HAUSEN

Einhundert Prozent Rückendeckung

Zwei Mal 100 Prozent Zustimmung: Bei der CSU-Nominierungsversammlung für den Stimmkreis 608 (Schweinfurt Stadt und Land) wurden Stefan Funk (links) für den Bezirkstag und Gerhard Eck als Direktkandidat für den Landtag nominiert, was nicht nur die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber erfreute. Foto: Oliver Schikora

Parteiveranstaltungen, in Wahljahren zumal, haben auch viel mit Seelenstreicheln und Parteifolklore zu tun. Das war bei der CSU Schweinfurt Stadt und Land im Sportheim der SG Hausen nicht anders. Die nach dem eigenen historisch schlechten Wahlergebnis bei der Bundestagswahl und dem Erstarken der AfD auf Bundesebene durchgeschüttelten Christsozialen geben sich vor der Landtagswahl am 14. Oktober wieder kämpferisch.

Und geschlossen. Langer Applaus, Bravo-Rufe und jeweils hundert Prozent der Stimmen gab es für die alten und neuen Vertreter in Bezirkstag und Landtag: Innen-Staatssekretär Gerhard Eck soll auch die nächsten fünf Jahre als Direktkandidat die Interessen der Region in München vertreten. Und der Fraktionsvorsitzende der CSU im Schweinfurter Stadtrat, Stefan Funk, soll dies weiterhin als Bezirksrat in Würzburg.

Kämpferische Rede Ecks

Gerhard Eck – von der Bundestagsabgeordneten Anja Weisgerber (Schwebheim) als „unterfränkische Speerspitze am Kabinettstisch“ geadelt – hielt vor der Nominierung eine kämpferische Rede, bei der er die aus seiner Sicht vorhandenen Verdienste der CSU in den vergangenen Jahren in Bayern und im Bund in den Mittelpunkt stellte. Ob Wirtschaftswachstum, sinkende Arbeitslosigkeit, Verkehrsinfrastruktur, Wirtschafts- und Schulpolitik, Digitalisierung, niedrige Kriminalitätsraten und innere Sicherheit: Bayern stehe laut Eck überall an der Spitze, „Wir müssen Kraft aufnehmen und Selbstvertrauen haben“, so Eck.

Dreh- und Angelpunkt der CSU-Politik in den vergangenen fünf Jahren sei der Fokus der Staatsregierung auf die kommunale Ebene gewesen. Für den 58-Jährigen, der seit 1998 Landtagsabgeordneter ist und vorher 20 Jahre Bürgermeister in Donnersdorf war, eine Herzensangelegenheit. 9,6 Milliarden Euro betrage der kommunale Finanzausgleichheit mittlerweile durch den Freistaat.

Kritik an den Freien Wählern wegen Strabs-Volksbegehren

Interessant an Ecks Rede: Er fand klare, mit Beifall bedachte Worte zum Thema Asyl („Wer das in Frage stellt, ist bei der CSU falsch“), betonte, Flüchtlingen werde immer geholfen, im Gegenzug müssten sie sich aber auch registrieren lassen und integrieren. Die AfD erwähnte Eck mit keinem Wort, die Freien Wähler schon. Ziemlich deutlich sogar, wie er es seit einigen Wochen tut, wenn das Thema auf die geplante Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) kommt.

Die im Moment im Landtag vertretenen Parteien hätten sich auf eine Lösung geeinigt, die den Kommunen mehr Freiraum lasse. Diese hätten die Freien Wähler aus wahltaktischen Motiven aufgekündigt und ein Volksbegehren gestartet, bei dem die Bürger aus Ecks Sicht falsch informiert würden. „Irgendjemand muss am Ende bezahlen, das sind alles Steuergelder.“ Die Staatsregierung werde nun eine Lösung erarbeiten, um die „Kommunen nicht im Regen stehen zu lassen.“

Als Eck schließlich 93 von 93 Stimmen für die Nominierung als CSU-Direktkandidat im Stimmkreis 608 für die Landtagswahl bekam, neckte ihn Wahlleiter Gerhard Martin als „Kim Jong Eck“. Dass auch Martin Schulz mal 100 Prozent Zustimmung bei seiner Wahl zum SPD-Vorsitzenden bekam, blieb unerwähnt, wie überhaupt die „Sozen“ in Ecks Wahlkampfrede keine Rolle spielten.

Hilfe für Bürger vor Ort

Stefan Funk, ebenfalls einstimmig wieder nominiert, stellte die Arbeit des Bezirkstags im sozialen, kulturellen und Gesundheitsbereich vor. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Projekte in der Region mit Hilfe des Bezirks – wie das Rückert-Poetikum in Oberlauringen, der Neubau der Passionsspielstätten in Sömmersdorf oder das kleine Stadttheater in Gerolzhofen – umgesetzt worden. Werneck sei mit seinen Bezirks-Kliniken und 2200 dort angesiedelten Arbeitsplätzen fast schon „Gesundheits-Hauptstadt Unterfrankens“, so Funk. Er wolle „den Bürgern vor Ort helfen und beraten“, so der 57-jährige geschäftsleitende Beamte der Gemeinde Nüdlingen (Lkr. Bad Kissingen).

Rückblick

  1. Funk CSU-Fraktionschef im Bezirk
  2. SPD in Schweinfurt: Die Geschichte eines Niedergangs
  3. Amtlich: Knoblach und Graupner im Landtag
  4. Grüne Sensation und etwas Hoffnung
  5. Funk verteidigt Direktmandat der CSU
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  7. Landtag: Graupner wahrscheinlich drin, Petersen nicht
  8. Absturz der SPD, Blaues Auge der CSU und Öko-Sekt
  9. Standpunkt: Eine Zäsur auch für Kommunen
  10. „Absolut frustrierend“ - Bei der SPD herrscht Ratlosigkeit
  11. Freude und Erschütterung im Rathaus
  12. Leidensmienen bei der CSU
  13. Graupner: „Wir werden den Finger in die Wunde legen
  14. Bayern-Wahl: Wie hat Ihre Gemeinde gewählt?
  15. Schweinfurt ist bunt – Für Würde, Freiheit und Vielfalt
  16. SPD: Kämpfen um jede Stimme
  17. SPD-Frauenpower mit Andrea Nahles
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  21. Eine Pflegekraft für höchstens vier Patienten
  22. Labus will bei Bezirksumlage mitentscheiden
  23. Mindestlohn in der Pflege
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  25. Laute Stimme für Menschen mit Behinderung
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  27. Investition in hiesige Kliniken des Bezirks
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  30. Solidarität ist ihr Herzensanliegen
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  32. Bayernpartei setzt auf neues Rentenmodell
  33. ÖDP: Mehr Demokratie dem Volk
  34. Natascha Kohnen: Dickes Lob für Schweinfurts Haltung gegen Rechts
  35. Das Wohl der Tiere hat hohen Stellenwert
  36. Partei will „Ungleichbehandlung Frankens“ beseitigen
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  38. "Wahlhilfe" im Stimmkreis Schweinfurt: Wen sollten Sie wählen?
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  41. CSU-Wahlkampf: Bei Waltraud und Mariechen
  42. Einhundert Prozent Rückendeckung
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