SCHWEINFURT

Farb(ver)läufe im Kunstsalong

Georg Schmidt stellt im Kunstsalong aus.
Georg Schmidt stellt im Kunstsalong aus. Foto: Anand Anders

Es gibt einen Zeitpunkt, da brauchen einen die Bilder nicht mehr. Diesen Zeitpunkt gilt es nicht zu verpassen.“ Georg Schmidt beschreibt so seine Arbeitsweise und zeugt damit von einer Zwiesprache bei der Schaffung des Werks. Der Betrachter kann sich in der jüngsten Ausstellung „Tide“ des Kunstvereins Schweinfurt an die Arbeiten von Georg Schmidt annähern und vor Anker gehen. Ralf Hofmann, Vorsitzender des Kunstvereins, wünscht sich einen regen Diskurs. Kunst müsse polarisieren, sagt Ralf Hofmann bei der Vernissage und nimmt Bezug auf den Aufruhr um die Neubesetzung der Intendanz an der Volksbühne Berlin.

Beim Betreten des langgestreckten Ausstellungsraumes fällt der Blick des Besuchers sofort auf eine tiefblaue Fläche am gegenüberliegenden Ende. Dorthin zieht es ihn, auf dem Weg dorthin kommt er an großformatigen Ölbildern vorbei. Es beginnt mit einem Diptychon „Vadum“ in einem dunklen Rot-Grün, es folgen drei pastellige Flächen hin zu einem lauten Mittelblau. Im Engadin habe er hoch auf einem Berggipfel dem Corvatsch gegenüber gestanden, habe Farbnotizen gemacht und sich diese Eisfarbe tief eingeprägt. „Corvatsch“ lässt den Betrachter in diese strahlende Kälte eintauchen. Je näher er an das Bild herantritt, umso mehr umfängt sie ihn.

Christa Nothtroff entlockte in ihrem einführenden Gespräch Schmidt Details zu den Entstehungsgeschichten seiner Bilder. Doch „wenn es um Farbe geht, gelangt die Sprache schnell an die Grenzen ihres Vermögens“, sagt Schmidt. Farben sind für ihn wie „atmende Charakter“, die im wechselnden Licht ihre Anmutung verändern und niemals ihr ganzes Spektrum offenbaren. Weiter hinten, wie in einem kleinen Kabinett, hängen Schmidts Glasbilder. Die auf der Rück- und Vorderseite aufgetragene Farbe erzeugt eine große Tiefe. „Kokille“ leuchtet in einem glühenden Rostrot und erinnert an die riesigen Gussformen, die vor Schmidts Atelier stehen. Für Schmidt begleiten die großformatigen annähernd monochromen Farbtafeln in der Hängung in Schweinfurt einen Gang durch die Geschichte von Polaritäten in der Malerei. Von Rot und Grün über Blau und Ocker sind sie für ihn eine Referenz an die Eckpfosten der Malerei, wie eine „Ruhe, die unter Spannung steht“. Am Ende kommt er wieder auf „Vadum“ zu sprechen, das eigens für die Ausstellung entstanden ist und kommt zu einer Deutung zum Namen Schweinfurt. Der Spalt zwischen den beiden Farbtafeln symbolisiert das schnell fließende Wasser, das durch die Ufer verbunden werde.

Bis 28.November im Kunstsalong des Kunstvereins, Dienstag bis Sonntag, 10-17, Donnerstag bis 21 Uhr.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Erna Rauscher
  • Ausstellungen und Publikumsschauen
  • Georg Schmidt
  • Kunstvereine
  • Ralf Hofmann
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!