SCHWEINFURT

Fürs Schülercafe Theorema wird noch gesucht

Friedrich-Rückert-Bau: Jugendzentrum steht noch drauf, der Theorema-Werbeschriftzug ist schon verschwunden. Foto: Laszlo Ruppert

In der Alten Reichsvogtei hat es auch nach dem Auszug der Städtischen Sammlungen in die Kunsthalle Ausstellungen gegeben. Sehr zur Freude vieler Künstler und Kulturfreunde hat der Kultur-Packt die Vakanz genutzt. Damit ist jetzt Schluss. Nächste bereits geplante Kultur-Packt-Ausstellungen im September und November sind nicht mehr möglich, weil in der Reichsvogtei jetzt doch die Offene Jugendarbeit der Stadt Unterschlupf findet.

Sie muss raus aus dem Friedrich-Rückert-Bau (FRB), weil dort die Wissenswerkstatt ihre Zelte aufschlagen wird. Die Offene Jugendarbeit wird nun mit fast allen FRB-Angeboten bis 2014 in die Obere Straße 11 bis 13 umgesiedelt, um in zwei Jahren ins generalsanierte Zeughaus umzuziehen. Das bestätigte Jugendreferent Jürgen Mainka auf Anfrage. Anfang Juli muss der FRB geräumt sein.

Bis 2014 läuft auch der städtische Pachtvertrag mit den Eigentümern der Reichsvogteigebäude, das zu erwerben die Stadt trotz Anregungen aus dem Stadtrat ablehnt.

Sicher wechseln (vorübergehend) in die Reichsvogtei der Offene Kindertreff, die Kleinkindbetreuung und der Eltern- und Kindertreff. Die beiden Letzteren gibt es nur in Schulzeiten. In den Ferien werden im ersten Obergeschoss zudem die üblichen Kursangebote für Kinder und Jugendliche über die Bühne gehen. Geplant ist außerdem, das so genannte „Warhammer-Programm“ in die Obere Straße mitzunehmen. Dieses Brettspiel-Angebot hat das Ziel, junge Menschen vom Computer wegzubringen.

Die unregelmäßig veranstalteten Rückert-Bau-Konzerte und Kinder-Discos sollen demgegenüber übergangsweise im Stattbahnhof stattfinden. Mit dem Betreiber ist man sich darüber weitgehend einig.

Die Offene Behinderten Arbeit (OBA), die jeden zweiten Sonntag im FRB aktiv ist, kommt wegen der fehlenden Barrierefreiheit in der Oberen Straße nicht unter. Nach derzeitigem Stand ist das Jugendhaus Franz-Schubert-Straße Ausweichquartier.

Bliebe das „Sorgenkind“ Theorema. Wohin das Schüler- und Studenten-Café wechseln muss, ist noch immer offen. Träger des Cafés ist nach wie vor die Schweinfurter Schüler-Vertretung, SSV, als eingetragener Verein. Nach einer Flaute hat ein neu formiertes SSV-Team wieder Wind in die Sache gebracht. Nur: Die SSV um Vorstandsvorsitzende Mariette Pfister steht nach wie vor im Regen.

Drei Alternativen sind laut Jürgen Mainka in der engeren Auswahl: Das sind ebenfalls die Alte Reichsvogtei, ebenfalls das Jugendhaus und – leicht favorisiert – ebenfalls der Stattbahnhof. Dort würde das SSV-Theorema im ersten Stock eine Übergangsheimat finden, in unabhängig vom Jugendkulturhaus-Angebot erreichbaren Räumen.

Die Pläne insgesamt haben allerdings Folgen für die jetzigen Mieter und Nutzer in der Alten Reichsvogtei. Der Kultur-Packt ist ab Juli raus. Geschäftsführer Jimmij Günther bedauert das, weil das Haus für Ausstellungen „ideal war“. Gleichwohl habe man von Anfang an gewusst, dass man vor Ablauf des Pachtvertrags 2014 wegen anderer Stadt-Nutzungen möglicherweise das Feld wird räumen müssen. Ärgerlich sei nur, dass der Packt die neuen Überlegungen mehr zufällig von der Stadt- und Wohnbau erfahren habe. Der Packt müsse nun für die geplanten Ausstellungen Ersatz suchen, möglicherweise müssten sie sogar ausfallen.

Das erste Reichsvogtei–Obergeschoss verlassen muss auch die Blues-Agency, die unter anderem das Kneipenfestival veranstaltet. Gram ist aber auch Geschäftsführer Ralf Hofmann der Stadt nicht, weil sich eine Ersatzlösung im Haus abzeichnet: Die Ex-Räume des Seniorenbüros im Erdgeschoss. Die Blueser haben noch heuer Mietvertrag.

Länger läuft der für den Idealverein für Sportkommunikation und Bildung (ISB). Sebastian Bauer und Co. belegen den zweiten Stock und rechnen fest damit, dass sie die ganze Umzieherei nicht tangiert, zumal sie „mit Blick auf den Mietvertrag bis Ende 2014 einiges reingesteckt“ haben. Nach den derzeitigen Plänen kann der ISB, der sogar auf weitere Räume ganz oben schielt, bis zum Ende (2014) bleiben.

Freilich: Die Stadt muss entgegen erster Aussagen wegen der Neunutzung jetzt doch Geld in die Hand nehmen. Mangels genügend Toiletten muss für Mitarbeiter und Besucher (Mädchen und Jungs) für derzeit geschätzte 20 000 Euro nachgerüstet werden. Nötig sind angeblich auch einige Trennwände. Das Geld soll im kleinen Bauunterhalt zur Verfügung stehen.

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