Ettleben

Feuerwehr feiert ihr 150-jähiges Bestehen und einen Anbau

Trotz sengender Hitze mit vollem Einsatz bei der Sache war der Nachwuchs bei der Jugendolympiade, bei der elf Mannschaften der Ortsteilwehren mit Geschick und Schnelligkeit ungewöhnliche Herausforderungen meistern mussten. Foto: Gerald Gerstner

Auch beim 37. Gemeindefeuerwehrtag in Ettleben wurde am Wochenende viel geschwitzt. Doch das tat dem Festprogramm und der guten Laune rund um den traditionellen Event, mit dem der Markt einmal im Jahr die Leistungen der Freiwilligen Feuerwehren ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückt, keinen Abbruch. Nach 2009 und 2012 war die Feuerwehr Ettleben erneut Ausrichter. Gebührende Anlässe zum Feiern gab es gleich zwei: Die Wehr begeht heuer ihr 150-jähriges Bestehen. Und in der Woche vor Fronleichnam wurde der mit viel Eigenleistung errichtete Feuerwehr-Hausanbau fertiggestellt.

Den Auftakt vor abendlichen Festbetrieb und DJ-Party machte am Samstag die staatliche Auszeichnung von 22 langjährigen Feuerwehrkamerden durch Landrat Florian Töpper und Kreisbrandrat Holger Strunk. 603 Männer und Frauen leisten aktuell Feuerwehrdienst in den zwölf Wehren im Markt, sagte Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl in ihrem Grußwort. Sie alle leisten rund um die Uhr und gut ausgebildet Hilfe, wenn es brennt, ein Unfall passiert, der Keller überflutet ist oder umgestürzte Bäume die Straße blockieren. Weil es so zuverlässig funktioniert, nehme es die Bevölkerung als selbstverständlich hin. Doch dahinter stünde ein freiwilliges Engagement, das viel Zeit, Kraft und Mut erfordere, sagte Baumgartl.

Seit 25 und 40 Jahren im aktiven Feuerwehrdienst und beim Gemeindefeuerwehrtag in Ettleben geehrt: 21 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau aus der Marktgemeinde Werneck. Im Bild mit (vorne von links) Landrat Florian Töpper und Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl, (hinten von links) Kreisbrandinspektor Reinhold Achatz und Vorsitzender Herbert Memmel sowie (vorne von rechts) Kreisbrandrat Holger Strunk und Kommandant Alexander Janiella. Foto: Gerald Gerstner

Landrat Töpper hob die großen Aufgaben hervor, die der Markt mit seinen zwölf Wehren und den auch überörtlichen Einsätze habe. Zusammen gewährleisten Gemeinde und Ehrenamtliche ein "Sicherheitskonzept, in dem wir uns gut aufgehoben fühlen können", waren sich Töpper und Baumgartl einig. Trotz tropischer Temperaturen im Festzelt wahrten die Geehrten bis auf wenige Ausnahmen die dienstliche Kleiderordnung und nahmen Abzeichen und Dank in dunkelblauer Uniform und Krawatte entgegen. Für den festlichen Rahmen sorgte der Männerchor vom Liederkranz Ettleben.

Der Ehrung voraus ging eine Dokumentation der 150-jährigen Geschichte der Ettlebener Wehr, die Vorsitzender Herbert Memmel als "digitale Festschrift" ankündigte und die als Stick auch erworben werden kann. Erstellt hat sie größtenteils der stellvertretende Kommandant Andre Höchemer. Gezeigt werden zusammengetragene historische Unterlagen und Fotos, anhand derer ein Sprecher den Werdegang der Wehr erläutert. Mit Beifall bedacht wurde die Ankündigung der Wernecker Bierbrauerei, dass anlässlich des Gemeindefeuerwehrtages jede der zwölf Ortsteilwehren fünf Kästen Freibier bekommt.

Festumzug mit Oldtimer-Traktoren

Der Sonntag begann mit einem gut besuchten Festgottesdienst, den Pfarrer Pater Vincent Moolan Kurian in der Pfarrkirche hielt. Feierlich weiter ging es bei der anschließenden Einweihung des Feuerwehrhausanbaus, musikalisch umrahmt von den Jagdhornbläsern Schweinfurt-Land. Auch der neu gesetzte Gedenkstein für die verstorbenen Kameraden erhielt von Pater Vincent den kirchlichen Segen. Daran schloss sich ein Totengedenken mit Blumenniederlegung an.

Ein "herzliches Vergelt's Gott" richtete die Bürgermeisterin an die ehrenamtlichen Helfer, die der Gemeinde viel Geld sparten. Laut Vorsitzenden Memmel erstellte die Feuerwehr in 930 Stunden Eigenleistung fast alle Gewerke selbst. Er dankte allen Helfern, Sponsoren und natürlich der Gemeinde, die 56 500 Euro Materialkosten übernahm. Platz finden werden im Anbau Gerätschaften, die bisher im alten Rathaus untergebracht waren.

Höhepunkt am Nachmittag war ein Festumzug durch den Ort, den viele Zuschauer an den Straßen säumten. Zu den Teilnehmern zählten zahlreiche Abordnungen von Feuerwehren, Musikgruppen und die örtlichen Vereine. Neben historischen Feuerwehrfahrzeugen und fahrbaren Gerätschaften sorgten auch an die 70 Oldtimer-Traktoren für ein nostalgisches Spektakel. Organisiert hatten das Oldtimerbegeisterte aus den Reihen der Ettlebener Wehr.

Ungewöhnliche Aufgaben bei der Jugendolympiade

Fester Bestandteil beim Gemeindefeuerwehrtag ist auch eine "Jugendolympiade", die den hohen Stellenwert der Jugendarbeit unterstreicht. Zu meistern hatten die Gruppen mit Geschick und Schnelligkeit ungewöhnliche Herausforderungen wie Schlauchkegeln, Bierkisten-Laufen oder Anziehen von Schutzkleidung auf Zeit. Freuen durften sich die elf teilnehmenden Jugendwehren erstmals über ein Preisgeld von jeweils 50 Euro. Schnackenwerth, das den ersten Platz belegte, bekommt sogar 100 Euro, Schraudenbach als Zweiter 75 Euro. Beantragt hatte das Preisgeld die Feuerwehr Ettleben und war damit auf offene Ohren gestoßen. Kreisbrandrat Strunk wertete das als tolles Zeichen der Unterstützung der Jugendarbeit.

Vom Landrat "im Namen des Freistaates" mit dem Feuerwehrehrenzeichen und einer Urkunde ausgezeichnet wurden für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst Stepan Wildegger (Werneck), Michaela Walter (Vasbühl), Alexander Klenkert (Rundelshausen), Holger Lenhardt (Stettbach), Stefan Wittmaier (Schleerieth), Dominik Flip (Eßleben) und Tobias Rettner (Egenhausen). Für 40 Jahre Dienst geehrt wurden Hubert Klenkert, Georg Klenkert und Georg Glöckner (alle Ettleben), Walter Zeissner und Gerhard Pfister (beide Vasbühl), Jürgen Pfister (Rundelshausen), Klaus Heffels, Dieter Treutlein und Paul Hart (alle Schnackenwerth), Reinhold Hart (Mühlhausen), Holger Strunk und Peter Hettrich (beide Eßleben), Hermann Rettner, Erich Katzenberger und Martin Walter (alle Egenhausen).

Eine weitere Auszeichnung galt Matthias Leuchs, der 25 Jahre Jugendwart der Ettlebener Wehr war. Ihn ehrte Strunk mit einer Urkunde des Landesfeuerwehrverbandes. Für 40 Jahre Dienst gab es zudem einen Gutschein für einen Aufenthalt im Feuerwehr-Erholungsheim, was die Gemeinde mit Gutscheinen für die Partnerinnen ergänzte. Alle staatlich Geehrten erhalten auch die goldene Ehrenamtskarte des Landkreises, laut Landrat ein Novum.

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