Herlheim

Ein Lied zog hinaus in die Welt

Bei der Weihnachtsfeier des Frauenbundes konnte jede Anwesende auf einer liebevoll gestalteten Karte alle sechs Strophen des Urtextes von "Stille Nacht, Heilige Nacht" mitverfolgen. Foto: Brigitte Pfister

Die Mitglieder des Frauenbundes, die der Einladung zur Weihnachtsfeier gefolgt waren, erlebten nicht nur einen schönen, sondern auch einen sehr informativen Abend. Denn das Motto lautete: "Die 200-jährige Geschichte von 'Stille Nacht, Heilige Nacht'".

Nach der Begrüßung und Einführung in den Abend durch Doris Schneider, die auch durch das Programm führte, und einem leckeren Essen erfuhren die Anwesenden von Ingrid Mannl sehr viel Wissenswertes über dieses Lied. Pfarrer Andreas Engert untermalte und ergänzte Mannls Bericht mit Fotos, die mit diesem Lied in Zusammenhang stehen und die er während einer Pilgerfahrt mit Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft Marienhain ins Salzburger Land aufgenommen hatte.

Das Lied "Stille Nacht" wird auf der ganzen Erde und in über 300 Sprachen gesungen und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Der aus schwierigen Verhältnissen stammende, sehr musikalische Hilfspfarrer Josef Mohr kam als Aushilfe von Salzburg nach Oberndorf. Dort entwickelte sich eine enge Freundschaft mit dem Arnstorfer Lehrer Franz Xaver Gruber, der der Musik ebenfalls sehr zugetan war.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Menschen im Salzburger Land bitterarm und litten große Not. Besonders schwer muss das Jahr 1818 gewesen sein. Deshalb wollten Mohr und Gruber den Menschen einen besonderen Weihnachtsabend bereiten. Mohr bat Gruber, ein schon früher von ihm verfasstes Gedicht zu vertonen. So wurde das Lied "Stille Nacht" mit seinen sechs Strophen erstmals in der Christmette in Oberndorf im Jahr 1818 gesungen. Danach wurde es sehr schnell in die ganze Welt hinausgetragen. Im Ersten Weltkrieg soll das Lied sogar von deutschen und englischen Soldaten gesungen worden sein und die Soldaten kamen aus ihren Schützengräben heraus und standen sich gegenüber.

Josef Mohr blieb Hilfspfarrer und wurde immer wieder in andere Pfarreien versetzt. Da er sich zeit seines Lebens für Arme und Notleidende einsetzte und sie auch unterstützte, starb er verarmt und sein weniger Besitz wurde verkauft. So sind heute seine Gitarre und eine Urfassung des Notenblattes des "Welthits" in einem Museum zu finden, wie Pfarrer Engert unter anderem an der Leinwand zeigte.

Franz Xaver Gruber war mehrmals verheiratet und arbeitete später als Kirchenmusiker in der Salzburger Provinzstadt Hallein. Dort ist auch sein Grab zu finden.

Zum Abschluss seiner Präsentation spielte Pfarrer Engert einen Tonträger mit dem Urtext aller sechs Strophen des Liedes (heute werden meist nur noch drei Strophen gesungen) ab. Die Anwesenden konnten die Worte des Liedes mitverfolgen. Denn für jede Frau lag eine liebevoll gestaltete Karte mit dem Urtext bereit, die ebenso wie ein Geschenk in Form eines kleinen Weihnachtssterns mit nach Hause genommen werden durfte.

Im Rahmen der Veranstaltung überbrachte Anna Kleinhenz auch die Weihnachtsgrüße der beiden Regionalvertreterinnen des Frauenbundes der Region Schweinfurt, Anja Bauer und Sandra Friedrich.

Musikalisch umrahmt wurde der wunderschöne Abend durch die Veeh-Harfengruppe "Zauberklang" mit Ingrid Mannl, Gertrud Wiesmann, Karin Götz, Irmgard Bumm und Helene Rappert.

Die Veeh-Harfengruppe "Zauberklang" umrahmte die Weihnachtsfeier des Herlheimer Frauenbundes musikalisch. Foto: Brigitte Pfister

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