GEROLZHOFEN

Ein Landratsamt wäre ein Vorteil

Ein Landratsamt wäre von Vorteil

Dass die Gebietsreform von 1972 der Stadt spürbar Nachteile gebracht hat, meint auch Bürgermeisterin Irmgard Krammer. Nach Franz Kreppel, der die Reform als Bürgermeister erlebte, sowie Franz Stephan und Hartmut Bräuer ist sie das vierte Stadtoberhaupt nach dem Verlust des Kreissitzes.

„Wir haben keine Ämter mehr bis auf das Amtsgericht, das aber nur noch auf Sparflamme kocht“, sagt Krammer. „Natürlich wäre es ein Vorteil, hier ein Landratsamt zu haben. Bedienstete würden ihre Kinder hier zur Schule schicken und unsere Infrastruktur nutzen“, sagt Krammer.

Gerolzhofen als Sitz der Verwaltungsgemeinschaft habe ein bisschen von dem Verlust ausgleichen können. „Viele Menschen kommen aus der Umgebung ins Amtsgebäude, um Dinge zu erledigen, die sie in ihrer Gemeinde nicht mehr haben, wie zu Beispiel im Passwesen.“

An erster Stelle der zentralörtlichen Einrichtungen außerhalb der Verwaltung nennt Krammer das Geomaris. Das Bad sei ein Magnet für die ganze Region. Vorteile für die Stadt bringe auch die Zusammenarbeit mit der Region auf Leader-Ebene bis hinüber in den Markt Eisenheim.

Einkaufsstadt

Aber auch außerhalb des Behördengans oder des Schwimmbadbesuchs gibt es noch viele, die Gerolzhofen als Einkaufsstadt nutzen, hat Krammer registriert. Das liege an interessanten Fachgeschäften im Bereich Deko, Basteln, Reifen und Automobil, Landhandel, Zweiradhandel, Lederwaren und Raumausstattung. Diese Geschäfte seien gut eingeführt bei den Menschen bis nach Ebrach, Rauhenebrach, Donnersdorf, ja sogar Prichsenstadt und Wiesentheid. Zum Kristallisationspunkt machen Gerolzhofen darüber hinaus kulturelle Einrichtungen wie Volkshochschule oder Stadtbibliothek sowie Einzelveranstaltungen in der Kultur, die auch Auswärtige interessieren. Ungebrochenen Zulauf finden auch die großen Stadtfeste. „Das hat man zuletzt beim Frühlingsfest gesehen, als in Schweinfurt eine ähnliche Veranstaltung lief, wir aber keine Besuchereinbußen beobachten konnten.“ Traditionelles wie Frühlings-, Wein- und Herbstfest sei durch Neuerungen wie Kunst & Kulinarisches in den Alleen oder den Säulesmarkt sinnvoll ergänzt worden.

Aufwertung

Sehr hilfreich für den Erhalt zumindest eines teils von Zentralität ist in den Augen Krammers das Städtebauförderungsprogramm. Mit Hilfe dieses Programms sind schon viele Schmuckstücke unserer Stadt aufgewertet worden“, sagt Krammer und hebt dabei aus jüngerer Zeit die Marktstraße, die Alte Vogtei und den Spitalgaren hervor, der jetzt endlich einen Pavillon hat. Besonders der Spitalgarten ist ein Gewinn“, sagt Krammer. „Da wollen wir einen Teil des großen Partnerschaftsfestes mit Gästen aus Mamers, Elek, Scarlino und Rodewisch feiern.“

Schließlich habe Gerolzhofen viel zu bieten im Bereich Kinderbetreuung, die inzwischen auch von vielen Gasteltern aus dem Umland genutzt werden. Und von der Grundschule bis zum Gymnasium sind alle Schultypen vorhanden, in die ebenfalls viele Auswärtige gehen. Schließlich sei die medizinische Versorgung mit zwei Kliniken und vielen Fachärzten in der Stadt außerordentlich gut.

Auch der Sport zieht an

Nicht zuletzt der Sport: Hier ziehen vor allen die großen Vereine wie FC oder TV auch auswärtige Spieler und Zuschauer an, die hier in höheren Ligen spielen oder zuschauen können.

Auch der Bürgermeisterin ist aufgefallen, wie viele KT-Nummern jeden Tag in der Stadt zu sehen sind. Das bedeutet, das die Stadt immer noch für viele aus dem Kreis Kitzingen der Ort zum Arbeiten oder Einkaufen ist.

So ordnet denn die Bürgermeisterin auch die Priorität der Städte ganz klar ein, die Zentralität und Kaufkraft von Gerolzhofen abziehen. „Am meisten wirkt sich hier Schweinfurt aus, Würzburg schon viel weniger, Kitzingen und Haßfurt gar nicht.“

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