WIPFELD

Für mehr Vielfalt in Frankens Weinbergen

Frankenwein für die junge Zwetschge: Den ersten Baum der Aktion „Baum für Frankens Weinberge 2018“ pflanzten und begossen gemeinsam von links Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, die Schirmherrin Ministerin Michaela Kaniber, der Wipfelder Zehntgraf Albert Kessler, Weinkönigin Klara Zehnder aus Randersacker, Landrat Florian Töpper, der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Artur Steinmann, Bürgermeister Tobias Blesch und Weinprinzession Larissa Selzam. Foto: Helmut Glauch

Seinen Geburtstag mit angenehmen Gästen feiern, das macht jeder gern. Tobias Blesch, Bürgermeister der Weingemeinde Wipfeld, hatte an seinem Ehrentag eine Menge davon. Die waren aber in erster Linie gekommen, um die Aktion „Baum für Frankens Weinberge 2018“ mit der symbolischen Pflanzung eines Zwetschgenbaumes zu starten, aber natürlich spielte die örtliche Musikkapelle ein Ständchen für ihr Gemeindeoberhaupt.

Für die neue Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, war es eine ihrer ersten Amtshandlungen, in den Wipfelder Weinbergen, unweit der Zehngrafenlaube, die Schaufel zu schwingen und beim Einpflanzen zu helfen. Ebenfalls neu im Amt ist die Fränkische Weinkönigin Klara Zehnder, die die junge Zwetschge mit dem Inhalt des Wipfelder-Jubiläums-Bocksbeutels begoss, auf dass das Bäumchen wachsen und gedeihen möge.

Nach seiner Begrüßung, in der Tobias Blesch auch der scheidenden Weinprinzessin Larissa Selzam für „zwei tolle Jahre“ dankte, ergriff Arthur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes und Vorsitzender des Arbeitskreises „Franken-Wein.Schöner.Land!“, das Wort. Der Weinbauverband hat die Zwetschge zur Leitfrucht für das fränkische Weinland erklärt – nicht nur, weil dieses Obst eine lange Anbautradition in Franken hat. „Die Zwetschge soll wieder neue Wertschätzung erfahren und als vielfältige kulinarische Köstlichkeit entdeckt werden“, so Steinmann. Wie lecker das schmeckt, konnten die Gäste am Ende der Feier selbst probieren, denn es gab allerlei Köstlichkeiten rund um die Zwetschge zu verkosten.

Zwetschge gehört zu Franken wie der Silvaner

Auch für die Schirmherrin, Ministerin Michaela Kaniber, gehört die Zwetschge zu Franken wie der Silvaner. „Was in der österreichischen Wachau die Marille ist, ist in Franken die Zwetschge – ein kulinarisches Erbe und Basis regionaler Köstlichkeiten. Dieses Erbe gilt es zu erhalten“, so die Ministerin, die sich – aus Oberbayern stammend – berührt von der Schönheit der Wipfelder Weinlandschaft zeigte.

Die Aktion zum „Baum für Frankens Weinberge“ ist vor allem dem Anliegen gewidmet, die Biodiversität in den Weinbergen nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen. Ein Ziel, für das sich nicht nur Tobias Blesch, Michaela Kaniber und Artur Steinmann einsetzen, sondern auch Weinkönigin Klara Zehnder. Auch deshalb erhält jeder örtliche Weinbauverein zusätzlich zu den Zwetschgenbäumen die artenreiche Saatgutmischung „MainLife“, die sich gut zur Begrünung der Fahrgassen zwischen den Reben eignet. Ein Pflanzenmix, der nicht nur für die Bienen attraktiv ist, sondern auch durch seine Blüten Farbe in die Weinberge bringt.

Nicht nur den Pflanzen, sondern auch den wichtigen Insekten gilt viel Augenmerk, wenn es um Biodiversität geht. So wurden am Wipfelder Zehntgrafenweg Mitte März fünf Fledermauskästen zur Ergänzung der Biotopstrukturen angebracht. In den selbstreinigenden Quartieren können sich die nachtaktiven Tiere tagsüber aufhalten und schlafen.

Der Weinberg als Heimat für Insekten und Fledermäuse

Durch die Symbiose aus Weinbau, Landwirtschaft und Wald habe man die Region in ihrer Qualität nach vorne gebracht, hatte eingangs Artur Steinmann betont. Der nächste Schritt ist der Ausbau der Biodiversität, die zum Beispiel durch Insektenhotels in den Weinbergen und mehr Pflanzenvielfalt zu erreichen sei.

In den beinahe zwei Jahrzehnten seit Start der Aktion „Baum für Frankens Weinberge“, die ein Projekt des Arbeitskreises „Franken.Wein.Schöner.Land!“ ist, wurden mehr als 1500 Bäume gepflanzt – darunter Quitte, Kirsche, Weinbergpfirsich und Mirabelle. Baum-Oasen, die die Kulturlandschaft Weinberg mitprägen, entstanden. Seit 2015 konzentriert man sich gezielt auf die Zwetschge. Der Appell für mehr Vielfalt in den Weinbergen hat auch dazu geführt, dass fränkische Winzer bisher zusätzlich rund 1000 Strauchrosen in ihre Weinberge gepflanzt haben.

Der Auftakt für diese fränkische Baumpflanzaktion in den Wipfelder Weinbergen wurde rege von den Ortsbürgern begleitet. Die Kindergartenkinder sangen Lieder, die Blaskapelle spielte auf und natürlich waren der Wipfelder Zehntgraf Albert Kessler und viele Mitglieder des Weinbauvereins vor Ort. Auch Landrat Florian Töpper und Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel genossen am Freitagvormittag den Charme der Wipfelder Weinberge. Michaela Kaniber brachte es wohl auf den Punkt mit ihrer Aussage „Kulturlandschaft ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis harter Arbeit“. Biologische Vielfalt bietet beste Möglichkeiten, diese zu erhalten.

Beeindruckt von der Schönheit und Weite der fränkischen Weinlandschaft: Für Ministerin Michaela Kaniber (Zweite von links) war es der erste dienstliche Besuch in einem fränkischen Weinberg. Begleitet wurde sie dabei von geballter Wein-Kompetenz in Person des Wipfelder Zehntgrafs Albert Kessler, von Weinkönigin Klara Zehnder und Weinprinzessin Larissa Selzam. Foto: Helmut Glauch
Schon festlich dekoriert. An der Zehntgrafenlaube wird auf den Gemeindegeburtstag aufmerksam gemacht. Bürgermeister Tobias Blesch lud zu den Festlichkeiten ein. Foto: Helmut Glauch
Auch sie dürfen noch wachsen, genau wie die jungen Bäumchen. Die Wipfelder Kindergartenkinder trugen musikalisch zum Gelingen der Feierstunde ein. Foto: Helmut Glauch

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