EBRACH

Erich Weininger zum Ehrenbürger ernannt

Altbürgermeister Erich Weininger (rechts) wurde zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Ebrach ernannt. Im Bild link: Bürgermeister Max-Dieter Schneider. Foto: FOTO Barbara Gülta

(bg) „In den 34 Jahren meiner Amtszeit habe ich nicht mehr und nicht weniger als meine Pflicht erfüllen“, sagte Altbürgermeister Erich Weininger (85), der für sein Wirken zum Wohle der Marktgemeinde zum Ehrenbürger ernannt wurde.

In seiner Rede ging Bürgermeister Max-Dieter Schneider auf den Werdegang Erich Weiningers ein. Dieser machte von 1938 bis 1941 eine Ausbildung in der Verwaltung des Marktes, absolvierte 1941/42 ein Praktikum bei der Gemeinde Aschau im Chiemgau und leistetet anschließend Kriegsdienst. Von 1945 bis 1956 arbeitete er wieder bei der Marktgemeinde, erst als Angestellter, dann als Beamter und zuletzt als Geschäftsleiter. In diese Zeit, so der Bürgermeister, fiel auch sein Studium an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, das er mit dem Grad Diplom-Verwaltungswirt abschloss. 1956 wurde Erich Weininger erstmals zum Bürgermeister von Ebrach gewählt. Fünf Wiederwahlen folgten. Er übte dieses Amt bis 1990 aus.

Während seiner Amtszeit wurde unter anderem die Wasserversorgung modernisiert, eine moderne Abwasserentsorgung geschaffen, das Schwimmbad gebaut, Gewerbebetriebe angesiedelt, die Volksschule und das Rathaus umgebaut. „Glanzlichter in der Verbesserung der Infrastruktur waren in meinen Augen, dass es gelungen ist, in Ebrach eine Jugendherberge und eine Realschule anzusiedeln“, informierte Schneider.

Erich Weiniger engagierte sich auch für die Marktgemeinde in vielen Vereinen und Verbänden und wirkte in etlichen Gremien auf Kreis-, Landes-, Bundes- und sogar europäischer Ebene in herausragender Position mit. Unter anderem war er im Rat der europäischen Gemeinden in Straßburg.

Landrat Günther Denzler (Bamberg) gratulierte zur Verleihung. „Erich Weininger war eine Institution im Steigerwald“, betonte er und wies darauf hin, dass es in Bayern und in Deutschland keine hohe Auszeichnung gebe, die der gebürtige Ebracher nicht erhalten habe. Als Beispiele nannte er das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden. Erich Weininger bezeichnete er als angenehmen Gesprächspartner mit ausgeglichenem Charakter. Er habe es verstanden, den Ort weiterzuentwickeln und dabei die denkmalsgeschützte Substanz zu erhalten. „Der Markt Ebrach und der Landkreis haben Ihnen viel zu verdanken“, so der Landrat.

„Das hast du verdient“, stellte Josef Martin, Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags und Nachfolger Weiningers fest, und dankte ihm für sein Engagement und seine Leistungen. „Ich habe es gemacht, weil Ebrach mein Heimatort ist“, sagte der Geehrte, dem der Markt anlässlich seines 85. Geburtstags am 23. März die Ehrenbürgerwürde verliehen hatte.

Nachdem er lange dem Steigerwaldklub vorstand, ging Weininger kurz auf das Thema Nationalpark ein. „Meiner Meinung nach ist das ein Ziel, das unbedingt verfolgt werden muss. Diese Chance bietet sich nur einmal“, meinte er. Abschließend überreichte er Bürgermeister Max-Dieter Schneider eine Arbeit über Ebrach, an der er etwa zehn Jahre gearbeitet hat. Er geht darin unter anderem auf den Einmarsch der Amerikaner, die Entnazifizierung, die Realschule und die 850-Jahrfeier 1977 ein. „Es ist wichtig, dass das für die Nachwelt erhalten bleibt. Wir werden die Arbeit in Ehren halten und entsprechend publizistisch verwerten und veröffentlichen“, sagte Schneider und bedankte sich bei Erich Weininger dafür.

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