Schweinfurt

Freie Wähler wollen zweitstärkste Fraktion im Stadtrat Schweinfurt werden

Die Nominierungsversammlung für die Stadtratswahl 2020 verlief harmonisch und reibungslos. Warum die Freien Wähler optimistisch und voller Selbstbewusstsein sind.
Zweitstärkste Fraktion als Ziel: Die Freien Wähler in Schweinfurt gehen nach ihrer Nominierungsversammlung selbstbewusst in die Stadtratswahl 2020. Foto: Oliver Schikora

In Rekordzeit schafften die Freien Wähler Schweinfurt die Nominierung ihrer 44 Personen starken Liste für die Stadtratswahlen 2020: Gerade mal 85 Minuten brauchten sie in der TG-Gaststätte für Kandidatenvorstellung, geheime Wahl und Fototermin. Kein Wunder, dass die Laune gut war und das Selbstbewusstsein groß.

Der derzeitige Fraktionssprecher im Stadtrat, Stefan Labus, kandidiert bereits zum vierten Mal als Stadtrat, selten dürfte er so euphorisch in einen Wahlkampf gezogen sein. Er formulierte die Ziele der Freien Wähler, die erst im August dieses Jahres ihren Schweinfurter Stadtverband gegründet hatten, offensiv: "Ich bin sehr zuversichtlich, denn wir haben eine schlagkräftige Mannschaft. Vielleicht schaffen wir es auch, zweitstärkste Kraft im Stadtrat zu werden."

Sorgen die Freien Wähler für eine Überraschung?

Das wäre, auch wenn die Liste vor allem auf den vorderen Plätzen tatsächlich bekannte und namhafte Schweinfurter Persönlichkeiten verzeichnet, gleichwohl eine mittelgroße Sensation. Im Moment haben die Freien Wähler im Verbund mit der Schweinfurter Liste drei Stadtratsmandate, die Stefan Labus, Dagmar Bebersdorf und Ulrike Schneider einnehmen. Als zweitstärkste Kraft müsste man die SPD mit im Moment zehn Mandaten überflügeln.

Ein Teil der 44 Namen umfassenden Liste der Freien Wähler Schweinfurt, die für die Stadtratswahl 2020 nominiert wurden. Foto: Oliver Schikora

Einen eigenen OB-Kandidaten stellen die Freien Wähler nicht, ausdrücklich wollen sie auch keine Empfehlung aussprechen, sondern den Wahlkampf abwarten, wie Stefan Labus im Sommer erklärte. Dass man aber schon aufgrund der Konstellation in der Staatsregierung, wo CSU und Freie Wähler nach der Landtagswahl 2018 koalierten, eine Nähe zu den Christsozialen hat, ist naheliegend.

Ein Grund für die Harmonie bei der Nominierung war aus Sicht der Freien Wähler, dass Ulrike Schneider nicht vor Ort war. Bekanntlich gibt es Spannungen innerhalb der Fraktion, Schneider hatte schon im Vorfeld angekündigt, nicht bei den Freien Wählern zu kandidieren. Das Kapitel Schweinfurter Liste, 2002 von ehemaligen CSU-Abgeordneten gegründet, ist durch die neue Freie-Wähler-Liste ebenfalls zu Ende.

Einsetzen für die Belange der Bürger vor Ort

Stefan Labus ging auf die Spannungen in der Fraktion ohne Namensnennung nur kurz ein. Er wolle für eine andere Art der Zusammenarbeit im Stadtrat sorgen, so Labus, nachdem in den vergangenen Jahren "manche Personen von uns aus der Rolle gefallen sind." Er sehe sich auch als eine Art "Robin Hood" im Stadtrat, der für die Belange der Bürger eintrete, so Labus.

Dem Vorsitzenden des FW-Stadtverbandes, Harald Schmitt, war es zu verdanken, dass die Nominierung reibungslos verlief. "Wir nehmen uns der Themen an, die dem einfachen Bürger auf den Nägeln brennen", erklärte er. Schmitt forderte ein Parkraumkonzept für die Stadt, denn Probleme gebe es nicht nur rund um das Leopoldina.

Auf der Liste finden sich 14 Frauen und 30 Männer. Auf Platz eins steht Adi Schön, der im Moment für die Wählergemeinschaft proschweinfurt im Stadtrat sitzt. Er hofft auf Fraktionsstärke plus ein oder zwei Mandate, stehe für "realistische Politik" und hofft auf mutigere Entscheidungen, unter anderem beim Thema Verkehrsinfrastruktur.

Bekannte Namen auf der Liste

Auf Platz zwei ist Stefan Labus, Platz drei bekam der Rektor der Friedensschule, Tommi Neckov, der sich der Themen Bildungsgerechtigkeit, Digitalisierung der Schulen und Ausbau der Ganztagsangebote annehmen will.

Auf Listenplatz vier steht mit dem Pfarrer und Geschäftsführer der Diakonie, Jochen Keßler-Rosa, ein bekannter Name. Keßler-Rosa war von 1996 bis 2002 für die CSU Stadtrat, ist aber seit langem Freie-Wähler-Mitglied. Er ist Mitinitiator des Bürgerbegehrens "Bezahlbar Wohnen in Schweinfurt" und will sich gerade beim Thema Wohnen dafür einsetzen, "das nicht dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen". Auf Listenplatz fünf kommt mit Dagmar Bebersdorf die erste Frau, die 2014 mit 3333 die zweitmeisten Stimmen bekam. Sie will ihren Aussagen zufolge gemeinschaftlich und in Ruhe Politik zum Wohle der Bürger machen.

Die Kandidaten der Freien Wähler für die Stadtratswahl 2020
Listenplatz 1: Adi Schön, 2: Stefan Labus, 3: Tomi Neckov, 4: Jochen Keßler-Rosa, 5: Dagmar Bebersdorf, 6: Susanne Signo, 7: Louis Rubner, 8: Manfred Neder, 9: Sabrina Neckov, 10: Peter Glückert, 11: Sabine Rabs, 12: Harald Schmitt, 13: Tobias Schaupp, 14: Norbert Heinelt, 15: Elke Sinner-Steinhäuser, 16: Roland Rabs, 17: Andrea Brischwein-Lang, 18: Norbert Kleider, 19: Herbert Hennlich, 20: Hans-Joachim Sühfleisch, 21: Adriana Interlici, 22: Roland Weigand, 23: Sven May, 24: Sabine Heusinger, 25: Uwe Lang, 26: Sandra Heusinger, 27: Ewald Oster, 28: Heike Kromer, 29: Walter Wirth, 30: Inge Weigand, 31: Hubert Heusinger, 32: Karl-Heinz Füller, 33: Bonnie Schmitt, 34: Engelbert Schmid, 35: Steffen Görlitz, 36: Volker Müller, 37: Andrea Graham, 38: Fabian Fischer, 39: Bernd Katterbach, 40: Horst Dinkel, 41: Gabriele Zirk, 42: Georg Mayer, 43: Gerhard Briller, 44: Karlheinz Surauf. Ersatzkandidaten: Monika Albrecht, Sebastian Müller, Alexander Wirth, Jasmin Müller.

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