GEROLZHOFEN

Gelungene Premiere von „Garten gucken Geo“

Die von der Gerolzhöfer Siedlergemeinschaft erstmals auf die Beine gestellte Gartenschau kam sehr gut an.
Im Rosengarten der Alten Amtsvogtei wurde „Garten gucken Geo“ eröffnet: Von links: Beate Glotzmann (Tourist-Info), Josef Meyer (Siedlergemeinschaft), Siegmund Schauer (Landesverband Wohneigentum), Christine Bender (stellvertretende Landrätin), Wolfgang Reichert, Stadtrat Christian Ach, Ehrenvorsitzender Georg Zeck, Engelbert Rössner, Stadtrat Alfons Hügelschäfer sowie die Ehrenmitglieder Helmut Krapf und Wunibald Giedl.
Im Rosengarten der Alten Amtsvogtei wurde „Garten gucken Geo“ eröffnet: Von links: Beate Glotzmann (Tourist-Info), Josef Meyer (Siedlergemeinschaft), Siegmund Schauer (Landesverband Wohneigentum), Christine Bender (stellvertretende Landrätin), Wolfgang Reichert, Stadtrat Christian Ach, Ehrenvorsitzender Georg Zeck, Engelbert Rössner, Stadtrat Alfons Hügelschäfer sowie die Ehrenmitglieder Helmut Krapf und Wunibald Giedl. Foto: Karin Sauer

Es war ein Experiment und es ist voll und ganz gelungen. Die Siedlergemeinschaft Gerolzhofen hatte eingeladen zum „Gartengucken“.

Ein Jahr lang war der Gedanke beim Vorsitzenden Josef Meyer gereift, eine Gartenausstellung quer durch die Stadt zu arrangieren. „Was die Großen können, das muss doch auch bei uns möglich sein“, sagte er auf die Frage, wie er auf so eine grandiose Idee gekommen sei.

Noch skeptisch in seiner Begrüßungsrede in der Amtsvogtei, konnte er am Ende der Aktion überglücklich über das Gelingen berichten.

Im Kreise zahlreicher Ehrengäste eröffnete Meyer „Garten gucken Geo“. Ausgewählt wurden von der Siedlergemeinschaft insgesamt elf Gärten in der Stadt. Drei von ihnen sind öffentlich: der Garten der Amtsvogtei, die Gartenanlage im Wohnstift Steigerwald und der Heilkräutergarten an der Nützelbachaue.

Siegmund Schauer, Präsident des bayerischen Landesverbandes Wohneigentum war ebenso zur Eröffnung gekommen wie die stellvertretende Landrätin Christine Bender, selbst eine leidenschaftliche Gärtnerin.

„Es gibt nichts Schöneres für Gartenliebhaber, als in fremden Gärten zu verweilen, um Anregungen zu bekommen und um interessante Gespräche mit weiteren Gartenliebhabern zu führen. Lassen Sie sich von der Vielfalt der unterschiedlichsten Gärten hier in Gerolzhofen überraschen“, sagte Meyer und lud die Anwesenden zu einem Rundgang ein.

Der Rosengarten in der Alten Amtsvogtei – das historische Gebäude aus der Zeit von Julius Echter wurde zu einer Seniorenwohnanlage umgebaut – ist parkähnlich angelegt, mit Brunnen und Pavillon. Er bietet sich geradezu an, dort künstlerische Veranstaltungen zu veranstalten, wie die Rosensoiree in den vergangenen Jahren.

Der Erlebnisgarten im Wohnstift Steigerwald lädt die Bewohner unter schattigen Bäumen zum Verweilen und zu Gesprächen ein. Ein Hauch von Romantik und Beschaulichkeit vermittelt der großzügig angelegte See. Die Gemüsehochbeete erinnern so manchen Heimbewohner an den eigenen Garten, den man einmal besaß.

Eintauchen in die Gerüche von Gewürzen und Kräutern konnten die Besucher im Heilkräutergarten. Seit Sommer 2013 besteht die Anlage in der Nützelbachaue. Rita Popp, Sabine und André Ditterich kümmern sich während des ganzen Jahres um den Garten. „Ein Glück, dass es die Kräuter wieder gibt“, sagte Erwin Schmitt, ein Besucher und Anhänger der alten Kräutermedizin. Er freute sich, dass man die Wirkung der Heilkräuter wieder mehr und mehr zu schätzen lernt. Kinderaktionen und Vorträge rundeten die Veranstaltung ab.

Schon im Jahre 1948 hatte der Vater von Gisela Gräf den Garten auf dem Weg zum Mahlholz von der Stadt gepachtet. Er legte, wie damals üblich, einen Nutzgarten auf brach liegendem Ackerland an. Davon ist heute nichts mehr zu sehen, denn Gisela Gräf hat mittlerweile ein blühendes Paradies geschaffen.

Der naturnahe Nutz-, Zier- und Freizeitgarten wird allerdings immer wieder von Überschwemmungen bedroht, genau wie der angrenzende Garten von Christina Scharnagel. Ihr gefällt am besten ihre Schattenecke, in der Pflanzen gedeihen, die keine direkte Sonne mögen. Sie gärtnert schon seit 25 Jahren und verbringt jede freie Minute in ihrer Naturoase.

Hans Leuner ist begeisterter Mineralien- und Fossiliensammler. Das spiegelt sich auch in seinem Garten in der Rügshöfer Straße wider. Am Eingang befindet sich ein beeindruckender Steingarten. Rosensträucher, ein Springbrunnen und ein kleiner Nutzgarten runden das Bild ab. Ein Garten im Landhausstil verbirgt sich hinter dem Haus von Claudia Rausch, dominiert von einem großen Kirschbaum in der Mitte. „Das ist mein Geburtsbaum“, erzählt sie. Wunderbar gestaltet auch ihr buchsumrandeter Bauerngarten, die verschiedenen kleinen Ruhe- und Sitzecken. Ihre Gartenküche war der Anziehungspunkt aller Besucher. Bewundert wurde besonders der Pizzaofen.

Anke Dorsch in der Sudetenstraße wiederum hat sich dem Selbstversorger- und Nutzgarten verschrieben. Man findet die verschiedensten Beerensträucher, Obstbäume, ein Gewächshaus und Hochbeete. Besonders ins Auge stach das große Insektenhotel.

Blaue und weiße Farben überwiegen bei den Blumen und Sträuchern im typischen Siedlungsgarten der Familie Cramer, ebenfalls in der Sudetenstraße. Hier findet man historische Rosen, die lauschige Sitzecken und ein Gartenhaus umrahmen. Großen Wert legt Familie Cramer auf die biologische Kultivierung, um Insekten und Vögel zu schützen. Wenn die Gartenarbeit dann beendet ist, verspricht der Sprung ins integrierte Schwimmbecken wohltuende Abkühlung. Kaffee und selbstgebackene Kuchen luden bei „Garten gucken Geo“ zu einer Pause ein.

Ebenso vielfältig und ideenreich ist der Garten von Marion Beisler, ebenfalls in der Sudetenstraße. Am Eingang stößt der Besucher auf eine alte Blechbadewanne, die, senkrecht aufgestellt, mit Gießer zur Gartendusche umfunktioniert wurde. Ein schönes Gartenhaus lädt zum Feiern ein, Wellensittiche im schattigen Käfig zwitschern munter drauflos, Hase und Schildkröte fühlen sich hier wohl. Kleine Gartenteiche runden das Bild ab.

Monika Kühl in der Steigerwaldstraße ist Rosenliebhaberin. Rosen in allen Farben sind in ihrem Garten zu finden, von der Beet- über die Strauch- bis zur Duftrose. Mittelpunkt des Gartens ist der Rosenpavillon, umrankt von einer prächtigen, schattenspendenden rosafarbenen Rambler-Rose. Neben den Rosen bleibt aber noch Platz für diverse Sträucher und einen kleinen Nutzgarten mit Kräuterspirale. Und wo Rosen sind, da bot es sich an, den Besuchern einen kühlen Rosensekt zu kredenzen.

Die Premiere von „GGG“ (Garten gucken Geo) ist gelungen. Ob es eine Fortsetzung in nächster Zeit gibt, das ließ Josef Meyer von der Siedlergemeinschaft noch offen. Er war aber zufrieden und glücklich, dass man sich auf das Wagnis eingelassen hatte. Die auf den Spuren der Gärtner durch Gerolzhofen wandelnden Besucher nahmen seine Aktion, trotz sengender Hitze, dankbar auf.

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Rita Popp erklärte im Heil- und Kräutergarten die Wirkung der Pflanzen.
Rita Popp erklärte im Heil- und Kräutergarten die Wirkung der Pflanzen. Foto: Karin Sauer
Gisela und Hubert Gräf sind jede freie Minuten in ihrem üppig blühenden Paradies, dem Garten, den Vater von Gisela Gräf 1948 noch als reinen Nutzgarten anlegte.
Gisela und Hubert Gräf sind jede freie Minuten in ihrem üppig blühenden Paradies, dem Garten, den Vater von Gisela Gräf 1948 noch als reinen Nutzgarten anlegte. Foto: Karin Sauer
Monika Kühl lud in ihren Rosenpavillon auf ein Gläschen Rosensekt ein.
Monika Kühl lud in ihren Rosenpavillon auf ein Gläschen Rosensekt ein. Foto: Karin Sauer

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