SCHWEINFURT

Erstaufnahme: Bedarf an Kinderkleidung

Hier werden die Spenden sortiert. Foto: Anand Anders
Hier werden die Spenden sortiert. Foto: Anand Anders

„Wir brauchen dringend Kleidung für Kinder und Babys“, sagt Thomas Lindörfer, BRK-Kreisgeschäftsführer. Die Regale in der Kleiderkammer in der Erstaufnahme in der ehemaligen Ledward-Kaserne sind ziemlich leer geräumt.

In Hoch-Zeiten kamen bis zu 300 Leute am Tag in die Kleiderkammer, zur Zeit sind es gut 50, es ist täglich geöffnet. 535 Menschen leben in der Erstaufnahme, die Platz für 1460 bietet.

Helfer und Bufdis kümmern sich um Auspacken der Säcke, Sortieren, Ausgabe der Spenden, die viele persönlich vorbeibringen im BRK–Bereich vor dem Eingang der Erstaufnahme, dort in die Klappe werfen oder zum Roten Kreuz in die Gorch-Fock-Straße bringen. In der Erstaufnahme werden auch Sachen sortiert, die in die beiden Rot-Kreuz-Läden in Schweinfurt gehen. „Der Bedarf ist groß“, sagt Lindörfer.

Überraschungen beim Auspacken

Das Auspacken der Säcke ist manchmal spannend. Da landen Sachen auf dem Tisch, die vielleicht eher was für den Abfall gewesen wären. „Vom Gebiss bis zur Slipeinlage war alles dabei“, sagen Erika Gehling und Luise Erford, die fleißig am Sortieren sind. Luise Erford hat eine Bitte an Spender: Auf Säcke mit alten Stoffen, beschädigten Sachen Abfall drauf schreiben. Das kann gleich in die Verwertung, ohne dass jemand alles anpacken muss.

Was wird außer Kindersachen noch gebraucht? Männerschuhe, Kleidung für schmale Menschen und auch größere Taschen oder Koffer. Für den Rot-Kreuz-Laden in der Gabelsberger Straße werden auch Haushaltsgegenstände gebraucht. Dort gibt es zur Zeit auch Bad-Einrichtungen, die aus den Häusern aus Askren Manor stammen. Die Kücheneinrichtungen der US-Siedlung gingen schon an Bedürftige, die Aktion war ein großer Erfolg, so Lindörfer.

Somalier die Hauptgruppe

Waren früher vor allem Syrer, Afghanen und Ukrainer in der Erstaufnahme, sind jetzt Somalier und Armenier die Hauptgruppe, erzählt Alexander Warkotsch, der Leiter der Erstaufnahme. Die Helfer mussten sich leicht umstellen. Die Mentalität der neuen Bewohner ist in manchen Dingen anders, erzählen Warkotsch und Lindörfer. So haben Menschen, die aus Somalia kommen, nicht unbedingt Vertrauen darauf, das sie auch als Zehnter in einer Schlange noch etwas bekommen, bei der Taschengeldausgabe zum Beispiel. Da macht man da schon mal lautstark auf sich aufmerksam.

Einige Probleme hat es in den vergangenen Monaten mit Algeriern gegeben (wir berichteten). Das habe sich aber gelegt, so Warkotsch. Auch dank der guten Zusammenarbeit mit der Polizei und der Justiz. „Es war schnell klar, dass in Schweinfurt nicht gut Kirschen essen ist mit Leuten, die Ärger machen.“

Wer als Ehrenamtlicher mithelfen möchte: info@brk-schweinfurt.de

Die Regale mit Kinderkleidung sind ziemlich leer geräumt in der Kleiderkammer in der Erstaufnahme. BRK-Kreisvorsitzender Thomas Lindörfer unterhält sich mit einer Asylbewerberin, die mithilft. Foto: Anand Anders

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