Schwebheim

Ferienspaß: "Betreten der Baustelle erlaubt"

Frauen sind auf dem Bau noch immer Mangelware. Doch Stella kann sich schon vorstellen, Baggerfahrerin zu werden. Foto: Ursula Lux

Maurer werden, ja, das kann sich Romeo (8) gut vorstellen. Stella (9) dagegen meint, wenn sie später mal auf dem Bau arbeiten sollte, dann könne sie sich nur Baggerfahren vorstellen, aber sie werde wohl doch eher Reitlehrerin oder Erzieherin werden, schränkt sie ein. Die Kinder sind auf Einladung des Bauunternehmens Werner zur Ferienspaßaktion "Baustelle betreten erlaubt" gekommen.

Die Idee hatte Christine Werner. "Ich habe früher schon in der katholischen Kirchengemeinde beim Ferienspaßprogramm mitgemacht, das ist dann eingeschlafen", erzählt sie. Jetzt aber habe sie sich gedacht, warum nicht mal als Firma einladen.

Und diese Einladung war mehr als erfolgreich. 34 Kinder haben sich angemeldet. "Mehr als wir unterbringen können", bedauert Werner, das Auswahlverfahren musste angewendet werden. 22 Kinder konnten dann kommen.

Diese stehen nun auf dem Betriebsgelände, haben ihre eigenen Schutzwesten bekommen und Arbeitshandschuhe, auf die ihre Namen geschrieben wurden.

Werner hat sich einiges einfallen lassen. Gabelstaplern und Bagger dürfen erklommen werden. Volleyball wird mit den unterschiedlichsten Bällen gespielt. Und auch ein Hindernisparcours mit Schubkarrenrennen, Steine aufstapeln, Rohre zusammenstecken und Sand schaufeln erfreut die Kinder. In zwei großen Sandkübeln wird nach Schätzen in Form von Glasperlen gegraben. Echte Goldgräber könnten mit nicht viel mehr Eifer ans Werk gegangen sein. "Dürfen wir die Perlen behalten?", so lautet die häufigste Frage der Kinder. Vor der verdienten Bratwurst wartet am Ende noch ein großer Sandberg auf die Ferienspaßteilnehmer. Auf Plastikschalen rutschen sie voller Begeisterung herunter.

Sebastian (9) sitzt im offenen Bagger und fragt: "Gibt´s hier keine Scheibenwischer." Er findet alles sehr spannend, aber auf dem Bau arbeiten will er nicht: Er wird Musiker. Ähnlich sieht das sein Freund Simon (8), der Feuerwehrmann oder Fußballer werden will. Leni (8) dagegen kann sich gut vorstellen, auf einer Baustelle zu arbeiten. "Da müssen wir dran bleiben", meint Christine Werner lachend. Schließlich sind Frauen auf dem Bau immer noch die Ausnahme. Das spiegelt sich auch in den Teilnehmerzahlen dieser Ferienspaßaktion wider. Unter den 22 beteiligten Kindern sind nur drei Mädchen, die aber haben ebenso viel Spaß und sind mit derselben Begeisterung dabei wie die Jungs.

An die Schubkarre, fertig, los: In einem Parcours erprobten die Ferienspaßkinder ihre Fähigkeiten als Bauarbeiter. Foto: Ursula Lux

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