HANDTHAL

Fällen, schärfen, rücken

Interessierte Blicke: Hier wurde vorgeführt, wie eine Kettensäge geschärft wird. Foto: Matthias Beck

An die Eröffnung des Steigerwaldzentrums am Freitag und Samstag schloss sich als Großveranstaltung am Sonntag der Waldbesitzertag an. Der Projektleiter vom Steigerwaldzentrum, Stephan Thierfelder, schätzte die Besucherzahl auf etwa 2000 bis 3000 Waldbesitzer, fachlich Interessierte und weitere Gäste.

Staatssekretär Gerhard Eck, Landrat Florian Töpper und die Waldprinzessin Stefanie Wecker eröffneten den Tag. Michael Suda, Professor für Wald- und Umweltpolitik an der TU München, hielt den Festvortrag. Im Wesentlichen zeigte er darin auf, welcher Wandel sich bei den Waldbesitzern vollzieht. Es gebe immer mehr Waldbesitzer, die in Städten leben, immer mehr Frauen, die Wald besitzen – und die Waldbesitzer werden immer älter.

Wald vererben

Daraus würden sich Veränderungen in Hinblick auf die fachliche Beratung und die Unterstützung bei den Waldarbeiten ergeben, sagte Suda. Forstbetriebsgemeinschaften und forstliche Unternehmer spielen daher eine zunehmend wichtigere Rolle. In den nächsten Jahren werde viel Wald vererbt. Suda appellierte, das in einem überlegten Rahmen zu gestalten.

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Waldbesitzertage

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Anschließend konnten sich die Gäste im Steigerwaldzentrum bei verschiedenen Fachvorträgen informieren. Wolfgang Gnannt, Förster aus Schweinfurt lieferte Tipps und Hinweise für Neueinsteiger, die ein Waldstück geerbt oder gekauft haben.

Baumarten für den Klimawandel

Achim Volkamer, Förster aus Kitzingen, referierte über die Baumartenwahl im Zuge des Klimawandels und Bernd Günzelmann, Projektleiter aus Kitzingen ging auf das Thema Waldflurbereinigung ein.

Neben dem Angebot im Zentrum mit Infoständen, der Ausstellung eines Schreiners und der Dauerausstellung sowie dem Festbetrieb mit Unterstützung von örtlichen Vereinen, gab es einen etwa 2,5 Kilometer langen Rundweg mit Ständen und Vorführungen.

Die Forstverwaltung Schweinfurt stellte die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete vor, die man in der Europäischen Union für den Artenschutz ausgewiesen hat. Die bayerischen Staatsforsten informierten über ihr Naturschutzkonzept.

Instandsetzung von Motorsägen

Das Zentrum Wald, Forst, Holz Weihenstephan stellte ebenso aus wie die Pilzfreunde Mainfranken, die verschiedene Pilze des Steigerwalds zeigten und eine Pilzberatung anboten. Als nächste Station folgte die bayerische Waldbauernschule, die ihr Bildungsangebot für Privat- und Körperschaftswald vorstellte und die Instandsetzung von Motorsägen demonstrierte.

Das Forstunternehmen Birklein zeigte die Wertholzentastung zur Wertsteigerung des Waldes. Halbstündige Vorführungen mit dem Harvester hielt die Firma Bäuerlein aus Wustviel ab, die auch die Aufarbeitung von Brennholz mit Vorwarter, Traktor und einem Brennholzautomaten demonstrierte.

Die Baumschule Hornung verkaufte Forstpflanzen und bot ein Quiz zum Thema Wald an, während die Forstverwaltung das Pflanzen von Bäumen vorführte.

Die Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft beriet Waldbesitzer insbesondere zu Forstschädlingen wie Pilze und Insekten. Die Pflege des jungen Waldes und die richtige Baumartenwahl in Zeiten des Klimawandels war Thema der Forstverwaltung.

Auch gab es den Stand der „Frauen im Forst“, wo man sich über Angebote wie Motorsägenkurse und Waldführungen für Waldbesitzerinnen informieren konnte.

Die Firma Heizomat hatte einen mobilen Ausstellungscontainer, in dem sie den Gästen Maschinen für die Hackschnitzelherstellung und Heizungen präsentierte. Von Forstschleppern mit Rückeanhänger über Seilwinden bis hin zu Motorsägen zeigte Baywa Technik einen Ausschnitt ihres Sortiments.

Förderung im Privatwald

Die Ämter für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt, Kitzingen und Würzburg informierten an einem gemeinsamen Stand über Möglichkeiten der Bewirtschaftung und Förderung im Privatwald. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau zeigte an ihrem Stand, wie man mit Trennschnitten von Holz umgeht, das unter Spannung steht und wie man Holz ergonomisch trägt inklusive der technischen Hilfmittel.

Die Forstverwaltung informierte über Rettungstreffpunkte im Wald, die in Kürze flächendeckend in Bayern angelegt würden. Rund um die örtlichen Forstbetriebsgemeinschaften ging es am Stand der forstwirtschaftlichen Vereinigung Unterfrankens.

Die Firma Mehling und Wiesmann aus Lohr zeigte Furniere aus Naturmaterialien. Neben vielen weiteren Angeboten gab es auf dem Rundweg auch Attraktionen für die vielen Kinder, wie etwa das 100-Gramm-Sägen zum Abschätzen des Holzgewichts.

Mit Pendelbussen konnten die Besucher auch den gemeinsamen Bürgerwald Gerolzhofen-Dingolshausen besichtigen.

Rettungstreffpunkte

Dort machte Revierförster Volker Conrad Waldführungen zum Thema Naturschutz. Drei reguläre Termine waren hierfür angesetzt sowie außerdem eine Führung mit dem Lions-Club aus Würzburg.

Da der Handthaler Parkplatz voll besetzt war gab es einen Shuttle-Service nach Handthal vom Parkplatz am Sebastianihaus in Oberschwarzach.

 
Großer Andrang: Viele Gäste besuchten den Waldbesitzertag.
Vorführungen: Das Ernten des Holzes bis zur Verarbeitung zum Holzscheit.

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