GEROLZHOFEN

Fünf Spielorte: Es wird spannend

An einem Spielort geht es auch um die Hexenverfolgung. Foto: klaus Vogt

500 Jahre Reformation, 400. Todesjahr des Fürstbischofs und Gegenreformators Julius Echter, fünf Spielorte: ein Theaterstück. Auf der Bühne werden die Menschen des späten 16. Jahrhunderts mit ihren Gedanken, Freuden, Sorgen und Nöten lebendig. Woran müssen, woran wollen sie glauben: an die althergebrachte Lehre oder an die neue des Martin Luther aus Wittenberg? Es zeigt sich, dass diese Zeit der radikalen Umbrüche wegweisend war bis in unsere Gegenwart.
Verschiedene Themen stehen bei den verschiedenen Spielorten im Mittelpunkt.

Stadtpfarrkirche: Die Missstände in der alten Mutter Kirche sind augenfällig. Kein Wunder, dass viele Menschen in ihrem Wunsch nach einer Besinnung auf das Evangelium sich der neuen lutherischen Lehre zuwenden. Mit dem prunkvollen Einzug des Fürstbischofs Julius Echters in seine Stadt und dem dramatischen Strafgericht endet dann aber für Jahrhunderte das evangelische Leben in Gerolzhofen.

Spitalkirche: Christliche Wohltätigkeit für alle Bedürftigen – und nicht mehr nur für reiche Herrenpfründner: Die Zuschauer erleben den neuen Alltag im Gerolzhöfer Bürgerspital nach den Sozialreformen Julius Echters. Die Bewohner des Altenheims müssen sich jetzt an zahlreiche Regeln und Gebote halten, sie müssen regelmäßig beten – und mit den Eigenheiten ihrer Mitbewohner zurechtkommen.

Amtsvogtei: Nach dem Höhepunkt der konfessionellen Auseinandersetzungen erschüttert eine Welle von Hexenprozessen den Gerichtsbezirk Gerolzhofen. Die Angst vor dem Unerklärlichen treibt die Menschen um. Die Inszenierung zeigt, wie durch Denunziationen aus der Bevölkerung Dutzende Unschuldige in das Räderwerk der korrupten Justiz geraten und ohne Chance auf ein Entkommen seelisch und körperlich gebrochen werden. Der Verwaltung des Fürstbistums unter Echter gelingt es über Jahre nicht, den menschenverachtenden Exzessen des örtlichen Centrichters Valentin Hausherr Einhalt zu gebieten.

Evangelische Kirche: Lieber in der Heimat bleiben und wohl oder übel den alten Glauben annehmen – oder standhaft bei der neuen Lehre Luthers bleiben und dafür als Konsequenz von Julius Echter aus dem Fürstentum verwiesen zu werden? Vor dieser Frage standen Hunderte Protestanten in Gerolzhofen, als der Fürstbischof den Druck auf sie immer mehr erhöhte. Die Glaubensfrage wurde so auch zu einer Frage der wirtschaftlichen Existenz. Die Antworten auf diese Frage fielen sehr unterschiedlich aus – manchmal auch innerhalb einer Familie.

Finale im Spitalgarten: Julius Echter und Martin Luther stehen auf der Bühne. Der eine hat als Fürst und Bischof vor Ort zahlreiche, noch heute sichtbare Spuren hinterlassen. Der andere war nie persönlich in Gerolzhofen. Und dennoch entfaltete seine Theologie in Gerolzhofen eine beträchtliche Wirkung, die noch heute zu spüren ist.

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