Euerbach

Euerbach: Noch Probleme mit Asylbewerbern?

Asylbewerber nach dem Einkauf im Netto-Markt in Euerbach. Jüngst hatte es Beschwerden über einige Bewohner des Ankerzentrums wegen angeblicher Belästigung oder Bedrohung gegeben. Wie ist bei nüchterner Betrachtung die Lage zurzeit? Foto: Stefan Sauer

Ende August hatte Euerbachs Bürgermeister Arthur Arnold auf der Gemeinde-Homepage berichtet, dass es in jüngster Zeit im Gewerbegebiet um den Discounter Netto und die im Gebäude integrierte Bäckerei sowie teils an der Aral-Tankstelle Beschwerden über das Verhalten von Asylbewerbern gegeben habe, die seit Juni im nahen Ankerzentrum (Ex-Conn-Kaserne) auf der Anhöhe von Geldersheim untergebracht sind. Vor allem Frauen seien von den meist jugendlichen Afrikanern "angesprochen und bedrängt oder bedroht" worden.

Pöbeleien im Internet

Die Polizei bitte darum, über Bedrohungs- oder Gefährdungssituationen informiert zu werden, hieß es weiter in der Mitteilung des Bürgermeisters. Dann werde sie vor Ort feststellen, ob eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit vorliegt. Auf Facebook begann darauf eine Kommentarschlacht mit deutlich über 100 überwiegend ausländerkritischen und pöbelnden Einträgen. Nur wenige "User" fragten sich, ob der Unmut der Kritiker genau so heftig ausfiele, wenn zum Beispiel blonde Schweden vor der Supermarkttür ein Dosenbier tränken und nicht dunkelhäutige Afrikaner.   

Damit hatte Bürgermeister Arnold nicht gerechnet. Im Gespräch mit dieser Redaktion kritisierte er mit deutlichen Worten, dass sich Nicht-Euerbacher in Internet-Foren auf das Thema stürzten, um gegen Asylbewerber zu hetzen. "Das ist mir zuwider", sagte der Bürgermeister, der für sich in Anspruch nimmt, ein christliches Menschenbild zu vertreten, das jeden Menschen gleichwertig respektiere. Arnold sagte letzte Woche ebenfalls, dass er zeitnah seinen Beitrag auf der Internetseite der Gemeinde um das Ergebnis der Polizeierkenntnisse ergänzen und gegebenenfalls entsprechend ändern werde.     

"Alles ruhig momentan"

Das ist inzwischen geschehen. Nun heißt es, bei der Gemeinde sei vorgetragen worden "dass Personen belästigt wurden und diese das als subjektive Bedrohung aufgefasst haben". Weiter heißt es nunmehr, dass bei der Polizei "bisher keine Mitteilungen über begangene Straftaten, insbesondere Bedrohungen oder Gewaltdelikte, eingegangen sind". Durch Alkoholisierung oder Lärm seien aber einige Personen aufgefallen und zwei Platzverweise erteilt worden.    

Wörtlich heißt es nun in einem Absatz von Arnolds Mitteilung: "Dieses subjektive Bedrohungsgefühl der Bürgerinnen und Bürger lässt sich durch die Einsatzberichte der Polizei nicht bestätigen. Die Sicherheit in Euerbach ist gewährleistet."  Wie ist die Lage zurzeit, hat sie sich etwas beruhigt oder sind Beschwerden dazu gekommen?  "Alles ruhig momentan", sagt auf Anfrage der Klaus Wolf, Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Euerbach auf Anfrage. Zumindest seien der Gemeinde keine weiteren Vorkommnisse bekannt gegeben worden. 

Nichts Negatives erfahren

"Die Ergebnisse der Polizei haben die Beschwerden ja deutlich relativiert", sagt Alexander Warkotsch. Insofern sehe er aktuell auch keinen Gesprächsbedarf mit der Gemeinde Euerbach. Er leitet das Ankerzentrum Unterfranken, das erst vor einem Vierteljahr von der Schweinfurter Ledward-Kaserne in die Conn-Kaserne umgezogen ist. Bisher ist Warkotsch nicht zu Gesprächen über die angebliche Bedrohung Euerbacher Bürgern durch Bewohner des Ankerzentrums geladen worden.

Sollte das Thema erneut aktuell werden, wäre er froh, dabei sein zu dürfen, sagt Warkotsch. Die Lagebeurteilung der Polizei sei derzeit erfreulicherweise aber "eher beruhigend". Der Ankerzentrumsleiter hat sich jüngst erst in seiner Mittagspause im Café am Netto-Markt bei einem Cappuccino selbst ein Bild gemacht, berichtet er. Er habe auch mit Beschäftigten der Geschäfte dort gesprochen und ihm sei nichts Negatives berichtet worden.

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