Schweinfurt

Ein Wald zum Erholen

Die Bürgerinitiative pro Stadtwald hat ihre Ideen für das Konversionsgelände in Ledward und auf dem Kessler-Field konkretisiert. Was planen Sie genau?
Schauen sich die Pläne für den Stadtwald nach ihren Vorstellungen an: Die Mitstreiter der Bürgerinitiative Stadtwald statt Landesgartenschau mit (v.l.) Stefan Bretscher, Esther Wagenhäuser, Ulrike Schneider und Annelie Maidhof. Foto: Oliver Schikora

Ein Wald zum Erholen, ein Wald zum Flanieren, ein Wald zum Genießen und Ausruhen auf den Lichtungen, ein Wald zum Lernen - die Initiatoren der Bürgerinitiative pro Stadtwald haben ihre Pläne für das Gelände in den Ledward-Kasernen und auf dem Kessler Field konkretisiert. 

Über den Bürgerentscheid, der am 20. Januar ansteht, wurde in den letzten Monaten viel gestritten. Neben dem Bürgerbegehren von Ulrike Schneider und Annelie Maidhof für einen Stadtwald gibt es mittlerweile auch ein Ratsbegehren pro Landesgartenschau. Die Bürger können also explizit wählen, was sie bevorzugen im Westen der Stadt, wo in den ehemaligen Ledward-Kasernen und auf dem us-amerikanischen Wohngebiet Kessler Field seit 2014 große Konversionsflächen frei wurden.

Wahlkampf mit ungleichen Mitteln

Die Stadtverwaltung, die Mehrheit im Stadtrat und Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) finden, neben der Bebauung durch die Fachhochschule ist für die Ledward-Kasernen im nordwestlichen Teil eine Landesgartenschau 2026 die ideale Entwicklungsmöglichkeit. Das sehen Ulrike Schneider und Annelie Maidhof ganz anders, sie haben mit dem ödp-Kreisverband Schweinfurt nun auch weitere Mitstreiter gefunden.Schneider, Maidhof und die ödp trommeln für einen Stadtwald auf den Grünflächen des für die Landesgartenschau vorgesehenen Geländes. Dabei fühlen sie sich aus mehreren Gründen oft so wie "David gegen Goliath", wie Ulrike Schneider bemerkt. Nicht nur in Bezug auf so manche Diskussion mit Ordnungsreferent Jan von Lackum über Formulierungen in der Bürgerinformation, die dem Bürgerentscheid beiliegt, sondern auch bei der Werbung nach außen kämpfe man mit ungleichen Waffen, findet Schneider. Sprich: Die Stadtverwaltung hat ungleich mehr Möglichkeiten, die aus ihrer Sicht für eine Landesgartenschau sprechenden Gründe darzustellen als die von Privatleuten ins Leben gerufene Bürgerinitiative. 

Auf dem von ödp-Kreisvorsitzender Esther Wagenhäuser erstellten Plan ist die Idee für den Stadtwald auf dem Konversionsgelände mit Wegen und der unterschiedlichen Bepflanzung zu sehen.  Foto: Oliver Schikora

Schneider, Maidhof, ödp-Kreisvorsitzende Esther Wagenhäuser und ödp-Mitglied Stefan Bretscher luden zum Mediengespräch, um eine detaillierte Karte vorzulegen, wie sie sich ihren Stadtwald vorstellen. Mit Gerüchten und Halbwahrheiten aufräumen wollen sie mit dieser Initiative.

Über zwei Kilometer Wege, über zehn Hektar Fläche

Ulrike Schneider betont, dass es aus ihrer Sicht eine Verunglimpfung sei, von einem "Wäldchen" zu reden. Die Fläche in den Ledward-Kasernen beträgt knapp zehn Hektar, dazu kommen eine Baumallee entlang der Straße zum Kessler Field und dort noch einmal 2,3 Hektar Wald. Der Wildpark an den Eichen, so Schneider, sei 15 Hektar groß, da würde niemand behaupten, es handele sich nicht um ein Wäldchen.

Über eine mögliche Gestaltung hat sich das Bürgerinitiativen-Team viele Gedanken gemacht. Auf einem detaillierten Plan sind zahlreiche Wege zu sehen, mehrere Lichtungen, ein kleiner Naturteich. Esther Wagenhäuser hat ausgerechnet, dass die Länge der Waldwege in Ledward 1,44 Kilometer und am Kessler-Field 817 Meter beträgt. Auch auf die oft diskutierte Fernwärmeleitung hat man geachtet - im Gegensatz zu Aussagen der Stadtverwaltung liegt ein Merkblatt der Stadtwerke vor, wonach bei Fernwärmeleitungen ein Abstand von insgesamt fünf Metern, nicht wie manchernorts kolportiert 20 Meter, eingehalten werden muss. Die Bürgerinitiative plant mit gut zehn Metern zwischen den Bäumen, die Leitung wäre immer frei zugänglich.

In einem ersten Schritt würden auf den Ledward-Flächen 50 000 Setzlinge gepflanzt, die später rund 2000 Bäume ergeben. Nimmt man schnell wachsende Bäume, zum Beispiel Birken oder verschiedene Nadelbäume, könne man in sechs bis acht Jahren vier bis fünf Meter hohe Bäume haben, betont Stefan Bretscher. An den Rändern des Waldes entstünde ein so genannter Klimawald sowie ein Wiesen- und Heckenstreifen. Mit einer ausführlichen Beschilderung will man den Klimaschutz-Aspekt des Waldes den Bürgern näher bringen. Ulrike Schneider ist überzeugt: "Es wäre sicher ein Naherholungsgebiet, es wäre ein Beitrag zur Stadtentwicklung im Westen und das Ganze für einen Bruchteil der Kosten."

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