SCHWEINFURT

„Fairtrade“ macht Schule

Werden Kinder durch den fairen Handel vor Kinderarbeit geschützt? Sind die Fairtrade-Produkte frei von Pestiziden? Diesen und anderen Fragen gehen Schüler der neunten Klasse der Rathenau-Realschule im Rahmen einer Projektwoche zum Thema „Fairtrade“ nach.

Der Stadtrat Schweinfurt hat kürzlich nach einer Initiative der Lokalen Agenda 21-Gruppe „Nachhaltigkeit in der regionalen Wirtschaft“ beschlossen, Schweinfurt zur Fairtrade-Stadt zu machen. Es ist ein kleiner Beitrag, Kleinbauern und Produzenten in den Entwicklungsländern aus der Armut zu helfen.

Um den Titel zu erreichen, müssen möglichst viele Einzelhändler und Cafés in Schweinfurt Produkte aus dem fairen Handel anbieten. Auch Schulen, Vereine, Kirchen sind aufgefordert, die Idee des fairen Handels durch Bildung und den Verkauf von Fairtrade-Snacks zu unterstützen. Viele Schulen in Schweinfurt haben Interesse gezeigt. Der Weltladen in der Manggasse stellt Produkte und Informationsmaterial dafür bereit. Außerdem kann sich jeder, der mitmachen möchte, bei der Lokalen Agenda 21 der Stadt melden (Tel. 51 34 53).

Ganz vorne dabei ist die Rathenau-Realschule. Die Neuntklässler haben sich zu Arbeitsgruppen zusammengeschlossen und ihren thematischen Schwerpunkt gewählt. Einige sind bereits mit Fragebögen in der Stadt unterwegs. Sie hinterfragen im Projekt Produktionsweisen von Konsumgütern und Nahrungsmitteln, die wir täglich benutzen oder zu uns nehmen. „Ich freue mich sehr über die Selbstständigkeit und den Einsatzwillen unserer Schüler“, freuen sich Betreuer Peter Krause und Schulleiter Ulrich Ramer.

Am 26. November erläutern die Neuntklässler nun ihre Mitschülern der schten Klassen die Problematik. Nach diesem Probelauf werden am 27. November um 18.30 Uhr die Eltern und die Öffentlichkeit über die Ergebnisse der Projektarbeit informiert. Die jungen Leute wollen damit Mitschüler und die eigene Familie animieren, in Sachen Fairtrade aktiv zu werden und damit den von Fairtrade unterstützten Kleinbauern zu helfen.

Laut einer Mitteilung der Agendagruppe überwacht eine unabhängige Zertifizierungsorganisation, dass die sozialen und ökologischen Standards, das Verbot von Kinderarbeit und demokratische Organisationsstrukturen eingehalten werden. Fairtrade beinhaltet auch eine verbindlich festgelegte Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Diese Prämie fließt direkt von jedem Einkauf auf ein separates Konto der jeweiligen Produzentenorganisation oder der Plantage. Kleinbauern und Arbeiterinnen entscheiden dann selbstständig und demokratisch darüber, welche Projekte sie mit der Prämie realisieren. Projekte sind beispielsweise eine gute Schulbildung für alle Kinder, sauberes Trinkwasser, eine medizinische Versorgung oder eine Altersvorsorge. Gerade Frauen bekämen hier die Chance, selbstbestimmt zu arbeiten und ihre Familien durch die fairen Löhne zu versorgen. Die Unterstützung des fairen Handels habe laut Agenda bisher 7,5 Millionen Menschen in den Entwicklungsländern zu einem positiven Blick in die Zukunft verholfen.

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