Schweinfurt

Frauenwochen: Kultur und Gottesdienst gut besucht

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt zieht ein Resümee der Frauenwochen. Heide Wunder freut sich besonders über den Inklusionsbereich.
Seit dem vergangenen Jahr beteiligt sich das Frauenplenum auch an der Aktion "One Billion Rising". Heide Wunder begrüßte dazu.
Seit dem vergangenen Jahr beteiligt sich das Frauenplenum auch an der Aktion "One Billion Rising". Heide Wunder begrüßte dazu. Foto: Ursula Lux

Es ist schon 30 Jahre her, dass die damals neue Frauenbeauftragte der Stadt, Ingrid Berlein, gemeinsam mit der Volkshochschule ein erstes Frauentreffen plante. Es fand unter dem Motto "Frauen reden mit Frauen" im Dezember 1989 im Friedrich-Rückert-Bau statt. Daraus hat sich im Laufe der Jahre das Frauenplenum entwickelt. Seitdem hat sich vieles verändert, die Themen, die Frauen bewegen, allerdings sind weitgehend gleich geblieben.

Schon damals ging es um das Verhältnis der Geschlechter in den kommunalen Parlamenten, die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, die Möglichkeiten der Kinderbetreuung und auch um die Finanzierung des Frauenhauses. Nicht zuletzt aus den regelmäßigen Treffen der Frauenwochen entstand Mitte der 1990er-Jahre das Schweinfurter Frauenplenum. Aktuell gehören 29 Organisationen, die auch frauenspezifische Zielsetzungen vertreten, und zehn Einzelpersonen dem Frauenplenum an, und seit etwa zehn Jahren übernimmt das Plenum auch die Organisation der Schweinfurter Frauenwochen. Viermal im Jahr treffen sich die Frauen, und neben den Frauenwochen wird seit 20 Jahren auch die Fahnenaktion und seit dem vergangenen Jahr neu "One Billion Rising", Aktionen gegen Gewalt an Frauen, organisiert.

Kulturveranstaltungen werden immer gerne angenommen

Organisatorisch läuft alles in der Gleichstellungstelle der Stadt, bei Heide Wunder zusammen. Wunder hat auch den Überblick, was in den Frauenwochen gut, was weniger gut läuft. "Kulturveranstaltungen werden immer gerne angenommen", weiß sie. So hatte alleine die Führung durch die Sonderausstellung "Talent kennt kein Geschlecht", die Bilder von Malerinnen und Malern der Romantik zeigte, fast 100 Besucherinnen. Aber auch das systemische Coaching mit Manuela Rukavina unter dem Thema "Perspektiven-Motivation-Wirkmächtigkeit" kam auf 90 Teilnehmerinnen. Auch der alljährliche ökumenische Gottesdienst wird gerne besucht. Heide Wunder hat dort heuer allein 70 Fair-Trade-Rosen verteilt, als Dankeschön an die vielfältig ehrenamtlich engagierten Frauen.

Die Zusammenarbeit mit der OBA Schweinfurt, wie hier beim Kreativ-Koffer-Markt während der Frauenwochen liegt der Gleichstellungsbeauftragten Heide Wunder sehr am Herzen.
Die Zusammenarbeit mit der OBA Schweinfurt, wie hier beim Kreativ-Koffer-Markt während der Frauenwochen liegt der Gleichstellungsbeauftragten Heide Wunder sehr am Herzen. Foto: Ursula Lux

Was Wunder immer wieder neu erstaunt ist, dass Frauen die Themen, die sie eigentlich unmittelbar betreffen, kaum wahrnehmen. Wie geht es mit der Rente weiter, oder was ist im Falle einer Scheidung? Das seien Themen, mit denen sich die Frauen scheinbar nicht beschäftigen wollen. So fiel heuer beispielsweise die "Finanzfitness für Frauen" wegen nur einer einzigen Anmeldung komplett aus.

Was Wunder selbst sehr am Herzen liegt, ist die Zusammenarbeit mit der Offenen Behinderten-Arbeit (OBA) und die damit verbundene Inklusion. Zum fünften Mal fand der Koffer-Kreativ-Markt in den Räumen der OBA heuer statt und wurde wieder gut angenommen. Wunder ist begeistert, wie selbstständig die behinderten Frauen sind und wie gut sie das Ganze organisieren. Und nicht nur bei dieser Sonderveranstaltung gelingt Inklusion. Ingrid Licha, Mitarbeiterin der OBA, ist mit ihren behinderten Frauen sogar zu "One Billion Rising" gekommen. Und die haben sich selbstbewusst auf die Bühne gestellt und lautstark verkündet, dass sie gegen Gewalt an Frauen sind. "Der Inklusionsbereich hat sich richtig gut entwickelt", betont Wunder.

Ein fester Termin ist in jede Frauenwochen eingebettet, der Internationale Frauentag am 8. März. Etwas jedoch will das Frauenplenum nicht, die Frauenwochen unter ein bestimmtes Thema stellen. Denn so Wunder, "so erreichen wir mehr Menschen, jeder Verein sucht sich sein Thema und damit fahren wir gut."

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