Schweinfurt

Elektrischer Drahtesel für städtische "Kleintransporte"

Das Lastenfahrrad des Stadtjugendrings kann mehr als nur Sofa schleppen. Künftig will auch die kommunale Jugendarbeit den Radtransporter nutzen. Aber es geht noch mehr.
Das blaue Lastenfahrrad des Stadtjugendrings wird künftig nicht nur das Sofa transportieren, auf dem junge Leute Platz nehmen, um zu artikulieren, wo sie beim Thema Schweinfurt der Schuh drückt. Auch kleine Transporte, wie sie zum Beispiel bei der kommunalen Jugendarbeit erledigt werden müssen, werden damit gemacht. Darüber freuen sich (von links) Thorsten Schubert (kommunale Jugendarbeit), Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Tobias Freibott (stellvertretender Vorsitzender des Stadtjugendrings) und Sozialreferent Jürgen Montag. Foto: Helmut Glauch

"Ja mir san mit'm Radl da." Diesen Uralt-Gassenhauer pfeift vielleicht demnächst so mancher städtische Mitarbeiter, wenn er Kleintransporte oder Botengänge, wie sie nun auch einmal bei einer Verwaltung anfallen, mit dem Rad erledigt. Mit dem Elektro-Lastenfahrrad des Stadtjugendrings genauer genommen, für das der Begriff "Drahtesel" eine ganz neue Bedeutung bekommen könnte.

Das Lastenfahrrad des Stadtjugendrings, der "sjrXpress", war bislang vor allem als "Sofatransporter" im Einsatz. Ein Sofa, das immer wieder dorthin gebracht wurde, wo junge Leute sind, die Verbesserungsvorschläge im Hinblick auf ihre Stadt machen wollen. Gut drei Monate waren Vertreter des Stadtjugendrings im Stadtgebiet unterwegs, um Jugendliche nach ihrer Meinung zu befragen und ihnen so, obwohl noch nicht wahlberechtigt, Teilhabe an lokalpolitischen Entscheidungsprozessen zu ermöglichen. Das Rad und der Lastenanhänger wurden im Wesentlichen durch Fördermittel des bayerischen Jugendringes und einer Spende von Bürgermeisterin Sorya Lippert finanziert. Für Rad, Anhänger und Equipment wurden zusammen rund 9500 Euro ausgegeben. 

"Ist ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell daran", so das Fazit von Oberbürgermeister Sebastian Remelé, der ein paar Proberunden dreht und dabei sichtlich Spaß hat. Foto: Helmut Glauch

Mitte März endet das Projekt, der Einsatz des Lastenfahrrads geht aber weiter, und es bekommt sogar neue Aufgaben. Es wird künftig nicht nur den im Stadtjugendring organisierten Jugendverbänden zur Verfügung stehen. Auch städtische Mitarbeiter sollen das Lastenfahrrad für ihre Dienstgeschäfte nutzen können.

Lego-Transporter oder Material für Spielfeste liefern

Und da wird es zunächst die kommunale Jugendarbeit sein, die sich eine vielfältige Nutzung des Rades vorstellen kann. Immerhin können auf den Hänger oder in den 1,3-Kubikmeter-Container bis zu 180 Kilo Zuladung gepackt werden, die das blaue High-Tech-Lastenrad zu schleppen vermag. Thorsten Schubert von der kommunalen Jugendarbeit skizziert schon einmal mögliche Einsatzfelder. So ist daran gedacht, die bunten Spielsteine, die bei den Lego-Action-Tagen zum Einsatz kommen, beim nächsten Mal mit dem Rad nach Oberndorf zu bringen. Rein in die Dr.-Pfeifer-Schule, Anhänger runter und schon ist das Lego dort, wo es hingehört, so der Plan.

Material zum Jugendhaus bringen, Flyer und Prospekte dorthin fahren, wo sie gebraucht werden, Spielfest-Material transportieren – Ideen gibt es viele, wie man künftig solche städtischen Kleintransporte klimaneutral  gestalten könnte.  Die Stadt besitzt zwar schon einige E-Bikes, das Lastenfahrrad des Stadtjugendringes wird die Transportkapazitäten der kleinen E-Fahrradflotte aber erheblich erweitern.  

Man wird sehen müssen, wie das Lastenrad auch über die Belange der kommunalen Jugendarbeit hinaus angenommen wird. Oberbürgermeister Sebastian Remelé jedenfalls drehte schon einmal ein paar Runden, bevor das Rad, auf weitere Einsätze wartend, in der Tiefgarage des Rathauses abgestellt wurde.  

Solche Einsätze waren bisher die Hauptaufgabe des Lastenfahrrads. Das Stadtjugendring-Sofa wurde zu seinen Einsatzorten, hier der Roßmarkt, gebracht. Junge Leute konnten darauf Platz nehmen und ihre Wünsche im Hinblick auf ihr Leben in der Stadt artikulieren. Ansprechpartner waren unter anderem (von links) Martina Artes, Mia Vierengel und Christian Starodub vom Stadtjugendring. Foto: Vierengel

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