Hambach

Ferienspaß-Kinder zu Besuch auf dem Erlebnisbauernhof May

Kühe füttern stand ebenfalls auf dem Programm beim Besuch des Erlebnisbauernhofs May. Foto: Uwe Eichler

Das Erste, was man als Hühnerhalter merkt, ist: So ein Huhn ist nicht nur ungemein flauschig, sondern auch federleicht, beim Hochheben. Nur bei "Franz von Hahn", dem stattlichen, rotgefiederten Herrn im Hühnerstall, merkt man noch, dass Geflügel zur (entfernten) Nachkommenschaft der Dinosaurier zählt. 16 Kinder aus der Gemeinde Dittelbrunn besuchten den Erlebnisbauernhof May, draußen in der Flur zwischen Oberndorf und Geldersheim. Eingeladen hat in diesem Fall der "Verein für Gartenbau und Landespflege Hambach".

Was es auf einem Bauernhof so alles zu entdecken gibt, davon berichtete Juniorchefin Kathrin May. Unter anderem stand Heumachen auf dem Programm: "Wer will, darf auf dem Heuhaufen herumhüpfen". Dazu war frische Milch und selbst geschüttelte Butter angesagt, sowie, als großes Finale, Kuhmelken.

80 Milchkühe haben Kathrin und Sven May in der Halle stehen, bei insgesamt 200 Rindern. Die Tiere sind mehr als nur eine Nummer: Nr. 810 etwa ist die Lena, es gibt auch eine Lara und Beate. Schwalben schwirren unter dem Dach. Der (große) Zuchtbulle heißt Schlitzohr. "Was ist ein Zuchtbulle?" will einer der jungen Besucher wissen. "Der macht die Babys", sagt Sven May. Die Familie von Seniorchef Rudolf May betreibt noch einen "konventionellen" Hof. "Wir wollen zeigen, dass Bauern auch Menschen sind", sagt Kathrin May, angesichts steigender Erwartungen an die Landwirtschaft.

Vor zehn Jahren hat die Oberndorferin die Qualifikation zur Erlebnisbäuerin erworben. Seitdem gibt es öfters Besuch von Kindergärten, Ferienspaß-Kindern und Schulklassen. Betreut werden die Dittelbrunner Kinder von Monika Mattenheimer und Anja Heuler.

Der Arbeitstag eines Landwirts, der schon um 5 Uhr früh beginnt, entspricht nicht unbedingt dem romantischen Idyll aus der Werbung. Dafür gibt es den vollen Charme des Landlebens, zwischen den großen Augen der Kälbchen und dem warmen Atem der Kühe. Draußen auf der Wiese mäht Bauer Sven mit der Sense das letzte, stehen gelassene Heu. Die Mahd wird mit dem Bollerwagen eingefahren, die Kinder obendrauf, und verfüttert. Die Kinderschar natürlich nicht: "Unsere Kühe sind Vegetarier". Regen prasselt draußen herab und erinnert an die Abhängigkeit vom Wetter.

"Butter schütteln" ist ein weiterer Höhepunkt: Von der frischen, abgekochten Milch wird der Rahm abgeschöpft und als Sahne im Glas geschüttelt, solange bis Butter entsteht. Die Ausbeute ist relativ gering, schmeckt aber lecker auf dem Brot, mit einem Glas Milch. Der Milchwagen war heute schon da.

Nun gehen Lena, Petra, Isolde und Bella in die Melkanlage: "Eine Kuh ist kein Roboter, sondern ein Lebewesen", erklärt Kathrin May. Auf Stress reagieren die Milchlieferantinnen schon mal sauer, also heißt es für die Gäste, leise sein und vorsichtig per Hand melken. Ansonsten wird das Melkgeschirr angelegt, das dank Sensor automatisch abfällt, wenn das Euter leer ist.

Lena käut wieder, was ein gutes Zeichen ist: Als Fluchttiere befördern Rinder ihren Mageninhalt nur dann wieder zurück ins Maul, wenn sie sich wirklich sicher fühlen. Das merkt man auch an der Milchleistung. Die Digitalanzeige steigt und steigt, zur Begeisterung der Kinder, die Lena anfeuern. 10,4 Liter werden am Ende erreicht - der Tagesrekord? "Tschüss, Lena", heißt es zum Abschied. Auch bei den Mays heißt es nun "Servus" am Ende eines spannenden Ferienspaß-Tags.

Hüpfen auf dem Heuhaufen gehörte mit zum Ferienspaß. Foto: Uwe Eichler

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