Ein ereignisreiches Jahr auf dem Schloss

Oberschwarzach: Die Mitglieder des Fördervereins des Schlosses begaben sich bei der Jahresversammlung auf die Spuren von Julius Echter.
Das Oberschwarzacher Schloss und der neu formierte Vorstand des Fördervereins mit den Ausscheidenden (von links) Willi Groha, Dietmar Herold, Gabriele Müller, Schriftführerin Helga Goldstein, Reyhan Güdü, Michaela Springer, Andreas Zehner, Leo Niedermaier. Foto: Guido Plener, Michael Mahr

Im vergangenen Jahr stand das Schloss Oberschwarzach wie nie zuvor im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch bei Veranstaltungen und Reparaturarbeiten.

Deshalb verfolgten die Mitglieder des Fördervereins Schloss Oberschwarzach bei der Jahresversammlung die Berichte der Vorstandschaft besonderes aufmerksam. Nach der Begrüßung durch Andreas Zehner und Vorstandsmitglied Willi Groha, hatte Kreisheimatpfleger Stefan Menz das Wort.

In seiner Präsentation beschrieb er das Wirken von Fürstbischof Julius Echter mit neuen Akzenten, die stärker den „Juristen Echter“ in den Mittelpunkt rückten. Er werde zu Unrecht zu sehr mit den Hexenverfolgungen in Verbindung gebracht, so Menz. Diese seien von anderen Bischöfen vorangetrieben worden. Echter habe sich als studierter Vertreter des Rechts stets für „saubere Strafverfahren“ eingesetzt.

Menz beschrieb Julius Echter, als einen Meister der Selbstinszenierung. Davon zeugten heute noch die vielen Bauten und Denkmäler in der Diözese Würzburg sowie im gesamten Landkreis Schweinfurt.

Seine „Großprojekte“ wie Juliusspital, Julius-Maximilians-Universität und Priesterseminar weisen auf den prägendsten Bischof der Diözese hin. Durch seine lange Regierungszeit von 44 Jahren gelang es ihm, ein umfangreiches Bauprogramm mit Landkirchen, Amtshäusern, Schulen und Pfarrhäusern, aber auch Spitälern und Klöstern zu verwirklichen. Dass er dabei den Blick auch auf seine eigene Person und Leistung lenken wollte, zeigen die vielen Inschrift-Tafeln, die er an seinen Bauten anbringen ließ.

Stefan Menz hinterließ bei den Zuhörern das Bild eines Bischofs und Fürsten, der sich für seine Bevölkerung lebenslang einsetzte, anstatt eigenen Interessen nachzugehen. Im Anschluss dankte Willi Groha für den Vortrag über eine Persönlichkeit, der auch das damalige Oberschwarzacher Amtshaus zu verdanken sei.

Groha stellte dann den neuen Schlossherrn Guido Plener vor, der seit seiner Einführung beim letztjährigen Weinfest in Oberschwarzach nun bei Weinfesten und Veranstaltungen in Zusammenhang mit dem Schloss als Symbolfigur auftritt.

Beim Rückblick auf das vergangene Jahr erinnerte Willi Groha besonders an den Frühlings- und Winterzauber, den Tag des offenen Denkmals im September, den Leseabend mit Wilhelm Wolpert und dem Zupfensemble Saitkick.

Seit Sommer 2016 wurde auch im Schlosshof handwerklich gearbeitet: Die Remise sollte als Wirtschaftsgebäude wieder hergestellt werden. Weit über 1200 Arbeitsstunden wurden von ehrenamtlichen Helfern abgeleistet.

In einer Diashow zeigte Dietmar Herold die einzelnen Arbeitsschritte vom Betonieren der Bodenplatte bis zum Decken des Daches auf. Voraussichtlich werde die Reparatur im Sommer dieses Jahres fertiggestellt.

Dabei hob Groha hervor, dass der Verein immer wieder durch Spenden von Privatleuten und Vereinen, zuletzt durch den Singkreis Intakt, unterstützt werde und bedankte sich dafür. Nach der Entlastung des Vorstandes trug die Kassenwartin Gabriele Müller den Kassenbericht von 2016 vor und wurde ebenfalls einstimmig entlastet.

Im Anschluss erfolgten Neuwahlen der gesamten Vorstandschaft. Dabei wurden die vier Vorstandsmitglieder Willi Groha, Dietmar Herold, Leo Niedermaier und Andreas Zehner wiedergewählt. Gabriele Müller und Schriftführerin Helga Goldstein traten ebenso wie die bisherigen Kassenprüfer Herbert Strasser und Georg Wagner von ihren Posten zurück.

Als neue Schatzmeisterin wurde Reyhan Güdü und als Schriftführerin Michaela Springer gewählt. Die neuen Kassenprüferinnen heißen Gabi Müller und Rosi Illner. Dazu wurden noch einige Beiräte benannt. Herr Landgraf, der früher eine Kulturscheune führte, möchte den Förderverein finanziell und durch das Engagement von Künstlern bei einer Veranstaltung im Schlosshof unterstützen.

Willi Groha hatte zuvor in seinem Bericht betont, dass durch die Übernahme des Schlosses durch die Gemeinde Oberschwarzach die Weichen für die Neugestaltung des Renaissance-Baus samt Hof und Nebengebäude gestellt wurden und das Nutzungskonzept, das von den Bürgern und dem Förderverein erstellt wurde, in naher Zukunft umgesetzt werden kann.

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