GERNACH

Feurige Trommelwirbel spornen 215 eifrige Läufer an

Mit 59 Teilnehmern die größte Gruppe: die Offene Behindertenarbeit der Diakonie Schweinfurt.

Mit 215 aktiven Läufern hat der 13. Benefizlauf, den die KAB Gernach im Rahmen des Musikfests der Musikkapelle Gernach durchführte, wieder guten Anklang. 79 Frauen und Männer nahmen am Walking-Angebot des Benefizlaufs teil.

Das gute, nicht zu heiße Wetter bot den Läufer gute Bedingungen, angefangen von den „Bambinis“ (Mädchen und Jungen unter sechs Jahren) bis hin zum Hauptlauf, bei dem die Strecke von zehn Kilometern zu bewältigen war.

Stellvertretende Landrätin Christine Bender, Schirmherrin des Dorflaufs 2014, feuerte sie beim Start an. Die Atmosphäre war entspannt und locker. Denn es ging nicht in erster Linie um die schnellste Zeit, sondern um die Teilnahme, um die gesundheitsfördernde Bewegung. Dass man damit noch etwas Gutes tun konnte, erhöhte noch das gute Gefühl: Es gab keine festgelegte Startgebühr, sondern jeder Teilnehmer konnte nach seinem Verhältnissen eine Spende geben.

Angespornt wurden die Teilnehmer noch durch die „Braillers“, die Musikkapelle des Blindeninstituts Würzburg, die am Nachmittag zur Unterhaltung aufspielte. Der Schlagzeuger Tobias Walter, in Gernach zu Hause, feuerte die Läufer mit großer Ausdauer und immer neuen Trommelwirbeln bei ihrem Lauf an.

Innen-Staatssekretär Gerhard Eck nahm schließlich zusammen mit Bürgermeister Horst Herbert die Siegerehrung vor. In einer kurzen Ansprache dankte Eck den Veranstaltern und allen Helfern für ihren Einsatz über jetzt schon viele Jahre.

Gutes Miteinander der Vereine

Er nahm Bezug auf das Zusammenwirken der Vereine in Gernach: Der Benefizlauf könne nur gelingen, weil Musikkapelle, KAB und der TSV (der die Gelegenheit für Umziehen und Duschen zur Verfügung stelle) gut zusammenwirkten.

Er habe die Einladung, die von der stellvertretenden Landrätin überbracht worden war, gerne angenommen. Den Benefizlauf bezeichnete er als eine einzigartige Veranstaltung in der Region, trage sie doch in besonderer Weise zur Inklusion bei: Die Gruppe der Offenen Behindertenarbeit (OBA) war mit 59 aktiven Läufern die größte Gruppe.

Die Frauen und Männer aus der OBA-Gruppe sind immer mit viel Spaß dabei und freuen sich schon jedes Jahr auf den Gernacher Dorflauf.

Besonderes Interesse zeigte Gerhard Eck an der Band „Braillers“. Er könne sich gut in die Situation einfühlen, wenn man sehbehindert sei, teilte er mit, da er selbst auf einem Auge nur zehn Prozent sehen könne.

Mit Freude und großem Beifall wurde seine Einladung in die Landeshauptstadt München aufgenommen: Neben allen Helfern des Benefizlauf seien auch die „Braillers“ eingeladen und sollen beim Staatsempfang in München spielen. Zudem übergab Eck „für die nächste Pause“ der „Braillers“ einen Essensgutschein für ein Schnellrestaurant.

Flascheninhalt schätzen

Im Rahmenprogramm des Gernacher Musikfests gab es etliche Attraktionen: Einen Euro musste man einsetzen, um schätzen zu dürfen, wie hoch der Geldbetrag in einer großen, mit Geldmünzen gefüllten Flasche sei. Auch hier war die Beteiligung rege. Und Stefan Berchtold schätzte den Betrag – 370 Euro – ziemlich exakt. Er gewann einen Rundflug, Nina Lauer aus Schwanfeld lag knapp dahinter und konnte sich über ein Fass Bier freuen. Den dritten Platz belegte Werner Treutlein.

Der Reinerlös des Benefizlaufs kommt der Berufsschule des Blindeninstituts Würzburg und der Offenen Behindertenarbeit der Diakonie Schweinfurt zugute.

In der Berufsschule des Blindeninstituts ist der Lernbereich Arbeit und Beruf zentral, der mit den weiteren Lernbereichen Persönlichkeit und soziale Beziehungen, Mobilität, Öffentlichkeit, Freizeit und Wohnen verzahnt ist. Ziel ist es, je nach individueller persönliche Eignung und Neigung eine geeignete berufliche Tätigkeit für die Zeit nach der Schulentlassung zu finden. Voraussetzung für diese individuellen Findungsprozess ist es, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit der jungen Menschen zu stärken und sie zu befähigen, selbst auszuwählen, zu entscheiden und eigenverantwortlich zu handeln.

Ziel der OBA ist die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller in allen Lebensbereichen – von Anfang an. „Inklusion heißt, Menschen willkommen zu heißen in dem Bewusstsein, dass unsere Gesellschaft reicher wird durch die Vielfalt aller Menschen“, beschreibt es die OBA.

Die Ergebnisse

Bambinilauf 400 Meter:

Jungen (bis sechs Jahre): 1. Niklas Friedrich, TSV Gernach, 2. Benjamin Berchtold, Komm-In, 3. Moritz Klisch.

Mädchen: 1. Mila Grimm, Komm-In, 2. Paula Scheideg, OBA Schweinfurt, 3. Annika Schuster, Kitzingen.

Kinderlauf 1000 Meter:

Jungen (bis zehn Jahre): 1. Luis Friedrich, TSV Gernach, 2. Bastian Haupeltshofer, 3. Hannes Peppel, SV Kolitzheim. Mädchen: 1. Joselle Schneider, Komm-In, 2. Annika Mauder, 3. Ronja Mauder.

Jedermannlauf 4000 Meter:

Männer: 1. Matthias Orth, OBA Schweinfurt, 2. Philipp Röder, JFG Werntalkicker, 3. Reinhold Deinhardt, TSV Reichenberg.

Frauen: 1. Tina Treutlein, Laufraum, 2. Sandra Scheideg, OBA Schweinfurt, 3. Melanie Friedrich, TSV Gernach.

Hauptlauf 10 000 Meter:

Männer: 1. Michael Wetteskind, DJK Schweinfurt, 2. Rafael Krzemien, Rübsam Fachkräfte, 3. Florian Staudt, Laufstil.

Frauen: 1. Bianka Wegner, Zeiler Weinbergschnecken, 2. Eva-Maria Kraus, DJK Schweinfurt, 3. Martina Henke.

Teilnehmerstärkste Gruppen:

1. OBA Schweinfurt (59), 2. Laufraum (25), 3. Komm-In (18).

Die Sieger des KAB-Benefizlaufs: Geehrt wurden sie von Innen-Staatssekretär Gerhard Eck und Bürgermeister Horst Herbert. Unser Bild zeigt (hintere Reihe, von links) Alois Walter, Mit-Organisator des Benefizlaufs, Staatssekretär Gerhard Eck, stellvertretende Landrätin Christine Bender, (rechts) Dieter Dietz, ehemaliger Vorsitzender des TSV Gernach und Laufgruppentrainer, sowie Bürgermeister Horst Herbert (Dritter von rechts). Foto: Armin Heck-Dressel

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