KOLITZHEIM

Fest im Zeichen des Miteinanders

Festakt zur Gründung der Pfarreiengemeinschaft Marienhain: Acht Pfarrgemeinden sind nun vereint. Im Bild (von links) Dia... Foto: Patricia Kaspar

Aus acht Orten hatten sich mehrere hundert Menschen auf den Weg gemacht, um auf dem Sportgelände in Kolitzheim einem entscheidenden Schritt beizuwohnen: der Gründung der Pfarreiengemeinschaft „Marienhain“, die acht Pfarrgemeinden zusammenführt.

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Trotz brütender Hitze, waren die Gläubigen aus Sulzheim, Alitzheim, Mönchstockheim, Herlheim, Kolitzheim, Zeilitzheim, Lindach und Stammheim (ein paar Katholiken aus Krautheim werden auch mit betreut) gekommen und feierten den zweistündigen Gottesdienst im Freien mit.

Der Einzug der Fahnenabordnungen, Priester und vor allen Dingen der rund 180 Ministranten aus allen Ortschaften war ein beeindruckendes Bild, das das Potenzial, das diese besondere Form der Zusammenführung beinhaltet, voll zum Ausdruck brachte.

Priestermangel und die sinkende Zahl der Gläubigen sind die Gründe für die Bildung von Pfarreiengemeinschaften in der katholischen Kirche. Aber man darf das Ganze durchaus auch von einer positiven Seite sehen, wie Hauptzelebrant Domdekan Günter Putz in seiner Begrüßung während des Gottesdienstes formulierte. „Alle Generationen bekunden heute miteinander, dass wir zusammen gehören“, sagte er. Ein solcher Begegnungstag bedeute, Strukturen hinter sich zu lassen und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Der Brief des Apostels Paulus an die Römer 12, 9-12 drücke aus, was von den Menschen innerhalb dieser Gemeinschaft erwartet wird und erwartet werden kann: Gastfreundschaft, Freude, Mitgefühl, gemeinsame Ziele und Respekt voreinander.

Den ersten Schritt dazu, so Putz, hätten alle Beteiligten schon bei der Organisation und Durchführung der Feierlichkeiten getan. Gemeinsam habe man sozusagen als „Debüt“ ein großartiges Fest auf die Beine gestellt. Die moderne Kirche dürfe nicht mehr Pfarrer-bezogen sein: „Jeder schätzt jeden in seiner Originalität“, so Putz. Auch die Fürbitten standen ganz im Zeichen des Miteinanders.

Der Name Marienhain wurde bewusst gewählt: nicht nur, dass ein Wäldchen, also ein Hain, in der geografischen Mitte aller Ortschaften liegt. Haine seien das Symbol für ein Ja zum Leben, die Einbeziehung Marias sei im Geheimnis der Mutterschaft begründet: das Leben geht weiter und nimmt Gestalt an durch dem Menschen. Mit dieser Erklärung schaffte er die Hinleitung zum eigentlichen Akt an diesem Tag: Die Unterzeichnung der Vereinbarung zur Bildung der Pfarreiengemeinschaft durch den leitenden Pfarrer Andreas Engert, die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und Domdekan Putz.

Beim nächsten Schritt hatten dann wieder die Symbolik eine große Bedeutung. Jede Pfarrgemeinde brachte etwas ganz Typisches aus dem Ort mit: Sulzheim den Gips, Alitzheim den Storch, Herlheim den Stein (für die älteste Kirche), Kolitzheim die Monstranz, Stammheim den Weinstock, Zeilitzheim ein Mosaik als Zeichen der Ökumene, Lindach das Obst und Mönchstockheim die Mariensäule.

Nach dem gemeinsamen Auftritt aller Kindergartenkinder aus den Pfarrgemeinden, bekräftige die gesamte Gottesdienstgemeinde die Gründung mit dem Gebet im Marienhain, das Gemeindereferent André Christof eigens für den großen Tag niedergeschrieben hatte. Ein Projektchor aus allen acht Pfarrgemeinden, der extra gegründet wurde, umrahmte unter Leitung von Stefan Rappelt den Gottesdienst.

Grußworte gab es im Anschluss von der Dekanatsratsvorsitzenden Maria Hetterich, dem evangelischen Pfarrer aus Zeilitzheim, Ullrich Jobst, und den beiden Bürgermeistern aus Sulzheim und Kolitzheim Michael Geck und Horst Herbert. Alle wünschten der neuen Pfarreiengemeinschaft Marienhain ein gutes Zusammenwachsen und ein gelebtes Miteinander.

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