Schwebheim

Feuerwehr braucht Platz und sieht Gemeinde in der Pflicht

Am Nachkirchweihsamstag stand der Spänebunker der Firma Alt in Flammen. Ein Übergreifen auf das Sägewerk, die benachbarten Gebäude und das im Umfeld gelagerte Holz verhinderte die Freiwillige Feuerwehr. Dafür bedankten sich (von rechts) Stefan und Karl Alt mit einem Scheck über 1000 Euro, sehr zur Freude der Kommandanten Michael Schur und Michael Schubert sowie der Feuerwehrmänner Martin Maiß, Jochen Deppert und Mario Bayer.
Am Nachkirchweihsamstag stand der Spänebunker der Firma Alt in Flammen. Ein Übergreifen auf das Sägewerk, die benachbarten Gebäude und das im Umfeld gelagerte Holz verhinderte die Freiwillige Feuerwehr. Dafür bedankten sich (von rechts) Stefan und Karl Alt mit einem Scheck über 1000 Euro, sehr zur Freude der Kommandanten Michael Schur und Michael Schubert sowie der Feuerwehrmänner Martin Maiß, Jochen Deppert und Mario Bayer. Foto: FFW Schwebheim

Während in anderen Gemeinden viele Freiwilligen Feuerwehren ums Überleben kämpfen, läuft es in Schwebheim gut. Allein zwölf neue Aktive kamen im 2018 dazu, eine Kinderfeuerwehr wurde gegründet, und auch in die Jugendgruppe sind zwei neue Mitglieder eingetreten. Also eigentlich ein Grund zur Freude. Dennoch mahnte Kommandant Michael Schur in der Jahreshauptversammlung, dass ein akuter Platzmangel einer weiterhin so positiven Entwicklung der Feuerwehr Grenzen setze.

Jetzt sei es an der Gemeinde, endlich zu handeln. Schließlich garantiere die Wehr nicht nur das "Retten, Löschen, Bergen, Schützen", sondern leiste auch "einen entscheidenden Beitrag zu einer gelungenen Dorfgemeinschaft". Schur hatte hochgerechnet: Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und ihre Angehörigen machen mindestens zehn Prozent der Ortsbevölkerung aus. Die bisher ergriffenen Maßnahmen, wie beispielsweise die neuen Umkleideplätze im Turm, durch die die Jugend ihren Platz verloren hat und in den alten Bauhofraum umziehen musste, seien bereits wieder ausgereizt.

Der Kommandant erinnerte daran, dass der Brandschutz und das Aufstellen einer Feuerwehr eine Pflichtaufgabe der Gemeinde seien. Er forderte den Gemeinderat und die Verwaltung auf "die erforderlichen Weichen nun endlich zu stellen und die Rahmenbedingungen zu schaffen", unter denen die Bevölkerung weiterhin in sozialer und sicherheitstechnischer Sicht von ihrer Wehr profitieren könne. "Andere Gemeindeprojekt, die zweifelsfrei auch wichtig sind, aber eben nicht zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde gehören, wurden innerhalb kürzester Zeit positiv entschieden", stellte Schur fest.

Gerade nach einem Jahr mit einer "noch nie da gewesenen hohen Anzahl an Einsätzen" sei es Aufgabe der Gemeinde dafür zu sorgen, dass ehrenamtlich Engagierte ihren Dienst auch in einem möglichst sicheren Umfeld verrichten könnten. 247 Einsätze absolvierten die Feuerwehrkameraden in diesem Jahr, unvergessen dabei ihr vorbildliches Wirken angesichts der Starkregenereignisse des Sommers. Selbst wenn man diese Starkregenaktionen nur als einen einzigen Einsatz rechnen würde, käme die Wehr noch auf weitere 70 Einsätze. Das sind doppelt so viele wie im vorhergehenden Jahr. Darunter waren in 52 technische Hilfeleistungen, 16 Brände und zwei Personenrettungen. Über zwei Drittel dieser 1700 Einsatzstunden lagen im örtlichen Zuständigkeitsbereich der Wehr, nur 24 Prozent waren außerhalb.

Zu den Einsätzen kamen noch 20 Gruppenübungen, eine Gemeinschaftsübung, drei Atemschutzübungen und eine Übung für Maschinisten dazu. Übungsfleißigster im vergangenen Jahr war Jochen Deppert, gefolgt von Michael Schubert und Peter Guse. Die Jugend absolvierte etwa 15 Übungseinheiten, wobei auch viele auch an den Übungen der Aktiven teilgenommen haben. "In Summe sprechen wir hier von weit über 3000 Stunden, die zusätzlich zu den Einsätzen noch ehrenamtlich geleistet wurden", lobte Schur.

Martin Maiß, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, blickte auf die Veranstaltungen des vergangenen Jahres zurück. Neben der Jahreshauptversammlung waren die 192 Mitglieder eingeladen zum Faschingstanz, dem Feuerwehrfest, zwei Waddelturnieren, zur Schlachtschüssel und zum Feuerwehrsport. Diese Veranstaltungen wird es auch im kommenden Jahr wieder geben. Engagiert hat sich die Wehr beim Ferienspaß ebenso wie beim Weihnachtsmarkt, wo sie mit einem eigenen kreativen Spielstand vertreten war.

Neu aufgenommen wurden Moritz Moder und Felix Kopp, bei der Jugend und bei den Aktiven gehören seit 2018 dazu: Benjamin Birke, Luca Bohnengel, Siegfried Breitkreuz, Phillip Degelmann, Kerstin Meyer, Bernd Naujoks, Thomas Scholl, Daniel Smith und Florian Zippel. Der langjährige Kommandant Harald Böhm wurde zum Brandmeister befördert. Maxi Bayer, Niko Engelhardt und Erik Rausch zu Oberfeuerwehrmännern ernannt.

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