstanden.

Der bisherige Zugang zur Kirche von der Kreisstraße aus soll erhalten bleiben, so die einhellige Meinung im Gremium. "Aus kirchlicher Sicht wäre es fatal, den Zugang zu verlegen", meinte Gerhard Koch. So wirke die Kirche offen. Unter Zustimmung der Anwesenden forderte er, dass die bestehende Breite des Gehweges von 1, 65 Metern erhalten bleiben müsse. "Ein Brautpaar muss auf jeden Fall noch nebeneinander laufen können", fügte er hinzu.

Mit Blick auf die Ausleuchtung des Platzes und der Wege dort schlug zweiter Bürgermeister Winfried Reß vor, die Zuständigkeit zu prüfen.

Das Amt für Denkmalschutz weist auf das eventuelle Vorhandensein von Bodendenkmälern im Kirchenumfeld hin, da dort früher ein Friedhof angelegt gewesen sein könnte. Da sich auch Baudenkmäler dort befinden, wird eine denkmalpflegerische Baubegleitung empfohlen. Wegen des sensiblen Umgangs mit der Linde kommt eine ökologische Baubegleitung hinzu.

Der Anregung statt Betonpflaster dort auch Natursteinpflaster zu verwenden wird aus Kostengründen nicht entsprochen. Zudem hielten einige Vorstandschaftsmitglieder Betonpflaster für pflegeleichter.

Bei der Brauhausstraße in Birnfeld hatte das Amt für Ländliche Entwicklung Schweinfurt auf die allzu große Nähe einer geplanten Sitzgruppe zu einem Betrieb mit Tierhaltung hingewiesen. Mitglieder des dortigen Arbeitskreises "Dorferneuerung" haben daraufhin den Tierhalter angesprochen, der durch das Aufstellen der Sitzgruppe keine Beeinträchtigung erwartet.

Ansgar Albert fragte nach Finanzierungsmöglichkeiten für eine Beschilderung der Bildstöcke in Birnfeld. Veselin Kolev, der seitens des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken (ALE) die Sitzung leitete, wies auf das Regionalbudget für Gemeindeallianzen hin.

"Keiner weiß was Genaues"

Auf Nachfrage von Uwe Schäfer teilte er mit, dass im Frühjahr 2021 die Neuwahlen für die Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft durchgeführt werden. Schäfer bemängelte, nicht genügend über Aktivitäten im Ort, die im Zusammenhang mit der Dorferneuerung stehen, informiert worden zu sein. Bernd Haas aus Oberlauringen, der dem Gemeinderat in Stadtlauringen angehört, meinte: "Keiner weiß was Genaues." Als weitere anstehende Dorferneuerungsprojekte wurden das "Seela" in Mailes und die Theaterscheune in Wetzhausen angesprochen.

Zweiter Bürgermeister Winfried Reß erläuterte ein Schreiben der örtlichen Vorstandschaftsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft an das ALE mit der Bitte, um zügige Weiterführung der Dorferneuerungsmaßnahmen: "Denn zehn bis zwölf Jahre, wie für die Maßnahmen vorgesehen, sind schnell um." Veselin Kolev hielt dagegen, dass es ein Entgegenkommen des ALE gewesen sei, alle vier Ortsteile gleichzeitig in die Dorferneuerung aufzunehmen. Durch die Trägerschaft des Marktes Stadtlauringen bei einigen Projekten konnte vorzeitig begonnen werden, sodass beispielsweise die Ortsdurchfahrt Mailes und der Mehrgenerationenspielplatz in Birnfeld schon realisiert wurden.

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