Hergolshausen

Ein Musterbeispiel guter Blasmusik

29. Böhmischer Abend der Hergolshäuser begeistert das Publikum Foto: Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen

Die drei "Böhmischen Abende" der Hergolshäuser Musikanten zogen am vergangenem Wochenende wieder zahlreiche Blasmusikfreunde nach Waigolshausen. Mitglieder vieler Blaskapellen und Liebhaber aus ganz Deutschland machten sich auf den Weg ins Freizeitzentrum, um der 29. Ausgabe der legendären Veranstaltung beizuwohnen.

Unter dem musikalischen Motto „Freunde feiern Blasmusik“ zündeten die Hergolshäuser wieder ein Feuerwerk  erster Güte. Rudi Fischer, der die Hergolshäuser seit fast 40 Jahren leitet, bewies ein gutes Händchen für ein ausgewogenes und anspruchsvolles vierstündiges Programm. Da war für jeden etwas dabei: Stimmungsvolles, Melancholisches, Leises, Lautes, Modernes und Altbekanntes.

Vor allem die Solisten brillierten an ihren Instrumenten. Die Flötistin Susanne Pfister begeisterte die Gäste mit der Titelmelodie aus dem TV-Drama „Dornenvögel“. Bei der Ballade „The Rose“ glänzten die Trompeter Jürgen Petz und Alexander Walter. Mit dem  „Song der Generationen“ aus der Feder von Ernst Hutter kam  die glockenhelle Stimme von Mathilde Keller gut an, und bei „The Story“ von Phil Hasenroth blies Martin Kömm ein hervorragendes Tenorhorn.

Taktvoll auf dem Amboss

Die beiden Buben Lukas und Jakob Horn schlugen taktvoll auf den Amboss bei der  gleichnamigen Polka.

Ein musikalischer Hochgenuss war „Der Solotrommler“, eine Komposition von Franz Bummerl. Norbert Rabanser, der extra aus Südtirol anreiste, um galant und gut gelaunt durchs Programm zu führen, zelebrierte den Marsch an seiner kleinen Trommel. Anschließend überraschte er mit „einem Gruß von der Landesregierung“ mit Spezialitäten aus seiner Heimat. Da durfte Speck, Schüttelbrot und Rotwein nicht fehlen.

Rabanser lobte die Hergolshäuser in den höchsten Tönen: „Ihr seid ein Musterbeispiel guter Blasmusik und eine Aushängeschild für Franken.“ Ein solches Lob  tut gut, denn Rabanser hat nicht nur als Leiter der „Innsbrucker Böhmischen“ einen guten Namen, sondern spielt auch bei den Bamberger Symphonikern und anderen klassischen Spitzenorchstern auf der ganzen Welt. In seiner Heimat leitet der Hochschulprofessor am Tiroler Landeskonservatorium und Lehrbeauftragte an der Universität Mozarteum Salzburg/Innsbruck die Musikanten der Bürgerkapelle Tramin.

"Bratwurscht-Polka"

Rudi Fischer hatte wieder einige Eigenkompositionen ins Programm gehoben, so auch die Titel „Hinner die Fattli“ oder die „Bratwurscht-Polka“. Für seinen Sohn Leo komponierte er eine Polka, die wohl ganz dem temperamentvollem  Charakter seines Nachwuchses entspricht.

Gänsehautfeeling war angesagt, als sich ein Teil der Musikanten im Saal verteilte, um „Wo Musikanten träumen“ von Thomas Rockenzahn und  die Polka „Am Bischofsee“ von Alexander Pfluger  zu intonieren. „Da geht einem das Herz auf“, schwärmte einer der Besucher.

Auch die Kompositionen „Genieß dein Leben“ von Helmut Kassner mit Text von Katharina Praher und dem von Rudi Fischer geschriebenen Walzertitel  „Die alten Leut“ wurden Emotionen frei. Bei den Volksweisen „Kleiner Harmonikaspieler“ und dem als Zugabe intoniertem „Kreuzberglied“ sang das Publikum lauthals mit. Bei den „Egerländer Polka-Gassenhausern“ hielt es die Gäste nicht mehr auf den  Stühlen. Voller Stolz präsentierten die Musikanten ihre neue CD, mittlerweile die zehnte.

Mit stehenden Ovationen dankte das Publikum ihren Hergolshäusern für einen stimmungsvollen und gelungen Abend mit Blasmusik vom Feinsten.

Ehrungen

Zur Halbzeit wurden zwei Musikanten für 40-jähriges aktives Musizieren mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Peter Geeb, Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbunds Schweinfurt, übergab die Urkunden und Ehrennadeln an die Geschwister Renate und Herbert König. Beide seien bei den Hergolshäusern nicht weg zu denken, so lobte die Managerin der Kapelle, Katja Lutz, die  Geschwister. Herbert am Flügelhorn und Renate an der Klarinette  bereichern den Klangkörper auch mit  ihren Gesangsstimmen.

Zum Ende des Konzertabends wurden einigen Musikanten Geschenke überreicht. Ihnen wurde für Tätigkeiten im Verein gedankt, denn ein Orchester dieser Größenordnung  und Qualität braucht eine verlässliche  Mannschaft im Hintergrund, damit die zahlreichen Auftritte die sich über ganz Deutschland ziehen bewältigt werden können.  

Mit einem Übertragungswagen war Werner Aumüller, Leiter der Abteilung Volksmusik beim Bayerischen Rundfunk, vor Ort und zeichnete das Konzert  auf. Ausschnitte werden in der Radiosendung „Treffpunkt Blasmusik“ in Bayern Heimat am 25. Januar ausgestrahlt.

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