SCHWEINFURT

Ein Stück Sicherung des Standorts

Der zentrale Eingang zum Gesundheitspark: Vorplatz mit Springbrunnen. Die Eingangshalle dahinter ist seit Ende 2013 in Betrieb.
Der zentrale Eingang zum Gesundheitspark: Vorplatz mit Springbrunnen. Die Eingangshalle dahinter ist seit Ende 2013 in Betrieb. Foto: Anand Anders

Die Idee entstand bei den Haushaltsberatungen 2006, nun ist am 17. Oktober Eröffnung vor geladenen Gästen und am 19. Oktober Tag der offenen Tür für die Allgemeinheit: Der äußere Baukörper des Gesundheitsparks in der Robert-Koch-Straße ist fertiggestellt. Bauabschnitt eins ist längst in Betrieb – mit einem Sanitätshaus, Arztpraxen, einem Reha-Anbieter, der Tagesklinik Schmerz des Leopoldina-Krankenhauses, dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Leo (das sich noch in Bauabschnitt zwei ausdehnen wird), einem ambulanten Operationszentrum und der Hans-Weinberger-Akademie für Physiotherapie.

Das Innere von Bauabschnitt zwei wird derzeit nach den Wünschen und Bedürfnissen der künftigen Pächter und Eigentümer ausgebaut. Das kann je nach Projekt noch bis Mitte, Ende 2015 dauern. Am 11. November will die Apotheke im Erdgeschoss eröffnen, in deren Räumen noch die Kabel von der offenen Decke hängen. „Das geht dann alles sehr schnell“, beruhigt Alexander Förster, Geschäftsführer der Stadt- und Wohnbau GmbH Schweinfurt (SWG), die Bauherrin des Gesundheitsparks ist.

In Bauabschnitt zwei werden die Apotheke, weitere Arztpraxen, die Erweiterungen des Reha City Park und des MVZ und die Krankenpflegeschule des Leo unterkommen. Ganze 80 Quadratmeter wären noch zu haben – hier logiert derzeit noch das Baubüro.

Vermutlich kann man den Gesundheitspark, gedacht als Baustein zur Sicherung nicht nur des Gesundheitsstandorts Schweinfurt, entworfen vom Berliner Büro Stefan Ludes Architekten, getrost ein Langzeitprojekt nennen, was nicht zuletzt daran liegt, dass er etliche Klagen und einen Bürgerentscheid für den Erhalt des Alten Krankenhauses überstehen musste. Seit der Unterzeichnung des Vergleichs mit den Nachbarn im Juni 2012 herrscht Rechtssicherheit für alle Beteiligten.

„Wir werden uns vergleichskonform verhalten“, sagt Förster. Das bedeutet unter anderem, dass der dritte Bauabschnitt an der Westseite, den die SWG laut Vergleich errichten darf, in deutlich verkleinerter Form kommen wird, wenn er denn kommt. „Das entscheidet sich nach Bedarf“, sagt Förster. „Wir werden immer die Verträglichkeit mit den Nachbarn im Auge behalten“, ergänzt Anna Barbara Keck, Pressesprecherin der Stadt.

Vergeben sind alle gewerblichen Flächen, die 86 Prozent der 9300 Quadratmeter Nutzfläche beider Bauabschnitte ausmachen. Von den sieben Penthouse-Wohnungen in den obersten Stockwerken beider Bauabschnitte sind fünf verkauft.

Die Verbindung von Gewerbe und Wohnen, wie sie auch im SWG-Neubau mit vhs, Tagblatt und Volkszeitung in der Schultesstraße umgesetzt ist, gehört zum städtischen Versuch, die Innenstadt auch nach Geschäftsschluss zu beleben. Es gibt fünf voll ausgestattete Appartements für Mitarbeiter des Leo und Angehörige von Patienten, die Penthouse-Wohnungen richten sich allerdings an Kunden mit gehobenen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten. „Das ist nicht die neue Zielgruppe der SWG“, versichert Förster.

Auch die Außenanlagen sind fertig – da, wo möglicherweise irgendwann der dritte Bauabschnitt entsteht, leuchtet grüne Wiese. Längs der Robert-Koch-Straße, die im Westen – vergleichsgemäß – als Sackgasse endet, gibt es 79 Stellplätze für Besucher und Patienten. Und auf dem Platz vor der zentralen Eingangshalle, die seit Ende 2013 in Betrieb ist, plätschern die kleinen, farbig angeleuchteten Fontänen eines ebenerdigen Springbrunnens. „Wir wollten nicht mehr länger mit der Eröffnung warten, obwohl innen noch nicht alles fertig ist“, sagt Förster.

Ein Rundgang durch Bauabschnitt zwei bietet die Möglichkeit, die verschiedenen Stadien der Fertigstellung kennenzulernen. Eine der Penthouse-Wohnungen ist quasi bezugsfertig, Küche, Türen und Bäder sind eingebaut.

In der Kinderarztpraxis im Erdgeschoss liegt der Boden, die Wände sind gestrichen, in der Decke sitzen bereits die Leuchten, und es gibt Raumteilerscheiben, die mit schwarzem Klebeband-X gegen Unachtsame geschützt sind. In den künftigen Räumen des MVZ ist zwar anhand der Trockenbauwände die Raumaufteilung erkennbar, allerdings noch nicht viel mehr. Und die 800 Quadratmeter, die die Krankenpflegeschule beziehen wird, sind noch komplett offen – ein riesiger Raum mit Fenstern nach vier Seiten. Das Leo hat die Fläche gekauft, und sobald letzte Zuschussfragen geklärt sind, wird die SWG sie in dessen Auftrag ausbauen.

Die Brücke, die einst vom alten Krankenhaus hinüber zur Carl-Sonnenschein-Schule führte, wird übrigens eine Nachfolgerin bekommen: Es ist eine vom ersten Obergeschoss des Gesundheitsparks via Nierenzentrum bis hinüber zum Leo geplant. „Dann ist die örtliche Anbindung komplett“, sagt Axel Hofmeister, Projektmanager der SWG.

Tag der offenen Tür

Am Sonntag, 19. Oktober, findet von 13 bis 17 Uhr der Tag der offenen Tür im Gesundheitspark Schweinfurt statt. Hier ein Überblick über die Angebote: • Im OP hinter die Kulissen blicken

• Vitalzeichenmessung

• Teddy- und Puppensprechstunde: Bring deinen Teddy oder deine Puppe mit und lasse sie untersuchen

• Informationen zu Zahnimplantaten

• Exemplarische Untersuchungen aus verschiedenen Fachbereichen

• Führungen durch die Strahlentherapie

• Kurzvorträge zum Thema Schmerz, Biofeedbackanalyse

• Fußdruckmessung, Venendruckmessung

• Rehabilitation, Prävention, Fitness und Gesundheitssport

• Infos zu den Ausbildungsangeboten der Hans-Weinberger-Akademie, Berufsfachschule für Physiotherapie

• Das KfH Nierenzentrum stellt sich vor – Hämodialyse und Peritonealdialyse

Gesundheitspark in Zahlen

Investition etwa 26,7 Millionen Euro für beide Bauabschnitte mit rund 9300 Quadratmetern Gesamtnutzfläche. Rund 10 000 Quadratmeter Grundstücksfläche, rund 2828 Quadratmeter überbaute Fläche. 16 Gewerbeeinheiten, sieben Wohnungen, fünf Appartements, acht Keller und Abstellräume, 76 Tiefgaragenplätze. 87 Stellplätze, davon 79 öffentliche Stellplätze in der Robert-Koch-Straße.

Am Sonntag, 19. Oktober, findet von 13 bis 17 Uhr der Tag der offenen Tür statt. Das Programm sieht Führungen, Vorträge, Vitalzeichenmessungen, Untersuchungen und Informationen über alle Angebote vor.

800 Quadratmeter – noch ohne Wände: Projektleiter Axel Hofmeister und SWG-Geschäftsführer Alexander Förster in den künftigen Räumen der Krankenpflegeschule des Leopoldina-Krankenhauses.
800 Quadratmeter – noch ohne Wände: Projektleiter Axel Hofmeister und SWG-Geschäftsführer Alexander Förster in den künftigen Räumen der Krankenpflegeschule des Leopoldina-Krankenhauses.
Der Blick zum Leo: Eine noch zu bauende Brücke soll vom Gesundheitspark via Nierenzentrum hinüber zum Krankenhaus führen.
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Die Westseite: Hier würde, so sich der Bedarf ergibt, der abgespeckte Bauabschnitt drei entstehen.
Die Westseite: Hier würde, so sich der Bedarf ergibt, der abgespeckte Bauabschnitt drei entstehen.

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