THEATER

Eine Geschichte vom Erwachsenwerden

DER TRAFIKANT (UA)       -  Das Stück erzählt vom Heranwachsen des 17-jährigen Protagonisten Franz Huchel und einer unerwiderten Liebe im Kontext einer politisch problematischen Situation.
Das Stück erzählt vom Heranwachsen des 17-jährigen Protagonisten Franz Huchel und einer unerwiderten Liebe im Kontext einer politisch problematischen Situation. Foto: Patrick Pfeiffer

Nußdorf am Attersee, eine kleine Idylle in Oberösterreich. Hier erblickt 1920 Franz Huchel das Licht der Welt, wenige Tage nachdem sein Vater von einer morschen Eiche erschlagen wurde. 17 Jahre später gibt ein weiterer Todesfall dem Leben des jungen Mannes eine neue Richtung: Der Liebhaber seiner Mutter wird vom Blitz getroffen. Fortan ist es mit der finanziellen Unterstützung für Witwe Huchel und Franz vorbei. Es bleibt nur ein Ausweg: Die Mutter schickt den Sohn in die große Stadt Wien, wo ihr Otto Trsnjek, ein alter Freund, noch einen Gefallen schuldet und Franz in seiner Trafik für Tabakwaren und Zeitungen anstellt.

Der Kriegsveteran verdonnert den unbedarften Jungen zur Zeitungslektüre, denn „keine Zeitung zu lesen hieße, kein Trafikant zu sein, wenn nicht gar: kein Mensch zu sein.“ Zu den Stammkunden der Trafik gehört auch Sigmund Freud, der „Deppendoktor“, wie Franz erstaunt feststellt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft, die Franz sehr gelegen kommt. Im Prater verliebt er sich in Anezka, eine Böhmin mit „der schönsten Zahnlücke der Welt“. Da schadet es nicht, jemanden an seiner Seite zu haben, der sich mit der Psyche des Menschen etwas auskennt. All das passiert inmitten politischer Katastrophen. Im März 1938 wird Österreich an das Deutsche Reich „angeschlossen“. Nichts ist wie vorher und Franz muss schnell erwachsen werden . . .

Robert Seethalers Roman „Der Trafikant“ wurde nach seinem Erscheinen im Jahr 2012 von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Für die Württembergische Landesbühne Esslingen (WLB) hat Seethaler selbst die Dramatisierung geschrieben. Ein Schlagwerker und Musiker wird die Inszenierung live mit einem Soundteppich unterlegen, der eine flirrende Atmosphäre zwischen Traum und Realität erzeugt. Diese Uraufführung wird am Mittwoch, 13. Mai (Schauspielmiete Blau und freier Verkauf) und am Donnerstag, 14. Mai (Schauspielmiete ROT und freier Verkauf), jeweils um 19.30 Uhr gezeigt.

In der Premierenkritik der Stuttgarter Nachrichten war zu lesen: „Der österreichische Autor Robert Seethaler hat in seinem gleichnamigen Erfolgsroman dem Trafikanten ein literarisches Denkmal gesetzt: lakonisch und humorvoll, ohne Pathos und doch von großer Wucht. (...)

Karten: Infos über den eventuellen Start des Freiverkaufs bei Zustandekommen der Vorstellungen auf www.theater-schweinfurt.de

Rückblick

  1. Das ganz besondere Nachsommer-Gefühl
  2. Poetry Slam hat sich etabliert
  3. Kleinod für Freunde der Buchkunst
  4. Dichterzimmer mit Augenzwinkern
  5. Junge Wilde und ihr Putsch
  6. Wie aus einem Fantasy-Roman
  7. Aus Matze Rossis Wohnzimmer
  8. Ein Schweinfurter in Berlin
  9. Planungen laufen trotz Corona weiter
  10. Poetry Slam in den Wohnzimmern
  11. Nahrung und Trost für die Seele
  12. Lustspiel wird Lehrstück über Missbrauch
  13. Satirischer Zündstoff
  14. Musikalischer Saison-Querschnitt
  15. Werke von Mahler, Dvoøák und Zemlinsky
  16. Nur mit dem Smartphone lernen
  17. „Ois is Blues“ – Willy Michl wird 70
  18. Kunstkaufhaus zum sechsten Mal
  19. Diese E-Books liest Schweinfurt in Corona-Zeiten
  20. Bernsteinfarben, feinherb, süffig
  21. Der Zauber mediterraner Kulturen
  22. Eine Ode an Liebe und Freiheit
  23. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden
  24. Anspruchsvolles für Flöte und Streicher
  25. In der Königsklasse
  26. Sternstunden am Klavier
  27. In Andenken an einen Engel
  28. Sichtbares im Unsichtbaren
  29. Spielzeug aus Schweinfurt
  30. Der größte deutsche Medienskandal
  31. Hommage an einen Weltstar
  32. Künstler mit Talent und Potenzial
  33. Rückert hätte kein Denkmal gewollt
  34. Stilikone und Liebling der Epoche
  35. Zunehmen vor dem Abnehmen
  36. Kurzfilmtage auf Herbst verschoben
  37. Kunstkaufhaus und Kunst-Karrée
  38. Hardcore für die Seenotrettung
  39. Skandalumwittert und revolutionär
  40. Von hohen Herren und bösen Schweinen
  41. Eine Hommage an Ernst Mosch
  42. Farben und ihre Wirkung auf Körper und Seele
  43. Vom Wert des Lebens und des Todes
  44. Oskar und Oma Rosa
  45. Tanzende Küken in ihren Eierschalen
  46. Eine große Liebe in modernen Zeiten
  47. Klassische Musik mit Slapstick
  48. Der Zauber des Schauspiels
  49. Künstler aus der ganzen Welt zu Gast
  50. Bummeln und Kunst shoppen

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