ESSLEBEN

Für Umgehung: Protest gegen Lärm und Gestank

Vehement haben am Freitagabend etwa 250 Bewohner von Eßleben (Kreis Schweinfurt) eine Umgehungsstraße gefordert. Dafür sind sie selbst auf die Straße gegangen.

Alles unter erschwerten Bedingungen: Wegen eines Unfalls auf der A 7 rollten über die B 19 noch mehr Fahrzeuge als gewöhnlich durch Eßleben. Die Polizei verschob die Demonstration um eine halbe Stunde, bis sich die Lage auf der Autobahn beruhigt hatte.

14 000 Fahrzeuge fahren täglich auf der B 19 durch die Umlandgemeinden Würzburgs, darunter 1000 Lkw. Hauptsächlich im Sommer, wenn es Staus auf der A 7 gibt, seien es manchmal doppelt so viele, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative, Peter Wagner.

Zu diesem Zusammenschluss haben sich die Eßlebener mit den Bewohnern von Unterpleichfeld, Bergtheim und Opferbaum gefunden, durch deren Orte die Straße ebenfalls führt. Bei ihnen hat jeweils schon eine Demonstration stattgefunden. Diesmal war es allerdings etwas anders: Denn das Bayerische Fernsehen berichtete live und hatte zu Beginn die Regie übernommen.

„Verarscht“ fühle er sich von der Politik, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Klaus Stuntz, ins Mikrofon. Eine „menschenunwürdige Wohnsituation“ nannte Wagner die Verkehrsbelastung.

Die Politik war prominent vertreten. Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber sagte, dass Staatssekretär Gerhard Eck bis zum Sommer ein Konzept für kurzfristige Umbauten beauftragt habe – auch für Opferbaum und Eßleben: Bau von Kreisverkehren, Flüsterasphalt, Querungshilfen. Der Chef des Staatlichen Bauamts Würzburg, Joachim Fuchs, bestätigte das. Laut Weisgerber werde langfristig der Bau der B 26 n zwischen Werneck und Karlstadt für Entlastung sorgen. Das bezweifelte Wagner allerdings.

Schließlich versprach sich Weisgerber von der Lkw-Maut für Bundesstraßen einen positiven Effekt. Wernecks Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl plädierte dafür, dass das Durchfahrtsverbot für Lkw auf der B 19 zwischen den Autobahnen 7 und 70 verstärkt kontrolliert wird.

Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Fahn wies darauf hin, dass eine Umgehungsstraße nicht unmöglich sei. Sie werde immer realistischer, „wenn wir darum kämpfen“. Schließlich habe sich schon etwas bewegt, seit es die Bürgerinitiative gibt. Baumgartl äußerte, dass laut Eck eine Lösung zeitgleich für alle vier Gemeinden geplant werde. Anderenfalls, so Baumgartls Befürchtung, müsse Eßleben als nördlichste der vier Dörfer am längsten warten.

Peter Wagner war hin- und hergerissen: „Wir sind wachsam und skeptisch“, sagte er in Richtung Weisgerber. Gleichzeitig lobte er die Bürger für ihren Einsatz. „Ich bin stolz auf euch.“

Auf der halbseitig gesperrten B 19 trottete der Demonstrationszug binnen 45 Minuten einmal zum Ortsende und zurück. Etwas ungläubig bestaunt von passierenden Autofahrern. Einem provozierend hupendem Lkw-Fahrer flogen deftige Schimpfwörter hinterher.

Schlagworte

  • Anja Weisgerber
  • Bürgerinitiativen
  • Demonstrationen
  • Edeltraud Baumgartl
  • Gerhard Eck
  • Hans Jürgen Fahn
  • Opferbaum
  • Polizei
  • Umgehungsstraßen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!