Gerolzhofen

Eingang zur Altstadt wird aufgehübscht

Mitarbeiter der Gerolzhöfer Stadtgärtnerei sind derzeit dabei, das Schechsgässchen optisch neu zu gestalten. Es soll naturbelassen sein - und trotzdem schön anzuschauen.
Mitarbeiter der Gerolzhöfer Stadtgärtnerei sind derzeit dabei, das Schechsgässchen optisch neu zu gestalten.
Mitarbeiter der Gerolzhöfer Stadtgärtnerei sind derzeit dabei, das Schechsgässchen optisch neu zu gestalten. Foto: Klaus Vogt

Der Verbindungsweg zwischen der Nördlichen Allee und der Rügshöfer Straße wird momentan vom Team der Stadtgärtnerei neu gestaltet. Der im Volksmund "Schechs-Gässchen" genannte Durchgang war in den vergangenen Jahren recht unansehnlich geworden. Die Sträucher und Zierpflanzen in der Grünanlage waren zu alt geworden, der Durchgang zur Hunde-Toilette verkommen. Dies alles sorgte dafür, dass das Schechs-Gässchen keine sonderlich einladende Visitenkarte der Stadt war, insbesondere für jene Besucher, die ihr Fahrzeug auf den Parkplätzen an der Alitzheimer Straße abstellen, um dann zu Fuß in die Innenstadt zu gehen.

Rund zwei Wochen werden die Arbeiten unter Leitung von Stadtgärtner André Ditterich an den Randbereichen des Gässchen dauern. So lange bleibt der Durchgang gesperrt. Die Pläne hat Landschaftsgärtner Michael Finster, der Stellvertreter von Ditterich, erstellt. Die Gestaltung soll möglichst naturbelassen bleiben, sagt Finster. Die Staudenmischungen sind besonders für Bienen und Schmetterlinge attraktiv. Findlinge, Totholz und kleine Sandflächen sollen Lebensraum für Reptilien, Erdbienen und andere Insekten bieten.

Der Name des Anwohners

Der Name "Schechs-Gässchen" ist in Gerolzhofen übrigens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts geläufig. Damals wohnte in dem Haus oben rechts am Eingang der kleinen Gasse die Familie Joseph Schech, die erstmals 1857 in Urkunden im Stadtarchiv erwähnt wird und der Gasse ihren Namen gab.

Am jetzigen Durchgang durch die äußere Stadtmauer stand früher der so genannte "viereckige Turm". Das mehrstöckige Bauwerk war neben den benachbarten kleineren Rundtürmchen das wichtigste Bollwerk auf der Nordseite der städtischen Verteidigungsanlagen. In Friedenszeiten wohnten arme Leute im Turm, zum Beispiel die städtische Gänsehirtin oder obdachlos gewordene Knechte und Mägde. Zu beiden Seiten der kleinen Gasse standen in der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg noch vier armselige Wohnhäuser. Diese Häuschen wurden später wegen Baufälligkeit abgerissen und ihre Grundstücke in die Gärten der großen Wohnhäuser entlang der Rügshöfer Straße  integriert.  

Dieser alte Grenzstein der Stadt Gerolzhofen war all die Jahre hinter einer dichten Vegetation versteckt und kam jetzt wieder zum Vorschein.
Dieser alte Grenzstein der Stadt Gerolzhofen war all die Jahre hinter einer dichten Vegetation versteckt und kam jetzt wieder zum Vorschein. Foto: Klaus Vogt

Abbruch um Jahr 1800

Im Jahr 1800 erhielt der Maurermeister Balthasar Rosentritt den Auftrag, in einer dreiwöchigen Aktion die oberen Stockwerke des viereckigen Turms abzubrechen. Nur die untere Vierung blieb stehen. Bis 1802 konnte man sich dort beim Abbruch noch gebrauchte Quadersteine abholen. 1851 stürzte dann auch der verbliebene Turmrest in sich zusammen. Die Stadt Gerolzhofen beauftragte daraufhin Handwerker, um dort einen Durchgang hinaus zur Nördlichen Allee zu schaffen.

Bei den jetzigen Aufräumarbeiten kamen auch zwei alte eingemauerte Grenzsteine zum Vorschein, die in den vergangenen Jahren hinter der dichten Vegetation verschwunden waren. In beide Steine ist kunstvoll der Großbuchstabe "G" eingeschlagen. Bei der jetzigen Neuanpflanzung werde man bei der Auswahl der Sträucher darauf achten, dass die Grenzsteine künftig sichtbar bleiben, versichert Michael Finster von der Stadtgärtnerei. 

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