SCHWANFELD

Fotokreis: Eintauchen in den Ozean der Sterne

Die Kunst der Bildwelten und Brennweiten: Reger Andrang herrschte bei der Foto-Ausstellung in der Aula der Verbandsschule.
Die Kunst der Bildwelten und Brennweiten: Reger Andrang herrschte bei der Foto-Ausstellung in der Aula der Verbandsschule. Foto: Uwe Eichler

Es war „FKK“, was einige Hundert Besucher in die Aula der Verbandsschule gelockt hat: Zumindest hat ein befreundeter Fotograf die 33. Ausstellung des Fotokreises Schwanfeld augenzwinkernd so bezeichnet.

Zur Kaffeebar gab es reichlich „Fotos, Kunst und Kuchen“ , am Biegenbach. Außer kulinarische Genüsse bot der (nicht zuletzt bei Deutschen Meisterschaften und Landesfotoschauen erfolgreiche) Club auch noch starke visuelle Eindrücke: Allein 143 Werke von 17 Fotokünstlern hingen in der Hauptausstellung.

Dazu kam die Sonderausstellung „Ehrungen“, mit 79 Pressebildern von Tagblatt-Mitarbeiter Helmut Bausenwein: ein nostalgischer Schwarz-Weiß-Rückblick auf das Gemeindeleben der Jahre 1996 bis 2001. Ekkehard Römmelt rechnete als Vorsitzender des Gastgebervereins mit rund 700 Besuchern. Schon am Sonntagvormittag herrschte reger Andrang, auch Bürgermeister Richard Köth gab sich die Ehre.

Aha-Effekte vor der Kamera

Wer die Kembach-Gemeinde kennt, weiß: Sie ist immer für kleinere wie größere Aha-Effekte und Überraschungen gut. Nicht zuletzt vor der Kamera, wo sich die Welt im Regentropfen spiegelt oder eine überlebensgroß fotografierte „Pusteblume“ ihre Löwenzähne zeigen darf.

Zu den heimischen Gewächsen zählt in jedem Fall Sven Peks: Der aus Schwanfeld stammende Natur- und Unterwasserfotograf ist in diesem Fall einmal nicht übers Korallenriff geflösselt. Aber auch seine Aufnahmen an Land zeigen eine Welt, die man sonst so nicht zu sehen bekommt.

Etwa ein elegisches Foto der „Milchstraße über den Drei Zinnen“, das den Betrachter in den stillen Sternenozean hoch über den Dolomiten eintauchen lässt. „Nordheim im Nebel“ wirkt als mystische Waldlandschaft plötzlich so entrückt wie auf einem fernen Planeten. Das Talent kommt nicht von ungefähr: Vater Heinz Peks ist Vorstands-Mitglied im Fotokreis.

Ebenfalls keine Unbekannte in der Runde ist Simone Bauer, die zusammen mit Ehemann Stefan und Tochter Mona für die globale Perspektive sorgt. In einer ganzen Fotoserie wurden Alltags-Szenen aus Bangladesh verewigt, die weniger das Elend, als die Schönheit, Anmut und Würde eines der ärmsten Länder der Welt zeigt, trotz Rost, Altmetall und Schwerstarbeit.

Dass Menschen in Armut oft glücklicher wirken als manch Bewohner der Wohlstandszone, haben die Bauers selbst schon bei ihren Reisen erlebt, auf dem indischen Subkontinent ebenso wie in Afrika, Asien oder Südamerika. Die atmosphärisch dichten Bilder spiegeln dieses widersprüchliche Lebensgefühl wieder.

Der Schweinfurter Fotograf Herbert Götz steuert digital aufgearbeitete „Fotogemälde“ bei, die scheinbar Altbekanntes und Vertrautes zu etwas Neuartigem verfremden: Katze Susi bekommt so sieben Gesichter, zwischen Feuerrädern oder surrealen Momentaufnahmen aus dem Fasching.

Ekkehard Römmelt hat die Kunstwelt von Musikstars wie den „Schürzenjägern“ oder Conchita Wurst eingefangen: Promis, die plötzlich wieder bodennah und greifbar, wie Menschen von nebenan wirken.

Ebenfalls zu sehen waren Beiträge von Heinz Peks, Roland Weisenberger, Jürgen Ziegler, Frank Kirchner, Claus Jauernig, Andrea Weber, Dittmar Füßer, Claudia Schlör, Udo Wiek, Josef Walz, Andre Seiffert und Petra Wiesmann. Ein kleines Preisausschreiben gab es auch noch, neben der Spendenbox. Wer die Ausstellung verpasst hat, kann das Versäumte ein wenig nachholen: Mit dem Fotokalender 2018 und den „Schwanfelder Impressionen“, die über Ekkehard Römmelt erhältlich sind.

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