DINGOLSHAUSEN

Einigkeit bei den Holzrechten

Bevor der Streit um die Sitzverteilung in der künftigen Verbandsversammlung entbrannte, hatten der Stadtrat und der Gemeinderat beim Aufstellen der neuen Zweckverbandssatzung schon bei mehreren Punkten eine Einigung erzielt. Insbesondere ging es um die althergebrachten Holzrechte.

Der Satzungsentwurf, in dem mehrere Verbesserungsvorschläge des Waldpflegeausschusses eingearbeitet worden waren, war am vergangenen Montag vom Landratsamt nach Gerolzhofen und Dingolshausen gemailt worden. Der Gerolzhöfer Stadtrat hatte die Satzung am Montagabend schon auf dem Tisch und konnte sie beraten. Der Dingolshäuser Gemeinderat, der ebenfalls am Montag zeitgleich getagt hatte, bekam den aktuellen Entwurf hingegen nicht zu sehen, weil Bürgermeister Lothar Zachmann aus Zeitgründen seine Mails nicht abgerufen hatte. In der gemeinsamen Sitzung von Stadt- und Gemeinderat stellte VG-Geschäftsstellenleiter Johannes Lang deshalb die Satzung noch einmal Satz für Satz vor und erklärte die Änderungen.

Dingolshausens Zweiter Bürgermeister Norbert Götz, selbst langjähriges Mitglied der Waldpflege, legte Wert darauf, dass der Fortbestand der verschiedenen Rechte ausdrücklich in die neue Satzung des Zweckverbandes aufgenommen wird. Es gibt das Bauholzrecht und das Brennholzrecht (das offenbar auch als „Besoldungsholz“ bezeichnet wird):

• Das Bauholzrecht liegt auf bestimmten Grundstücken in den Altorten und ist im Grundbuch eingetragen. Werden Bauarbeiten am Haus oder an der Scheune vorgenommen, gab es früher dazu Holz aus dem Bürgerwald. Heute wird seitens der Waldpflege ein bestimmter Geldbetrag an den Grundstückseigentümer ausbezahlt. Das Bauholzrecht kann man sich gegen Geld auch ablösen lassen, das Recht wird dann im Grundbuch gelöscht.

• Das Brennholzrecht regelt die Verteilung des im Bürgerwald anfallenden Brennholzes zwischen den Kommunen Gerolzhofen und Dingolshausen. Dabei kommt ein „althergebrachter Verteilerschlüssel zum Einsatz, der nirgends aufgeschrieben ist“, erklärte Norbert Götz. Auch diese Verteilung orientiert sich nicht am tatsächlichen Verhältnis der Herdstätten (84 Prozent Gerolzhofen, 16 Prozent Dingolshausen), sondern schreibt – aus welchen Gründen auch immer – vor, dass von den ersten 542 Brennholz-Ster genau 187 Ster (etwa 35 Prozent) der Gemeinde Dingolshausen zustehen. Die restlichen 65 Prozent der Ster gehen nach Gerolzhofen.

Johannes Lang sagte, grundsätzlich müssten diese Rechte nicht in die Satzung aufgenommen werden, weil sich diese nur mit der Bewirtschaftung des Wald beschäftige. Es herrschte jedoch Einverständnis, dass in der Vorbemerkung der Satzung ein entsprechender Passus aufgenommen wird, wonach die neue Zweckverbandssatzung nichts an den Holzrechten und deren Verteilerschlüssel ändert.

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