SCHWEINFURT

Energiewende ist teuer, Wasser rar

Jahrestagung des VBEW (Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V.) und DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. Landesgruppe Bayern): Von links Detlef Fischer (Geschäftsführer des VBEW), Wolfgang Brandl (Vorsitzender des VBEW), Thomas Kästner (Geschäftsführer der Stadtwerke Schweinfurt), Rainer Dumke (Stellvertretender Vorsitzender der DVGW Landesgruppe Bayern), Jörn-Helge Möller (Geschäftsführer der DVGW Landesgruppe Bayern).
Jahrestagung des VBEW (Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V.) und DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. Landesgruppe Bayern): Von links Detlef Fischer (Geschäftsführer des VBEW), Wolfgang Brandl (Vorsitzender des VBEW), Thomas Kästner (Geschäftsführer der Stadtwerke Schweinfurt), Rainer Dumke (Stellvertretender Vorsitzender der DVGW Landesgruppe Bayern), Jörn-Helge Möller (Geschäftsführer der DVGW Landesgruppe Bayern). Foto: Julia Haug

Die Energiewende beschäftigt die bayerischen Energie- und Wasserversorger schon seit Jahren. Eines der Ziele: Bis 2050 soll mehrheitlich klimaneutral gewirtschaftet werden. Auch beim jährlichen Treffen der Verbände DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, Landesgruppe Bayern) und des VBEW (Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft), das am 12. und 13. Juli in Schweinfurt stattfindet, stehen die wegweisenden Änderungen im Mittelpunkt: „Unser gesamter Wirtschaftszweig muss sich neu strukturieren“, sagt etwa Detlef Fischer, VBEW-Geschäftsführer.

Nach Meinung der Verbandsvertreter ist die Energiewende bisher zu sehr als Stromwende verstanden worden: Nur zusammen mit anderen Sparten wie der Wärmeversorgung und dem Verkehr könne die Wende gelingen – und sofern „alle gesellschaftlichen Gruppen“ daran mitwirkten. Auch die intakte Infrastruktur des Gasnetzes sollte noch eine Weile genutzt werden, ist DVGW-Landesgruppen-Geschäftsführer Jörn-Helge Möller überzeugt, gekoppelt mit der neuen Power-to-Gas-Technologie, die per Wasserelektrolyse „synthetisches oder grünes Gas“ herstellt, das besser speicherbar als Strom ist.

Verbände: Die Energiewende kostet alle Beteiligten Geld

Ein Zwischenfazit, das sich inzwischen an vielen Stellen zeige: „Die Energiewende kostet Geld“, sagt Thomas Kästner, Geschäftsführer der Schweinfurter Stadtwerke und Gastgeber für die Tagung. Industriebetriebe bleibe inzwischen nichts anderes übrig als Standorte nach Stromkosten zu vergleichen – sowohl im europäischen Ausland als auch innerhalb Deutschlands, wo es noch bis 2022 laut Kästner „ungerecht“ zugehe: Je nach zuständigem Übertragungsnetzbetreiber zahlen Strombezieher derzeit unterschiedlich hohe Netzentgelte. Erst kürzlich, Ende Juni, hat das Bundeskabinett das geändert, Entgelte sollen stufenweise bis Anfang 2022 bundesweit einheitlich verteilen werden.

Um den Strompreis langfristig „im Rahmen zu halten“, kritisiert VBEW-Vorsitzender Wolfgang Brandl zudem die von der Staatsregierung gegenüber dem Bauernverband zugesagte jährlich Entschädigung für Grundstückseigentümer entlang neu zu bauender Gleichstromtrassen wie SuedLink. Brandls Befürchtung: Eine Ausnahmeregelung für Gleichstromtrassen könnte auch auf andere Stromleitungsarten ausgeweitet werden.

Verbände: Fernwasseranschlüsse fangen Wasserknappheit auf

Auch Wasser ist Gegenstand der Energieversorger-Tagung: Die Grundwasserneubildung sei in den vergangenen Jahren in vielen Regionen Bayerns, darunter Unterfranken, rückläufig gewesen. Mehr als 90 Prozent des bayerischen Trinkwassers speist sich laut Statistischem Landesamt nach wie vor aus Grundwasser. Die kleinteilige Wasserversorgung in Bayern sei jedoch kein geeignetes Zukunftsmodell, Fernwasseranschlüsse meist die sinnvollere Lösung. VBEW-Geschäftsführer Fischer: Unterfranken sollte „sich über die grundsätzliche Wasserpolitik Gedanken machen“ – auch in Form von Talsperren als Trinkwasserspeicher.

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) hat über 13 600 Mitglieder und erarbeitet die allgemein anerkannten Regeln der Technik für Gas und Wasser. Der Verein fördert Forschungsvorhaben.

Der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) repräsentiert mit seinen 386 Mitgliedsunternehmen die bayerische Strom-, Gas-, Fernwärme-, Wasser- und Abwasserwirtschaft. Zu den Mitgliedsunternehmen zählen kommunale, private und genossenschaftliche Energie- und Wasserversorger.

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