Altenmünster

Erinnerung an Liborius Wagner soll lebendig bleiben

Sie freuen sich, dass ein 'Gedächtnisweg' für den Märtyrerpriester Liborius Wagner bald zur und um die Altenmünsterer Kirche führen wird: der Pfarrer von Stadtlauringen Dr. Eugen Daigeler (links) und Ruhestandspriester Manfred Hauck, der das Pfarrhaus bewohnt, in dem auch Liborius Wagner lebte.
Sie freuen sich, dass ein "Gedächtnisweg" für den Märtyrerpriester Liborius Wagner bald zur und um die Altenmünsterer Kirche führen wird: der Pfarrer von Stadtlauringen Dr. Eugen Daigeler (links) und Ruhestandspriester Manfred Hauck, der das Pfarrhaus bewohnt, in dem auch Liborius Wagner lebte. Foto: Rita Steger-Frühwacht

Noch in diesem Jahr wird voraussichtlich im Umfeld der katholischen Kirche in Altenmünster ein Gedächtnis- und Besinnungsweg als Erinnerung an Liborius Wagner (1593-1631) entstehen. "Der Weg soll zum einen über die Lebensgeschichte des 1974 selig gesprochenen Märtyrerpriesters informieren, aber auch seine geistigen Haltungen in den Kontext zu unserer Zeit stellen", betont Pfarrer Eugen Daigeler. Mit der technischen Gestaltung der Infotafeln und Stelen wurde der Graphikdesigner Wilfried Höhne aus Stadtlauringen beauftragt.

Der Stadtlauringer Pfarrer will damit Besuchern des Ortes das Leben dieses Seligen erschließen, der hier von 1626 bis zu seinem Tod als Priester wirkte. Zunächst habe seit 1990 ein Bauerngehöft, das als Bildungshaus von der Diözese Würzburg eingerichtet worden war, das Andenken an Liborius Wagner im Ort lebendig gehalten. Nachdem dieses jedoch an Privatleute im letzten Jahr verkauft worden ist, soll die Erinnerung an den seligen Pfarrer hier nicht verloren gehen, so erläutert Eugen Daigeler sein Engagement für dieses Projekt.

Weg führt um die Kirche

Unter der Trägerschaft des Marktes Stadtlauringen werden bald zwei Infotafeln vom Dorfbrunnen aus den Weg zur von der Ortsmitte etwas abseits liegenden Kirche weisen. Die eine Tafel wird Lebensdaten enthalten und eine zweite wird kartografisch seine Aufenthaltsorte darstellen. Er war weit gereist. So weilte er zum Studium in den Jahren 1613 bis 1619 in Leipzig, Gotha und Straßburg.

Auf Initiative von Bürgermeister Friedel Heckenlauer wird der Gedächtnisweg weiter um die Kirche geführt. Die Texte auf den sechs Stelen stellen herausragende Eigenschaften von Liborius Wagner vor, "die für die Menschen heute eine Botschaft verkünden und zum Nachdenken einladen", versichert Pfarrer Eugen Daigeler.

"Was hat der Selige, der vor rund 400 Jahren lebte, mit uns heute zu tun". Unter diesen Gesichtspunkt stellte Daigeler seine Überlegungen zur Konzeption der kontemplativen Texte auf den Stelen. "Mut" sei es gewesen, der Liborius Wagner oft zu Neuem habe aufbrechen lassen und in "Treue" habe er in der kleinen Pfarrei Altenmünster und dem Nachbardorf Sulzdorf den priesterlichen Dienst in schwieriger Zeit geleistet. "Entschiedenheit" sei für ihn nötig gewesen für den Übertritt zum katholischen Glauben, da solch eine gewichtige Entscheidung in dieser Zeit auch den Bruch mit der Familie bedeutete. Ab 1622 studierte er in Würzburg Theologie, in einer Zeit, die an dieser Universität durch die Gegenreformation des erst 1617 verstorbenen Fürstbischofs Julius Echter geprägt war. Entschieden für den katholischen Glauben nahm er dafür Martyrium und auch den Tod durch schwedische protestantische Soldaten im von ihnen besetzten Schloss Mainberg auf sich.

Pfarrer und Standesbeamter

Dass er sich auch für den "Ausgleich" zwischen den Protestanten und Katholiken in den Wirren dieser Zeit einsetzte, belegt eine Eingabe an den damaligen Landesherren, den Bischof von Würzburg. Darin bittet er nach Missernte um die Stundung von Abgaben – auch für die evangelisch gewordene Bevölkerung in seinem Bereich. Größtes Bemühen verwandte er darauf, seine Verpflichtungen als Pfarrer dem Bischof gegenüber zu erfüllen, aber gleichzeitig auch seinen Aufgaben als "Standesbeamter" nachzukommen. So stellte ihn oft eine Trauung von Protestanten vor eine große Herausforderung, da er diese als katholischer Pfarrer nicht vollziehen durfte, aber sie in die Pfarrmatrikel, ähnlich unserem heutigen Personenstandsregister, eintragen musste.

Den Begriff "Freiheit" wählte Eugen Daigeler, weil Liborius Wagner zu seiner Gewissensentscheidung steht und somit "ein Zeugnis für die Freiheit des Glaubens gibt". Das Thema "Saatkorn" greift die Rezeption von Leben und Wirken bis in unsere Zeit auf.

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