SCHWEINFURT

Ein Stück Wohngeschichte: 65 Jahre SWG

65 nach Gründung der WAG: Städtische Wohnungsbaugesellschaft vergleicht einst und jetzt.

Fotoserie

Schweinfurter Wohngeschichten

zur Fotoansicht
Gesundheitspark im Modell.
Gesundheitspark im Modell.

Die Veränderungen der vergangenen 65 Jahre hätte man nicht greifbarer zeigen können als mit dem Nachbau einer Nachkriegswohnung. Sie ist das zentrale Stück der Ausstellung „Schweinfurter Wohngeschichten“, die bis zum 11.Mai in der Glashalle des Konferenzzentrums auf der Maininsel zu sehen ist.

In der begehbaren Wohnung ist es eng. Die Fenster sind klein, in der Ecke steht ein Holzofen, das Interieur ist schlicht. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, denen die Hälfte des Wohnungsbestandes zum Opfer gefallen war, musste es schnell gehen. Die Menschen brauchten rasch ein Dach über dem Kopf. Um dem gerecht zu werden, wurde 1949 die Wiederaufbau GmbH als 99-prozentige Tochter der Stadt gegründet, die vor allem im Musikerviertel und Bergl Maßstäbe setzte. 2005 übernahm sie die Anteile der Industrie aus der 1935 gegründeten Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWS) und firmiert seitdem als Stadt- und Wohnbau GmbH (SWG).

65 Jahre nach der Gründung der WAG dokumentiert die SWG mit der Ausstellung ihre Leistungen und zeigt, wie sich die Ansprüche in dieser Zeit verändert haben. Stand am Anfang noch die bloße Grundversorgung im Fokus – mit 20 Quadratmetern musste sich der Durchschnitts-Schweinfurter zunächst begnügen – wuchs mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Anspruch auf mehr und vor allem auch besser ausgestattete Räume und größere Bäder. Heute sind der Klimaschutz und das barrierefreie Wohnen die zentralen Themen.

Dass die Bürger mit der SWG zufrieden sind, weiß OB und Aufsichtsratschef Sebastian Remelé aus seinen vielen Jubilarbesuchen und aus der Bürgersprechstunde. Er und seine Stadtratskollegen nutzen sie heute auch als städtebauliches Instrument, zum Beispiel zum Bau des Gesundheitsparkes oder auch für kleine Projekt, für die es keine private Investoren gibt, wie für das berühmte Knieß-Haus in der Rückerstraße. Als neue Herausforderung nannte der OB den Abzug der Amerikaner. Bei der Konversion misst er der SWG eine Schlüsselrolle zu.

Diese nimmt Geschäftsführer Alexander Förster gerne an und nennt als weitere Herausforderung den demographischen Wandel. Über 90 Prozent der Menschen wollen solange wie möglich in ihrer Wohnung bleiben, was sich heute in jeder neuen Baumaßnahme und in jeder Modernisierung niederschlage.

Dass die Stadt in den 80er Jahren den Vorbildern anderer nicht gefolgt ist, also ihre Wohnungen, ihr Tafelsilber, nicht verkauft hat, darauf ist man heute sehr stolz. In diesem Zusammenhang verwies Förster („wir sind nicht nur das Tafelsilber, sondern das Besteck für jeden Tag“) auf den Mietspiegel, an dessen unterem Rand sich die SWG bewege und so auch Empfängern von Transferleitungen Wohnung anbieten könne. Inzwischen sei seine Gesellschaft jedoch nicht mehr nur Vermieter, sondern auch Dienstleister. Schneeräumen sei heute Aufgabe der Hausmeister, die Versorgung mit Kabel-TV und Internet werde erwartet, schon im nächsten Jahr hänge jede SWG-Wohnung am Glasfasernetz.

Die SWG in Fakten und Zahlen

Die Stadt und Wohnbau GmbH ist die größte Wohnungsbaugesellschaft in Unterfranken. Sie verfügt heute über rund 5000 Wohnungen, in denen 11 000 Menschen leben.

Darüber hinaus gehören ihr 80 Gewerbeeinheiten, darunter das Chancencenter im Maintal. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft baut auch gewerbliche Objekte, am bekanntesten sind der Neubau „Campus II“ der Fachhochschule und der Gesundheitspark am Leopoldina-Krankenhaus.

Pro Jahr investiert das Unternehmen vier Millionen Euro in die Modernisierung des Bestandes. Außerdem betreut die SWG als Facility Manager für die Stadt 17 Schulen, 13 Turnhallen und zwei Schwimmbäder. Am freien Markt kümmert sie sich um 2700 Objekte. kör

(huGO-ID: 24949499) Schweinfurter Wohngeschichten 1949 - 2014 - Schweinfurt SWG - sozialer Wohnungsbau FOTO Waltraud Fuchs-Mauder
(huGO-ID: 24949499) Schweinfurter Wohngeschichten 1949 - 2014 - Schweinfurt SWG - sozialer Wohnungsbau FOTO Waltraud Fuchs-Mauder
(huGO-ID: 24949463) Schweinfurter Wohngeschichten 1949 - 2014 - Schweinfurt SWG - sozialer Wohnungsbau FOTO Waltraud Fuchs-Mauder
(huGO-ID: 24949463) Schweinfurter Wohngeschichten 1949 - 2014 - Schweinfurt SWG - sozialer Wohnungsbau FOTO Waltraud Fuchs-Mauder
Ex-Stadtrat Karl Rosentritt erinnert sich.
Ex-Stadtrat Karl Rosentritt erinnert sich.
Wohnen in der Nachkriegszeit: In einer begehbaren Wohnung informierten sich Geschäftsführer Alexander Förster, OB Sebastian Remelé und Prokurist Klaus Firmbach (von links).
Wohnen in der Nachkriegszeit: In einer begehbaren Wohnung informierten sich Geschäftsführer Alexander Förster, OB Sebastian Remelé und Prokurist Klaus Firmbach (von links).

Schlagworte

  • Karl-Heinz Körblein
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!