SCHWEINFURT

Erschließung Eselshöhe West II

Eselshöhe West II: Das Neubaugebiet liegt zwischen der alten (rechts) und der neuen Maibacher Straße (B 286, links). Die an den Kreisel grenzenden Gebäude (rechts unten) werden komplett abgerissen. Nur eines der oberhalb stehenden Häuser (Bildmitte) bleibt. 2015, wenn die Amerikaner abgezogen und deren Flächen frei sind, sollen alle Grundstücke verkauft sein. Foto: Gerd Landgraf

Der Liegenschaftsausschuss hat noch nicht entschieden, doch vermutlich wird die Stadt samt Erschließung 190 Euro für den Quadratmeter auf der Eselshöhe West II – zwischen der alten und der neuen Maibacher Straße – verlangen. Bei Wirtschaftsförderer Hans Schnabel sind bereits stattliche 42 Voranfragen eingegangen.

Auf der Eselshöhe West II gibt es seit wenigen Tagen nur noch zwei Eigentümer: die Stadt hat jetzt 55 000 Quadratmeter, der Bauverein 18 000 Quadratmeter. Letzterer will Geschossbauten im unteren Bereich am bestehenden Kreisverkehr errichten.

Da im Sommer 2014 die ersten Häuslebauer beginnen und spätestens 2015 die letzten Grundstücke verkauft sein sollen, werden bei den aktuell frostigen Temperaturen die Grundstücke derzeit abgeräumt. Nur bis zum 1. März erlaubt der Naturschutz das Roden von Bäumen und Hecken (Brutstandorte). Anschließend werden die meisten der vielfach lange nicht mehr genutzten Häuser und Nebengebäude zwischen der alten und der neuen Straße abgebrochen. Nur eines der Häuser bleibt. Die Familie hat zwar jüngst verkauft, hat jedoch ein Wohnrecht. Auch passt der Standort des Hauses in den Bebauungsplan.

Fledermaushotel

Aufstellen muss die Stadt alsbald „Fledermaushotels“. Untersuchungen haben zwar kein Vorkommen der fliegenden Säuger ergeben, doch für den Fall, dass sie sich ansiedeln wollen, müssen Quartiere geschaffen werden. Abzusuchen ist das gesamte Gelände auf Überbleibsel aus dem letzten Weltkrieg (Kampfmitteluntersuchung). Luftaufnahmen zeigten ein Dutzend Bombenkrater und mehrere Verdachtsmomente auf Blindgänger.

Danach steht die Geländemodellierung an. Mit ihr verschwinden Mulden und Hügel. Abzutragen sind zwischen 12 000 und 13 000 Kubikmeter Erdreich, aufzuschütten 30 000 bis 35 000 Kubikmeter – auch für den eine Million Euro teuren Lärmschutz an der neuen Maibacher Straße (B 286). Die Geländemodellierung beginnt mit dem Abziehen des Mutterbodens, der zwischengelagert wird, bis die Eselshöhe West II die gewünschte Geländeform hat. Am Schluss kommt der Mutterboden zurück auf die Oberflächen.

Im August 2013 sollen die Stadtwerke anrücken, Kanal und Leitungen verlegen. Es folgt der Straßen- und Wegebau. Angebunden wird das künftige Wohngebiet mit einem neuen Kreisel an die Walther-von-der-Vogelweide-Straße. Die Trasse führt mitten durch West II und erhält im Norden einen Anschluss an die Thomas-Mann-Straße im bisherigen Neubaugebiet der Eselshöhe.

Neue Stadtbusroute

Geschaffen wird dabei auch eine Stadtbusroute, die vom Dittelbrunner Sonnenteller kommend eine Schleife über die Thomas-Mann-Straße und die Erschließungsstraße von West II bis zum Kreisel an der Vogelweide-Straße macht. Rückgebaut wird die alte Maibacher Straße zum begrünten Radweg.

Neben den 25 frei stehenden Familienhäusern (600 bis 800 Quadratmeter), den 51 Doppel- oder Reihenhäusern (200 bis 450 Quadratmeter) und den 18 Mehrfamilienhäusern sieht der Bebauungsplan einen Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern vor. Geschätzt werden die Erschließungskosten auf 4,7 Millionen Euro. Für Grunderwerb auf der Eselshöhe West II hat die Stadt Schweinfurt 2,5 Millionen Euro ausgegeben. Eine gute Hälfte des Areals wird Bauland. Für Grünflächen sind 26 Prozent vorgesehen. 20 Prozent werden für die Wege und die Straßen gebraucht.

Ortstermin: Baureferent Jochen Müller (Bild von links), Hans Schnabel (Amtsleiter Liegenschaften), Markus Sauer (Leiter Stadtplanungsamt) und Christof Klingler (Leiter Tiefbauamt). Foto: Gerd Landgraf
Ortstermin: Das Neubaugebiet liegt zwischen der alten (vorne) und der neuen Maibacher Straße (B 286, im Hintergrund). Die an den Kreisel grenzenden Gebäude werden komplett abgerissen. Im Bild von links: Hans Schnabel (Amtsleiter Liegenschaften), Baureferent Jochen Müller, Markus Sauer (Leiter Stadtplanungsamt) und Christof Klingler (Leiter Tiefbauamt). Foto: Gerd Landgraf

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