Dingolshausen

"Ein toleranter Ort, der Zugezogenen offen begegnet"

Die beiden Familien am Dorferneuerungsdenkmal. Foto: Gerald Effertz

Dingolshausen, ein Dorf am Steigerwald. In den letzten Jahren entstanden vor allem im Neubaugebiet "An den Äckern" viele neue Häuser. Häuser, in denen Menschen wohnen, die vorher in einem anderen Ort, einer anderen Stadt wohnten. Wie ist das mit der Integration als im fränkischen Sprachgebrauch "Neigschmeckter" , wie kann man sich integrieren ? Was ist anders im Vergleich zur vorigen Heimat. Wir sprachen stellvertretend für viele neue Familien mit Anna Scholl (36) Grundschul-Lehrerin, ihrem Mann Maximilian (39), Krankenpfleger, beide vorher in Sulzfeld wohnend (zusammen mit den Kindern Clara und Emma) sowie dem Rentner-Ehepaar Werner und Brigitte Lange, die vorher in Hannover lebten.

Frage: Was war der Grund nach Dingolshausen zu kommen ?

Anna und Maximilian Scholl: Wir waren auf der Suche nach einem schönen Grundstück für unser Bauvorhaben. Wir haben lange gesucht und wurden schließlich in Dingolshausen fündig.

Werner und Brigitte Lange: Bei uns waren es familiäre Gründe. (Anm. der Red: auch Sohn Thorsten baute der Liebe wegen in die gleiche Straße).

Wie gut fühlt man sich als Neubürger "zu Hause" ?

Scholl: Wir fühlen uns hier sehr wohl und herzlich aufgenommen.

Lange: Wir sind gut eingebunden in der neuen Nachbarschaft.

Wo findet/fandet ihr Anschluss in der "neuen Heimat" ?

Scholl: Der Anschluss kam zuerst durch den Kindergarten. Hier konnten wir schnell neue Kontakte knüpfen. Zeitgleich lernten wir die Anwohner "An den Äckern" kennen, da sich hier im Frühjahr/Sommer viel auf der Straße abspielt. Das erste Fest, das wir miterlebt haben war das Maifest. Hier kamen wir schnell mit Nachbarn auch aus der Straße in Kontakt. Grundsätzlich gibt es in Dingolshausen viele Feste, die immer Gelegenheit bieten, die Leute besser kennenzulernen. Durch die Kinderkirche und die Ballspielgruppe kam auch neuer Anschluss zu Stande.

Lange: Wir fanden vor allem Anschluss durch die Familie des Sohns und in der Nachbarschaft.

Was ist der Unterschied zu eurem jeweiligen vorherigen Wohnort ?

Scholl: Hier gibt es deutlich mehr Feste und der Zusammenahlt im Dorf ist ein anderer. Das Vereinsleben ist hier deutlich zu spüren, das gab es in unserem alten Wohnort so nicht.

Lange: Der Unterschied ist sehr groß (lachen). Der Unterschied ist: vorher Stadt jetzt Land.

Dingolshausen hat ein sehr reges Vereinsleben. Gibt es einen Verein, in dem ihr bereits aktiv seid ?

Scholl: Unsere Tochter ist im FV Dingolshausen Mitglied. Wir selbst sind noch in keinem Verein, das kann aber noch werden.

Lange: Wir sind noch nicht irgendwo Mitglied.

Was fehlt euch im Vergleich zu eurer alten Heimat ?

Scholl: (lachen) Der Main. Und die guten Restaurants fehlen. Da war Sulzfeld sehr gut aufgestellt. Allerdings gibt es hier in Dingolshausen einen tollen Bäcker und Metzger. Man kann eben nicht alles haben.

Lange: Uns fehlt zwar das städtische Umfeld. Die Familie ist aber wichtiger.

Scholl: Ein leckeres Restaurant wäre toll und Babyschaukeln auf den Spielplätzen. Und: Den Schulbeginn für Dingolshäuser Grundschulkinder um 7.30 Uhr. Den finde ich (Anna) schrecklich. Um 6.50 Uhr fährt bereits der erste 1. Bus ab. In diesem Zusammenhang wäre eine weitere Bushaltestelle toll, die vom Neubaugebiet aus schneller zu erreichen ist.  

Wenn ihr etwas in Dingolshausen ändern könntet, was wäre das?

Lange: Die Infrastruktur und dadurch eine bessere Anbindung an Bus und Bahn.

Fühlen sich eure Kinder schon "heimisch" ?

Scholl: Absolut, unsere Kinder sind sehr gut integriert.

Lange: (lachen) Ja, unser Junge ist gut integriert. (Anm. Thorsten ist 34 und ehemaliger Fußballer beim FV Dingolshausen).

Was macht das neue Wohngebiet "An den Äckern" aus ?

Scholl: Auf der Straße trifft man immer jemanden. Im Sommer wird ein Straßenfest initiert. Alle Anwohner sind super nett. Es ist ein richtig tolles Neubaugebiet mit herzlicher, aufgeschlossener Gemeinschaft. Hier wohnen viele Kinder und es ist immer was los.

Lange: Man fühlt sich von Beginn an eingebunden.

Was oder wie war eure erste Begegnung mit Dingolshausen oder einem Dingolshäuser ?

Scholl: Die Köhlerkapelle hat immer in unserem vorherigen Ort zum Faschingsumzug gespielt. Noch vor unserem Umzug nach Dingolshausen sind wir zur Spaßmeile gefahren-ein tolles Fest. Auch die 250. Kinderkirche haben wir uns nicht entgehen lassen und schon erste Kontakte geknüpft. Der ortsansässige Fotograf hat Fotos von unserer Familie gemacht, bevor sie mit unserer 2. Tochter noch größer wurde.

Lange: Wir besuchten das Weinfest und es war sehr schön. Gerade der Zusammenhalt von neun Vereinen macht es so besonders.

Der Ort Dingolshausen ist schön, weil ?

Scholl: Weil wir uns willkommen fühlen. (Beide lachen): Und unsere Tochter meinte "weil hier so viele Kinder wohnen"

Lange: Weil es ein toleranter Ort ist und man hier Zugezogenen aus anderen Orten offen begegnet.

Ein Teil des Neubaugebiets "An den Äckern". Foto: Gerald Effertz

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