SCHONUNGEN

Ende der Sanierung in greifbarer Nähe

Sattler-Altlast: Landrat Florian Töpper (links) ließ sich am Montag von Thomas Benz den Fortgang der Arbeiten erläutern. Foto: Josef Schäfer

„Die Dinge nehmen Konturen an.“ Umweltamtsleiter Volker Leiterer hat am Montagnachmittag seinem Chef, Landrat Florian Töpper, den Baufortschritt bei der Sanierung der Sattler-Altlast in Schonungen gezeigt. Der Austausch der verseuchten Erde soll im Juni abgeschlossen sein. Mit dem Ende der städtebaulichen Umgestaltung rechnet er für den Herbst. Damit wären Landratsamt und Gemeinde im Zeitplan. Töpper sprach erneut von einer „logistischen Glanzleistung aller Beteiligten“.

Momentan läuft die Sanierung im vierten und letzten Baufeld, das laut Töpper eine besondere Herausforderung darstellt. Wie Leiterer erläuterte, bearbeitet man dort eine doppelte Altlast: Schwermetalle im Boden stammen von der Sattler-Farbenproduktion im 19. und 20. Jahrhundert, zudem gibt es dort Leichtflüchtige Halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW), die aus dem Betrieb einer früheren Wäscherei stammen. Zwar seien Schadstoffe schon vor Jahrzehnten beseitigt worden, mit der Sanierung der Sattler-Altlast habe man dem Eigentümer angeboten, verseuchte Erde zu bergen.

Ein Großbohrer zieht Quadratmeter für Quadratmeter Erde nach oben. In verschlossenen Containern wird sie je nach Schadstoffgehalt in Deponien gelagert. Zum Beispiel in Leverkusen und Dormagen. Weil die Entfernungen so groß sind, so Thomas Benz vom Landratsamt, habe man erst jetzt die anvisierte Tagesleistung von 250 Tonnen erreicht. Und auch beim Besuch des Landrats am Montag stand der Betrieb für einige Zeit still: Ein Lkw auf dem Weg von Nordrhein-Westfalen stand im Stau.

Leiterer gab sich sehr zuversichtlich, dass das Bauende in diesem Jahr erreicht wird, was für die Gemeinde wichtig sei, denn nur dann bekommt sie auch europäische Fördermittel für den Städtebau. Der Chef des Umweltamts schloss aber nicht aus, dass vielleicht auch an Samstagen gearbeitet werden muss, um das Ziel zu erreichen.

In diesem Zusammenhang würdigte Landrat Töpper den Anwohnerschutz: Dabei würden „alle Register gezogen“. Leiterer bestätigte zudem, dass sich die Atmosphäre vor Ort nach Ruppigkeiten zum Baustart beruhigt habe. Auf beiden Seiten habe es „einen Anpassungsprozess an die Realität gegeben“, wozu auch die Informationspolitik des Landratsamts beigetragen habe. Wie Benz sagte, habe es in diesen Tagen den 100 000. Zugriff auf die Internetseite schonungen-saniert.de gegeben. Die Bewohner sähen nun das Ende greifbar nahe, sagte Leiterer. Auch bei ihm mache sich schon Vorfreude breit.

 

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