Gerolzhofen

Eindrucksvolle Lesung mit Frank Weber

Frank Weber las aus seinem autobiografischen Buch. Foto: Georg Löhrlein

‚Die Zeit vergeht, aber Momente bleiben und sind Futter für die Erinnerung und Proviant auf unseren oft steinigen Wegen`, so begann Frank Weber, der Vorsitzender des Vereins Straßenkinderhilfe und seit 30 Jahren Leiter der von ihm gegründeten Richard-von-Weizäcker-Schule für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Cochabamba (Bolivien), seine Lesung aus seinem autobiographischen Lesebuch.

Während der eineinhalbstündigen Lesung durchliefen seine rund 50 Zuhörer und auch er selbst ein Wechselbad der Gefühle. Gleich eingangs wies er darauf hin, dass er vielfach bewusst eine grobe, bisweilen auch ausfällige Sprache benutzt, weil heutzutage sprachlich viel verharmlost wird. Ein kleiner Einspiel-Film über das Leben in seinem bolivianischen Schulzentrum zu Beginn machte deutlich, dass Schul-Leben nicht nur Vermittlung von Schulstoff, sondern auch Werte-Vermittlung bedeutet. 90 Prozent der Absolventen erhalten anschließend einen Studienplatz.

In der anschließenden Lesung wurde deutlich, dass für Frank Weber das Leben eine Sammlung von Momenten ist und jeder Moment bleibt. Im weiteren Verlauf beschrieb der Autor einige seiner ganz persönlichen Momente, unterem die Motivation ‚Wut‘ – löst keine Probleme, zum Tun gehören in erster Linie Herz und Verstand. ‚Geduld‘ – ohne Geduld ist nichts möglich, Überzeugung leisten braucht Geduld. ‚Lern-Einheit‘ – solidarisches Handeln muss gelernt und geübt werden.

Bei der Geschichte vom ‚Tod eines Hurensohns‘ merkte man sehr deutlich, wie sehr Frank Weber seine Erlebnisse mit Jugendlichen ihn noch immer und immer wieder persönlich bewegen. Bei der Geschichte ‚Ein Klick und seine Folgen‘ beschreibt Frank Weber seine einsame Gewissensentscheidung darüber, ob er eine Mitteilung über die Schließung der Schule - wegen des diktatorischen Staatssystems in Bolivien, das schulische Bildung immer mehr instrumentalisieren will - posten soll oder nicht. Am Ende stand damals die Entscheidung, nichts zu posten, weil es um die Menschen ging, die ihn weiterhin brauchen.

Das Buch von Frank Weber kann im Gerolzhöfer Weltladen käuflich erworben werden und trägt zur Finanzierung der sozialen Projekte von Frank Weber bei.

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