Sennfeld

Faschingsauftakt in Sennfeld: Komisch, bissig und energiegeladen

Es war ein wahrhaft majestätischer Auftakt der diesjährigen Faschingssession. Das unterfränkische närrische Königshaus traf sich in der Frankenhalle in Sennfeld. Sechs Prinzenpaare und ein Prinz standen auf der Bühne, und im Gegensatz zu den Briten waren Rückzug und Publikumsscheu kein Thema.
Die Showtanzkatzen aus Elfershausen bildeten den fulminanten Schlusspunkt der gelungenen Auftaktveranstaltung der Föderation Europäischer Narren. Foto: Ursula Lux

Es war ein wahrhaft majestätischer Auftakt der diesjährigen Faschingssession. Das unterfränkische närrische Königshaus traf sich in der Frankenhalle in Sennfeld. Sechs Prinzenpaare und ein Prinz standen auf der Bühne, und im Gegensatz zu den Briten waren Rückzug und Publikumsscheu kein Thema.

"Fünfeinhalb Stunden Programm, über 200 Aktive aus 22 Vereinen und der Hallenboden extra in grün, der Farbe der FEN, gestrichen": der Präsident der Föderation Europäischer Narren (FEN) in Unterfranken, Heiko Förster, war begeistert. Die Auftaktsitzung bot dann auch alles, was ein fränkischer Fasching so braucht. Gardetänzerinnen, die perfekt ihre Beine schwangen, Showtanzgruppen, die in andere Welten entführten, ein wirbelndes Tanzmariechen und ein akrobatisches Paar, politisches Kabarett in Reimform, Gesang und Klamauk. Kein Wunder, dass Egon Schmid, der Präsident der FEN Deutschland, den unterfränkischen Narren bestätigte, die "Crème de la Crème" Deutschland zu sein.

Mit einer schmissigen Polka eröffnete die Garde der Schwebheimer Kräuter 11 das Programm, durch das Sitzungspräsident Maurice Breitkopf souverän führte. Die Garden aus Elfershausen, Untererthal und Oberthulba zeigten, dass die Jugend es durchaus verstand, das Tanzbein zu schwingen. Für das politische Protokoll zeichnete Michael von Prümmer (Oberthulba) verantwortlich. Als Lehrer Lämpel forderte er für die maroden Schulen und Kitas Deutschlands ebenso viele Spenden wie für die ausgebrannte Kirche Notre Dame in Paris. Donald Tramp ist für ihn, "ein Übeltäter und obendrein noch ein Verräter", ebenso wie Erdogan, der "auf die Schnelle für eine neue Flüchtlingswelle" gesorgt hat. Das "Schmierentheater" bei der Wahl zum Europaparlament, bei dem "in Hinterzimmern die Demokratie verhöhnt" wurde, sprach er ebenso an wie die neue "Messia", Greta Thunberg, die "an der Solarlampe gerieben" habe. Eine brillante Rede, die auch die Selbstoffenbarung einschloss: "Ich fahre gerne Diesel und heize noch mit Öl."

Geheimnisvolle Frauen aus Untererthal in aufregenden Outfits. Foto: Ursula Lux

"Kleine Frau ganz groß", hieß es dann beim Auftritt des Tanzmariechens aus Albertshofen. Die achtjährige Mila Hauke wirbelte über die Bühne und bewies, der fränkische Fasching wird so schnell nicht sterben. Die Jugend wächst nach. Das zeigte schon die Begrüßung, bei der Förster von der Jugendpräsidentin Annalena Seit unterstützt wurde. Noah Sattes aus Albertshofen bewies, dass die Jugend auch in der Bütt ihren Mann steht. Er sang ein Loblied auf sein Smartphone: "In diesem kleinen Wunderding, da steckt mein ganzes Leben drin".

Dass man seine Zeit aber besser mit Tanzen als mit dem Handy verbringen könne, meinte die Showtanzgruppe aus Waigolshausen, die offline durch die fünfte Jahreszeit tanzte. Ein wahrer Augenschmaus waren die vier Schowtanzeinlagen. Die Himmelstädter ließen noch einmal die Mauer fallen, Untererthal tanzte sich durch die Liebestragödie von Romeo und Julia und Elfershausen setzte mit seinem Tanz zum Musical Cats einen fulminanten Schlusspunkt.  Akrobatisch ging's beim Tanz von Jonas Eck und Nina Greube aus Ebenhausen zu.

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Als "ratloser Fasenöchter" trat Fredi Breunig auf und begeisterte nicht nur bei der Witzesuche, sondern auch mit politischen Seitenhieben. Dorothee Bär wolle eine Funkloch-App; das sei, wie wenn alle Getränke abgeräumt würden und dann ein Prosit der Gemütlichkeit erklinge, erklärte er.

Singend und mit Gitarre beleuchtete Jürgen Keßler aus Stangenroth sein Liebensleben, und die Schwebheimer Jammersängerinnen planten in altbewährter Weise mit neugetexteten Evergreens und Publikumsbeteiligung ihre Zukunft nach dem Knast. Das Traumpärchen Hermann und Mathilde, alias Klaus Wollwein und Birgit Schreiber, versuchte urkomisch seinen Neujahrsvorsatz umzusetzen: "Weniger streiten und mehr glücklich sein." Breitkopf schließlich trieb den weit über 500 Gästen noch einmal als "Betrunkener" die Lachtränen in die Augen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Schwebheimer Kräuter 11.

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